Strahlenschutz

Aktuelle Informationen über Strahlenschutz, Bewilligungspflicht für Umgang mit Strahlenquellen, Strahlenschutzregister, Meldepflichten etc.

Information für Einsteiger

Werden in einem Unternehmen Tätigkeiten ausgeführt, bei denen Strahlenquellen (d.s. einerseits Geräte, die ionisierende Strahlung erzeugen, wie z.B. Röntgenanlagen, und andererseits radioaktive Stoffe, die ionisierende Strahlung aussenden) eine erhöhte Strahlenbelastung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern bewirken können, so ist die Gesundheit dieser Personen bestmöglich zu schützen. Zu diesem Zweck existieren rechtliche Vorgaben, deren Einhaltung primär in der Verantwortung der betreffenden Unternehmen liegt. Grundprinzipien dieser Regelungen sind, dass die Anwendung ionisierender Strahlung in jedem Fall gerechtfertigt sein muss (d.h. der Nutzen muss Nachteile und Risiken überwiegen) und die Strahlenbelastung für Mensch und Umwelt so niedrig wie vernünftig möglich zu halten ist.

Das Strahlenschutzrecht unterscheidet zwischen dem Einsatz künstlicher Strahlenquellen (als "Umgang mit Strahlenquellen" bezeichnet) und Tätigkeiten, bei denen natürliche Strahlenquellen in Arbeitsprozessen zu erhöhter Strahlenbelastung führen können ("Arbeiten mit Strahlenquellen").

"Umgang" mit Strahlenquellen

Der Begriff des "Umganges" ist im Strahlenschutzrecht sehr weit gefasst; nicht nur der tatsächliche Einsatz von Strahlenquellen, sondern auch der bloße Besitz oder die Lagerung einer Strahlenquelle fallen unter diesen Begriff.

In den meisten Fällen bedarf der Umgang mit Strahlenquellen einer behördlichen Bewilligung; nur Tätigkeiten, aus denen de facto keine Gesundheitsgefährdung resultiert, sind von der Bewilligungspflicht ausgenommen (§§ 6 und 7 Allgemeine Strahlenschutzverordnung).

Abhängig von Art und Gefährdungspotential des beabsichtigten Umganges mit Strahlenquellen sieht das Strahlenschutzrecht unterschiedliche Bewilligungsverfahren vor ("Bewilligungspflichtiger Umgang mit Strahlenquellen"). Darüber hinaus besteht für Geräte (Typen), die in größerer Stückzahl eingesetzt werden, die Möglichkeit von gerätebezogenen Zulassungen ("Bauartzulassungen").

Im Bewilligungsbescheid legt die Behörde konkrete Auflagen und Bedingungen fest, die das Unternehmen – zusätzlich zu den Vorgaben des Strahlenschutzrechts – zu erfüllen hat. Eine wichtige Maßnahme zum Gesundheitsschutz ist die Einstufung jener Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die erhöhten Strahlenbelastungen ausgesetzt sein könnten, als beruflich strahlenexponierte Personen durch die Behörde. Hier wird zwischen der Kategorie A (höheres Gefährdungspotential) und der Kategorie B (niedrigeres Gefährdungspotential) unterschieden. Diese Einstufung hat zur Folge, dass das Unternehmen für diese Personen spezielle Schutz- und Überwachungsmaßnahmen veranlassen muss: z.B. das Tragen eines Personendosimeters, periodische Unterweisungen, schriftliche Arbeitsanweisungen, bei Einstufung in Kategorie A zusätzlich eine jährliche ärztliche Untersuchung.  

Gewisse Tätigkeiten im Rahmen des bewilligten Umganges bedürfen einer gesonderten Zustimmung durch die Strahlenschutzbehörde. Dazu zählen unter anderem

Damit die Strahlenschutzbehörde die ordnungsgemäße Erfüllung der Vorgaben kontrollieren kann, hat die Bewilligungsinhaberin/der Bewilligungsinhaber eine Reihe von Meldepflichten an die Behörden bzw. die Zentralen Strahlenschutzregister zu erfüllen. Darüber hinaus werden seitens der Behörde periodische Vorort-Überprüfungen gemäß § 17 Strahlenschutzgesetz vorgenommen.

HINWEIS Die wesentlichen rechtlichen Vorgaben für den Umgang mit Strahlenquellen sind im Strahlenschutzgesetz und in der Allgemeinen Strahlenschutzverordnung festgelegt. Für medizinische Anwendungen sind zudem die Bestimmungen der Medizinischen Strahlenschutzverordnung einzuhalten.

"Arbeiten" mit Strahlenquellen

Als "Arbeiten mit Strahlenquellen" bezeichnet man Tätigkeiten, bei denen es zu einer erhöhten Strahlenbelastung von Arbeitskräften durch natürliche radioaktive Stoffe kommt (bzw. kommen kann). 

In den strahlenschutzrechtlichen Geltungsbereich fallen

  • Unternehmen, die in einem der in § 2 Natürliche Strahlenquellen-Verordnung aufgelisteten Arbeitsbereiche tätig sind, sowie
  • Luftfahrtunternehmen im Hinblick auf das Crew-Personal in Flugzeugen, das während der Flüge erhöhter kosmischer Strahlung ausgesetzt ist.

Anders als beim Umgang mit Strahlenquellen bedürfen diese Tätigkeiten keiner expliziten strahlenschutzrechtlichen Bewilligung; vom Unternehmen ist aber eine behördlich autorisierte Institution heranzuziehen, die die Strahlenbelastung der im Unternehmen tätigen Personen abschätzt und im Fall, dass Arbeitskräfte als beruflich strahlenexponierte Personen einzustufen sind, konkrete Strahlenschutzmaßnahmen vorgibt. Durch Umsetzung dieser Maßnahmen – zusätzlich zur Einhaltung der strahlenschutzrechtlichen Vorgaben – hat das Unternehmen für einen adäquaten Gesundheitsschutz seiner Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer zu sorgen. Die rechtlichen Vorgaben sind weitgehend analog zu den Bestimmungen für den Umgang mit Strahlenquellen (Strahlenschutz bei natürlichen Strahlenquellen).

HINWEIS Die wesentlichen rechtlichen Vorgaben für Arbeiten mit Strahlenquellen sind im Strahlenschutzgesetz und in der "Natürlichen Strahlenquellen-Verordnung" bzw. der "Strahlenschutzverordnung fliegendes Personal" festgelegt.

Rechtsgrundlagen

Stand: 08.01.2018

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus

Bewertung

War diese Information hilfreich? erforderliches Feld
Transparente Grafik zwecks Webanalyse