Verfahrensarten

Die Vergabe von öffentlichen Aufträgen ist im Rahmen der im Bundesvergabegesetz  (BVergG) festgehaltenen Verfahren möglich – folgende Verfahrensarten sind vorgesehen:

  • Offenes Verfahren
  • Nicht offenes Verfahren mit/ohne Bekanntmachung
  • Verhandlungsverfahren mit/ohne Bekanntmachung

Unter besonderen Bedingungen zur Durchführung gibt es auch Verfahren in Form

  • einer Rahmenvereinbarung (eine Vereinbarung ohne Abnahmeverpflichtung),
  • eines dynamischen Beschaffungssystems,
  • eines wettbewerblichen Dialogs,
  • einer Direktvergabe,
  • einer Direktvergabe mit vorheriger Bekanntmachung
  • einer Innovationspartnerschaft oder
  • einer elektronischen Auktion (in Kombination mit anderen Verfahren).

Welches Vergabeverfahren anzuwenden ist, hängt u.a. davon ab, unter welche Wertgrenze das Gesamtvolumen des zu vergebenden Auftrages fällt und/oder wie die Beschreibung des Auftragsgegenstandes erfolgt (bei einer Vergabe in Losen bestehen Sonderregelungen). Wird eine bestimmte Wertgrenze überschritten (Oberschwellenbereich), sind die Vorschriften der europäischen Vergaberichtlinien einzuhalten d.h. unter anderem, dass der Auftrag europaweit ausgeschrieben werden muss. Dies bedeutet nicht, dass neben dem BVergG auch die Regelungen der Vergaberichtlinien "extra" zu beachten sind. Weil das BVergG die Regelungen der Vergaberichtlinien in das österreichische Recht "umsetzt", befolgt eine Auftraggeberin/ein Auftraggeber, die/der die Regelungen des BVergG im Oberschwellenbereich einhält zugleich die Regelungen des BVergG und der Vergaberichtlinien.

Ein Großteil der Aufträge wird im Unterschwellenbereich vergeben – bei diesen Auftragsvolumina reicht im Allgemeinen eine nationale Ausschreibung.

Frei wählbar, d.h. immer zulässig, sind das offene und das nicht offene Verfahren mit Bekanntmachung. Die Zulässigkeit der anderen Verfahrensarten hängt von bestimmten, näher geregelten Voraussetzungen ab.

  • Bei einem offenen Verfahren wird eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmen öffentlich zur Abgabe von Angeboten aufgefordert.
  • Nicht offene Verfahren mit Bekanntmachung bzw. Verhandlungsverfahren mit Bekanntmachung sind zweistufige Vergabeverfahren, d.h. Interessenten und Interessentinnen werden vor der eigentlichen Ausschreibung zur Abgabe von Anträgen zur Teilnahme am Vergabeverfahren aufgefordert (Bieterauswahl). Nach der Bieterauswahl erfolgen die eigentliche Ausschreibung des Auftrages und die Legung von Angeboten.

Rechtsgrundlagen

Stand: 01.01.2019

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz

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