Gesellschaftsformen

Wollen mehrere Personen gemeinsam ein Unternehmen führen, gründen sie dazu meist eine Gesellschaft. Welche Gesellschaftsform im konkreten Fall am besten geeignet ist, hängt von vielen Faktoren ab, wie z.B. von der Größe und vom Kapitalbedarf des Unternehmens, von der beabsichtigten Form der Beteiligung der Gesellschafterinnen/Gesellschafter (aktive Mitarbeit oder bloße Kapitalaufbringung), von der gewünschten Haftungsart (beschränkt oder unbeschränkt) und von steuerrechtlichen Erwägungen.

In sozialversicherungsrechtlicher Hinsicht ist festzuhalten, dass Gesellschafterinnen/Gesellschafter der Pflichtversicherung nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG), dem Gewerblichen Sozialversicherungsgesetz (GSVG), dem Sozialversicherungsgesetz der freiberuflich selbstständig Erwerbstätigen (FSVG) oder dem Bauern-Sozialversicherungsgesetz (BSVG) unterliegen können.

Aus steuerlicher Sicht ist festzuhalten, dass die Einkommensteuer (ESt) alle natürlichen Personen betrifft, wohingegen die Körperschaftsteuer (KSt) die Ertragsteuer der juristischen Personen darstellt. Bei Personengesellschaften ist das Durchgriffsprinzip vorherrschend, d.h. es erfolgt eine direkte Gewinn- bzw. Verlustzurechnung bei der Gesellschafterin/beim Gesellschafter. Hingegen ist für Kapitalgesellschaften das Trennungsprinzip maßgebend, wonach die Gewinn- bzw. Verlustzurechnung bei der Gesellschaft selbst erfolgt. Der Gesellschafterin/dem Gesellschafter werden lediglich ausgeschüttete Gewinne zugerechnet. Im Gegensatz zur Einkommensteuer ist die Körperschaftsteuer nicht als progressiv gestaffelter Tarif ausgestaltet, sondern als linearer Tarif von 25 Prozent. Sie wird jedoch vom Einkommen berechnet, das nach den einkommensteuerrechtlichen Bestimmungen ermittelt wird, wobei bei Kapitalgesellschaften alle Einkünfte den Einkünften aus Gewerbebetrieb zugerechnet werden. Für unbeschränkt steuerpflichtige Kapitalgesellschaften gibt es eine Mindeststeuer in der Höhe von fünf Prozent eines Viertels der gesetzlichen Mindesthöhe des Grund- oder Stammkapitals für jedes volle Kalendervierteljahr, wobei für neu gegründete GmbH in den ersten 10 Jahren ab der Gründung eine reduzierte Mindeststeuer zu entrichten ist.

HINWEIS Mit dem Abgabenänderungsgesetz 2015 wurde ausdrücklich festgelegt, dass Einkünfte aus einer Tätigkeit als organschaftlicher Vertreter einer Körperschaft (z.B. Geschäftsführer einer GmbH) sowie aus einer höchstpersönlichen Tätigkeit der leistungserbringenden natürlichen Person zuzurechnen sind, wenn die Leistung von einer Körperschaft abgerechnet wird, die unter dem Einfluss dieser Person steht und über keinen eigenständigen, sich von dieser Tätigkeit abhebenden Betrieb verfügt. Höchstpersönliche Tätigkeiten sind nur solche als Künstler, Schriftsteller, Wissenschaftler, Sportler und Vortragender.

Rechtsgrundlagen

Stand: 14.01.2016

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Finanzen
  • Bundesministerium für Justiz
Transparente Grafik zwecks Webanalyse