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Empfehlungen für Telearbeitsplätze

Informtionen zu Telearbeit in einem echten Dienstverhältnis, Versicherung, technische Voraussetzungen, empfohlene technische Maßnahmen, Arbeitszeit u.a.

Allgemeines

Telearbeit ist die regelmäßige Verrichtung von Arbeit außerhalb der betrieblichen Räumlichkeiten der Arbeitsgeberin/des Arbeitsgebers unter Verwendung von Informationstechnologien (z.B. Internet, Telefon). Die Arbeitnehmer/der Arbeitnehmer hat keinen gesetzlichen Anspruch auf mobiles Arbeiten. Telearbeit kann auf Grundlage eines echten Dienstvertrages, eines freien Dienstvertrages oder eines Werkvertrages vereinbart werden. Die folgenden Informationen beziehen sich ausschließlich auf Telearbeit in einem echten Dienstverhältnis. Soll die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer an einem Telearbeitsplatz beschäftigt werden, ist seine Zustimmung erforderlich. Telearbeit kann bei Beginn des Beschäftigungsverhältnisses oder danach vereinbart werden. Neben den Inhaltserfordernissen eines Dienstzettels sollte die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber der Arbeitnehmerin/dem Arbeitnehmer folgende Informationen schriftlich zur Verfügung stellen:

  • Form der Arbeitszeitaufzeichnungen und der Berichtspflichten,
  • die zu verrichtende Arbeit,
  • die organisatorische Eingliederung ins Unternehmen und
  • die zuständigen Vorgesetzten.

Versicherung

Ein Arbeitsunfall ist nach seiner Legaldefinition gemäß § 175 Abs (1) ASVG - Allgemeines Sozialversicherungsgesetz ein Unfall, der sich im örtlichen, zeitlichen und ursächlichen Zusammenhang mit der (die Versicherung begründenden) Beschäftigung ereignet. Es wird empfohlen, die relevanten Versicherungsaspekte mit der Dienstgeberin/dem Dienstgeber in einer spezifischen privaten Unfallversicherung abzuklären.

Technische Voraussetzungen

Um Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern mobiles Arbeiten zu ermöglichen sind technische Voraussetzungen sicherzustellen. Neben der entsprechenden Grundausstattung ist auch ein entsprechender sicherer Zugang zum Unternehmensnetzwerk zu ermöglichen. Darüber hinaus empfiehlt das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) weitere Maßnahmen, um den Schutz der Daten zu erhöhen. Es wird empfohlen alle Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter entsprechend zu schulen und im Umgang mit mobilem Arbeiten zu sensibilisieren.

  • Technische Voraussetzungen:
    • Verfügbarkeit von mobilen Geräten (Laptop, Tablets, Smartphones) und den zur Aufrechterhaltung des Arbeitsbetriebes notwendigen Peripheriegeräten für Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter sicherstellen
    • Breitband Internetzugang am angedachten Arbeitsort der Mitarbeiterin/des Mitarbeiters berücksichtigen bzw. sicherstellen, alternativ wäre ein 4G-Smartphone als Hotspot für den Internetzugang (bei entsprechender Signalstärke vor Ort) möglich
    • Sicherer und ausreichend dimensionierter Zugang zum Unternehmensnetzwerk mit betrieblichen Geräten über einen Tunnel (Virtual Private Network (VPN)) ermöglichen
    • Bereitstellung von ausreichenden Lizenzen (z.B. für VPN-Zugang, Remote-Desktop-Services, Office, Fachanwendungen etc.) gewährleisten
    • Der Telearbeitnehmerin/dem Telearbeitnehmer sind die durch die Telearbeit entstehenden Kosten (z.B. Telefon- und Internetkosten) zu ersetzen. Die Telearbeitnehmerin/der Telearbeitnehmer hat die ihm zur Verfügung gestellten Arbeitsmittel sorgfältig zu behandeln und darf kein illegales Material über das Internet sammeln oder verteilen.
  • Empfohlene technische Maßnahmen:
    • Implementierung eines entsprechenden Geräteschutzes auf den betrieblichen Geräten (z.B. Festplattenverschlüsselung, Arbeiten mit eingeschränkten Benutzerrechten, Anti-Virus, Bildschirmsperren etc.), Richtlinien für die Verwendung von privaten Geräten
    • Ausreichend dimensionierter Internetanschluss am Unternehmensstandort bereitstellen, insbesondere ist für Szenarien im Bereich "mobiles Arbeiten" auf die Upstream-Kapazität zu achten
    • Ergänzend zum Zugriff mit betrieblichen mobilen Geräten ist eine sichere Zugriffsmöglichkeit für private Geräte anzudenken (z.B. Remote-Desktop-Services, virtueller Arbeitsplatz) bzw. sollte der VPN-Zugang beim Einsatz von privaten Geräten eingeschränkt werden
    • Trennung von privaten Daten und Unternehmensdaten sicherstellen (z.B. durch entsprechende Richtlinien)
    • Eine 2-Faktor-Authentifizierung (Smartcard, Smartphone-App, SMS, USB-Token) ist einer Authentifizierung mit Username und Passwort vorzuziehen
    • Verwendung von Single Sign On ermöglichen (zur Reduktion des Problems von vergessenen Passwörtern in den unterschiedlichen Services)
    • Geeignete Collaboration- und Kommunikations-Lösungen (z.B. IP-Sprachtelefonie, Video- und Audiokonferenzen, virtuelle Office-Arbeitsräume) bereitstellen bzw. verwenden, ggf. kann die Nutzung von Enterprise-Cloud-Services in diesem Bereich unterstützen
    • Zugang zu relevanter Dokumentation (z.B. Handbücher für VPN-Zugang) und benötigter Software (z.B. Smartphone-App für Authentifizierung) bereitstellen
    • Administration der IT-Landschaft von außerhalb der Unternehmensstandorte auf sicherem Wege ermöglichen (z.B. Remote Zugang per 2-Faktor-Authentifizierung zu Serversystemen durch IT-Personal)

Arbeitszeit

Auf Telearbeitnehmerinnen/Telearbeitnehmer finden jene gesetzlichen und kollektivvertraglichen Bestimmungen Anwendung, die auch für Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer in der Arbeitsstätte der Arbeitgeberin/des Arbeitgebers in vergleichbaren Positionen gelten (z.B. Angestelltengesetz, Gleichbehandlungsgesetz, Urlaubsgesetz, Arbeitszeitgesetz). Die Arbeitszeiterfassung muss von der Telearbeiterin/vom Telearbeiter im Rahmen der geltenden Vorschriften (insbesondere des Arbeitszeit- und Arbeitsruhegesetzes) durchgeführt werden. Die Arbeitsbelastung und die Leistungsstandards der Telearbeitnehmerin/des Telearbeitnehmers müssen denen vergleichbarer Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer in Arbeitsstäten der Arbeitgeberin/des Arbeitgebers entsprechen. Insbesondere in der Kernarbeitszeit muss die Telearbeiterin/der Telearbeiter für die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber erreichbar sein.

Rechtsgrundlagen

Letzte Aktualisierung: 11.03.2020
Für den Inhalt verantwortlich: Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort
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