Strahlenschutzregister

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Inhaltliche Beschreibung

Die Zentralen Strahlenschutzregister gingen mit Inkrafttreten der Allgemeinen Strahlenschutzverordnung 2006 in Betrieb. Es wurde damit die Möglichkeit geschaffen, den strahlenschutzrechtlichen Meldeverpflichtungen online nachzukommen. Auf die Strahlenschutzregister haben sowohl die Meldeverpflichteten als auch Behörden im Rahmen ihrer örtlichen Zuständigkeit Zugriff. Die Anwendung ist gemäß Datenschutzgesetz bei der Österreichischen Datenschutzkommission registriert. Datenbankbetreiber ist das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus.

Der Zugang zu den Zentralen Strahlenschutzregistern erfolgt unter www.strahlenregister.gv.at (Zentrales Dosisregister) und www.edm.gv.at (Strahlenquellenregister). Nach Registrierung der/des Meldeverantwortlichen wird die Zugangsberechtigung geprüft und der Zugang freigeschaltet.

Das Zentrale Strahlenquellenregister

Meldepflichtig sind Inhaberinnen/Inhaber einer strahlenschutzrechtlichen Bewilligung. Zu melden sind vorhandene radioaktive Stoffe, einschließlich herrenlose (also aufgefundene) Strahlenquellen und radioaktiv kontaminiertes Material sowie das Inverkehrbringen bauartzugelassener Geräte.

Das Zentrale Strahlenquellenregister teilt sich in folgende Bereiche:

  • Strahlenquellen: Zu erfassen sind umschlossene radioaktive Stoffe. Wird eine radioaktive Strahlenquelle aus dem Ausland eingeführt, so stehen die erforderlichen Formulare online unter dem gleichnamigen Menüpunkt zur Verfügung. Durch die elektronische Erfassung werden die Bestim­mungen des § 60 Allgemeine Strahlenschutzverordnung ("Meldepflichtige grenzüberschreitende Verbringung radioaktiver Stoffe") miterfüllt. Nähere Informationen zur Verbringung radioaktiver Stoffe finden sich auf USP.gv.at. Meldungen zu hoch radioaktiven Strahlenquellen haben unverzüglich zu erfolgen (§ 64 Allgemeine Strahlenschutzverordnung).
  • Bauartzugelassene Geräte mit umschlossenen radioaktiven Stoffen: Inhaberinnen/ Inhaber einer Bauartzulassung und Zwischenhändlerinnen/Zwischenhändler haben die Pflicht, für jedes in Verkehr gebrachte Gerät Angaben über die Bezieherin/den Bezieher, das Gerät und die gegebenenfalls enthaltene Strahlenquelle zu melden (§ 59 Abs 4 Allgemeine Strahlenschutzverordnung).
  • Aktivitätsbilanzmeldungen: Hier ist der Meldepflicht gemäß § 59 Abs 4 Allgemeine Strahlenschutzverordnung nachzukommen. Wird die Erstellung einer Aktivitätsbilanzmeldung angestoßen, so werden die im System erfassten Daten der Bewilligungsinhaberin/des Bewilligungsinhabers ausgewertet und in einer Tabelle den Meldungen ausländischer Verbringer (Quartalsmeldungen) gegenübergestellt.

Das Zentrale Dosisregister

Im Zentralen Dosisregister werden die Ergebnisse der physikalischen und ärztlichen Kontrolle beruflich strahlenexponierter Personen gespeichert. Daten aus der physikalischen Überwachung beim Umgang mit Strahlenquellen (wie Personendosimetrie) werden von den Auswertestellen in das Zentrale Dosisregister übertragen. Voraussetzung ist, dass der Inhaber der strahlenschutzrechtlichen Bewilligung die Angaben zum Unternehmen und zur beruflich strahlenexponierten Person vollständig an die Auswertestelle weitergegeben hat. Bei "Arbeiten" mit (natürlichen) Strahlenquellen ist das Verfahren zur Übermittlung der Daten an das Zentrale Dosisregister ähnlich (§ 19 Natürliche Strahlenquellen-Verordnung bzw. § 6 Strahlenschutzverordnung fliegendes Personal). Ermächtigte Ärzte, arbeitsmedizinische Dienste und Krankenanstalten, die Untersuchungen gemäß Allgemeine Strahlenschutzverordnung durchgeführt haben, übertragen die Ergebnisse in die Datenbank.

Inhaberinnen/Inhaber einer Bewilligung für externe Unternehmen (§ 10 Abs 10 Strahlenschutzgesetz) erhalten Zugang zum Zentralen Dosisregister, um Strahlenschutzpässe online zu beantragen und zu administrieren (z.B. Eintragung der Dosisbilanzierung).

Betroffene Unternehmen

Alle Inhaberinnen/Inhaber strahlenschutzrechtlicher Bewilligungen, die beruflich strahlenexponierte Personen beschäftigen, sind dem Zentralen Dosisregister gegenüber meldepflichtig. Dies gilt auch für Unternehmen, die aufgrund von Arbeiten mit natürlichen radioaktiven Stoffen in den Geltungsbereich der Natürlichen Strahlenquellen-Verordnung fallen und bei denen beruflich strahlenexponierte Personen der Kategorie A beschäftigt sind. Im Normalfall wird diese Meldepflicht allerdings über die Dosimeterauswertestellen erfüllt. Diese stellen den Bewilligungsinhaberinnen/Bewilligungsinhabern die Dosimeter für die verpflichtende "physikalische Überwachung" der beruflich strahlenexponierten Personen zur Verfügung und übertragen die für ihre Kunden ermittelten Dosiswerte direkt an das Zentrale Dosisregister. 

Beabsichtigt eine Bewilligungsinhaberin/ein Bewilligungsinhaber eine Arbeitnehmerin/einen Arbeitnehmer in fremden Strahlenbereichen einzusetzen, so ist für diesen ein Strahlenschutzpass zu beantragen.

Dem Zentralen Strahlenquellenregister gegenüber meldepflichtig ist jede Bewilligungsinhaberin/jeder Bewilligungsinhaber, der umschlossene radioaktive Stoffe besitzt. Meldepflichtig ist auch, wer beabsichtigt, offene oder umschlossene radioaktive Stoffe aus dem Ausland in das Inland oder vom Inland in das Ausland zu verbringen (siehe Verbringung radioaktiver Stoffe).

Schließlich sind auch Inhaberinnen/Inhaber von Bauartzulassungen verpflichtet, dem Zentralen Strahlenquellenregister jährlich eine Bilanz über die in Verkehr gebrachten Geräte zu übermitteln, sofern in den Geräten radioaktive Stoffe enthalten sind.

Voraussetzungen

Siehe inhaltliche Beschreibung.

Zuständige Stelle

Die entsprechenden Meldungen sind beim Zentralen Strahlenschutzregister, welches vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus geführt wird, unter www.strahlenregister.gv.at bzw.  www.edm.gv.at einzubringen.

Verfahrensablauf

Die Nutzung der Zentralen Strahlenschutzregister bedarf – außer der einmaligen Registrierung und Freischaltung durch die zuständige Stelle – keines behördlichen Verfahrens.

Kosten

Die Nutzung der Zentralen Strahlenschutzregister ist gebührenfrei. Für die Ausstellung eines Strahlenschutzpasses ist gemäß der Strahlenschutzpass-Gebührenverordnung eine Gebühr von 60 Euro zu entrichten.

Zusätzliche Informationen

Rechtsgrundlagen

Experteninformation

Es steht keine Experteninformation zur Verfügung.

Zum Formular

Zentrale Strahlenschutzregister des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus

Stand: 01.01.2019

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus

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