Angebot

Allgemeines

Wie die Ausschreibung auf der Auftraggeberseite, stellt das Angebot auf der Bieterseite das zentrale Dokument in einem Vergabeverfahren dar. Mit ihrem Angebot erklären die Bieterinnen/Bieter, dass sie

  • die Bestimmungen der Ausschreibungsunterlagen kennen,
  • über die erforderlichen Befugnisse verfügen,
  • die ausgeschriebenen Leistungen zu den angegebenen Bestimmungen und den angegebenen Preisen zu erbringen bereit sind und
  • sich bis zum Ablauf der Zuschlagsfrist an ihr Angebot binden.

Das Angebot hat sich grundsätzlich an die Ausschreibung zu halten. Folgende Angaben hat ein Angebot zu enthalten – wobei es sich dabei bloß um eine beispielhafte Aufzählung handelt:

  • Name (Firma, Geschäftsbezeichnung) und Geschäftssitz der Bieterin/des Bieters. Bei Arbeitsgemeinschaften ist eine zum Abschluss und zur Abwicklung des Vertrages bevollmächtigte Person zu benennen.
  • Bekanntgabe der Teilleistungen, die die Bieterin/der Bieter an Subunternehmen weiterzugeben beabsichtigt (zu beachten ist, dass zwischen Subunternehmen, auf deren Kapazität sich die Bieterin/der Bieter zum Nachweis ihrer/seiner Eignung stützt, und anderen Subunternehmen zu unterscheiden ist; das Bundesvergabegesetz (BVergG) enthält Anforderungen und Kontrollmöglichkeiten der Auftraggeberin/des Auftraggebers im Zusammenhang mit Subunternehmerinnen/Subunternehmern; im Bundesvergabegesetz ist auch eine Definition der Subunternehmerin/des Subunternehmers enthalten. Die Lieferung nicht handelsüblicher Waren stellt eine Subunternehmerleistung dar).
  • Adresse jener Stelle, die zum Empfang der Post berechtigt ist.
  • Nachweis, dass ein allenfalls gefordertes Vadium (Sicherstellung) erlegt wurde.
  • Preise mit allen geforderten Aufgliederungen.
  • Sonstige für die Beurteilung des Angebotes geforderte oder von der Bieterin/dem Bieter für notwendig erachtete Erläuterungen oder Erklärungen.
  • Aufzählung der im Angebot beigeschlossenen Unterlagen bzw. jener, die gesondert eingereicht werden.
  • Allfällige Alternativangebote
  • Datum und rechtsgültige Unterfertigung (bei elektronisch übermittelten Angeboten eine qualifizierte elektronische Signatur im Sinne des Signaturgesetzes) der Bieterin/des Bieters. Hinweis: Ab 1. Oktober 2018 müssen Angebote im Oberschwellenbereich verpflichtend elektronisch erfolgen.

TIPP Informationen zur qualifizierten elektronischen Signatur sowie zu anderen Arten der elektronischen Signatur finden sich auf den Seiten der Plattform Digitales Österreich (PDÖ).

Angebotsabgabe

Die Form der Abgabe eines Angebots im Vergabeverfahren ist von den angewandten Vergabeverfahren abhängig.

Verfahrensablauf - Öffentliche Auftraggeber

Offenes Verfahren:
  • Einreichung der Angebote durch Unternehmen innerhalb der Angebotsfrist
Nicht offenes Verfahren ohne Bekanntmachung und Verhandlungsverfahren ohne Bekanntmachung:
  • Einholung von Angeboten durch Auftraggeberinnen/Auftraggeber von den in Aussicht genommenen Unternehmen
Nicht offenes Verfahren mit Bekanntmachung und Verhandlungsverfahren mit Bekanntmachung:
  • Gleichzeitige schriftliche Aufforderung der ausgewählten Bewerberinnen/der ausgewählten Bewerber zur Angebotsabgabe durch die Auftraggeberin/den Auftraggeber
Wettbewerblicher Dialog:
  • Aufforderung durch die Auftraggeberin/der Auftraggeber der verbliebenen Teilnehmerinnen/der verbliebenen Teilnehmer, auf der Grundlage der vorgelegten und in der Dialogphase näher ausgeführten Lösung ein Angebot zu legen
Dynamisches Beschaffungssystem:
  • Gesonderte Aufforderung zur Angebotsabgabe für die Vergabe jedes Einzelauftrages
Verfahrensablauf - Sektorenauftraggeber
Offenes Verfahren
  • Einreichung der Angebote durch Unternehmen innerhalb der Angebotsfrist
Nicht offenes Verfahren ohne Aufruf zum Wettbewerb und Verhandlungsverfahren ohne Aufruf zum Wettbewerb:
  • Einholung von Angeboten durch Auftraggeberinnen/Auftraggeber von den in Aussicht genommenen Unternehmen
Nicht offenes Verfahren nach Aufruf zum Wettbewerb und im Verhandlungsverfahren nach Aufruf zum Wettbewerb:
  • Gleichzeitige schriftliche Aufforderung der ausgewählten Bewerberinnen/der ausgewählten Bewerber zur Angebotsabgabe durch die Sektorenauftraggeberin/den Sektorenauftraggeber
Wettbewerbe:
  • Gelegenheit zur Beteiligung am Wettbewerb für Bewerberinnen/Bewerbern, die auf Grund der Bekanntmachung rechtzeitig Teilnahmeanträge gestellt haben und die als befugt, leistungsfähig und zuverlässig anzusehen sind
Dynamisches Beschaffungssystem:
  • Gesonderte Aufforderung zur Angebotsabgabe für die Vergabe jedes Einzelauftrages

Antrag auf Teilnahme

Die Form der Anträge auf Teilnahme im Vergabeverfahren ist unterschiedlich und von den angewandten Vergabeverfahren abhängig.

Verfahrensablauf - Öffentliche Auftraggeber


Nicht offenes Verfahren mit Bekanntmachung und Verhandlungsverfahren mit Bekanntmachung:
  • Anträge auf Teilnahme können brieflich oder elektronisch gestellt werden. Interessenbekundungen auf Teilnahme können auch telefonisch oder mittels Telefax übermittelt werden.
  • Benötigt das Unternehmen zum Nachweis der eigenen Leistungsfähigkeit oder Befugnis Subunternehmen, muss das Unternehmen die in Frage kommenden Subunternehmen bereits mit dem Teilnahmeantrag bekannt geben.

Wettbewerblicher Dialog:

  • Anträge auf Teilnahme können brieflich oder elektronisch gestellt werden. Interessenbekundungen auf Teilnahme können auch telefonisch oder mittels Telefax übermittelt werden.
Verfahrensablauf - Sektorenauftraggeber
Nicht offener Wettbewerb
  • Von der Ausloberin/dem Auslober ausgewählte Wettbewerbsteilnehmerinnen/Wettbewerbsteilnehmer werden, nachdem eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmen und Personen öffentlich zur Abgabe von Teilnahmeanträgen aufgefordert wurde, zur Vorlage von Wettbewerbsarbeiten aufgefordert

HINWEIS Dieser nicht offene Wettbewerb ist in § 42 des Bundesvergabegesetzes auch für "klassische Auftraggeber" geregelt

Nicht offenes Verfahren nach Aufruf zum Wettbewerb und Verhandlungsverfahren nach Aufruf zum Wettbewerb:
  • Anträge auf Teilnahme können brieflich oder elektronisch gestellt werden. Interessenbekundungen auf Teilnahme können auch telefonisch oder mittels Telefax übermittelt werden.
Dynamisches Beschaffungssystem:
  • Während der gesamten Laufzeit kann jedes Unternehmen auf elektronischem Weg eine unverbindliche Erklärung zur Leistungserbringung abgeben und beantragen, als Teilnehmerin/Teilnehmer am dynamischen Beschaffungssystem zugelassen zu werden.

HINWEIS Dieselbe Regelung besteht für den "klassischen" Bereich.

Liste geeigneter Unternehmer®

Im öffentlichen Vergabewesen unterstützen diverse Serviceeinrichtungen wie der Auftragnehmerkataster Österreich (ANKÖ) sowie auftrag.at die Unternehmen dabei, leichter, komfortabler und mit geringerem Zeitaufwand relevante Ausschreibungen zu finden Abs  sich als geeignete Unternehmerin/als geeigneter Unternehmer zu präsentieren.


Die Liste geeigneter Unternehmer des Auftragnehmerkatasters Österreich ist ein einschlägiges, allgemein zugängliches Verzeichnis von Unternehmen und deren Eignungsnachweisen gemäß den Bestimmungen des Bundesvergabegesetzes. In diese Liste kann sich das Unternehmen eintragen lassen, um dadurch den Nachweis der beruflichen Befugnis, der beruflichen Zuverlässigkeit sowie der finanziellen, wirtschaftlichen und der technischen Leistungsfähigkeit zu erbringen.

Unternehmen sparen durch die Eintragung Zeit und Kosten, da die in der Liste evident gehaltenen Daten nicht in jedem Vergabeverfahren neuerlich belegt werden müssen, sondern den berechtigten Usern (Auftraggeberinnen/Auftraggebern) online zur Verfügung stehen.

Diese Form des Eignungsnachweises setzt allerdings voraus, dass die von der Auftraggeberin/dem Auftraggeber festgelegten Unterlagen in der von der Auftraggeberin/dem Auftraggeber gewünschten Aktualität vorliegen und von der Auftraggeberin/dem Auftraggeber selbst unmittelbar abrufbar sind.

Rechtsgrundlagen

Stand: 01.01.2019

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz

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