Mitarbeiter – Gestaltungsmöglichkeiten und Verpflichtungen für Unternehmen

ACHTUNG Dieses "Thema des Monats" Juli 2014 entspricht den Regelungen zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung und wird nicht laufend aktualisiert.

Allgemeines zu Mitarbeitern

Im Zusammenhang mit ihren Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern sind Unternehmerinnen/Unternehmer mit einer Vielzahl von Fragen und rechtlichen Vorschriften konfrontiert. Wie kann ein Arbeitsverhältnis gestaltet sein? Was ist bei Arbeitsverhältnissen mit Auslandsbezug zu beachten? Welche Vorschriften müssen im Hinblick auf die Arbeitszeit eingehalten werden? Wie ist bei Dienstverhinderungen von Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern vorzugehen? Im Folgenden wird ein Überblick über die wichtigsten Gestaltungsmöglichkeiten und Verpflichtungen von Unternehmerinnen/Unternehmern geboten.

Mitarbeiter einstellen

Noch vor Arbeitsantritt muss die Mitarbeiterin/der Mitarbeiter elektronisch mittels ELDA beim zuständigen Krankenversicherungsträger (Gebietskrankenkassen) angemeldet werden. Anschließend muss sie/er unverzüglich eine Abschrift der vollständigen Anmeldung erhalten.

Der Arbeitsvertrag (auch Dienstvertrag) ist prinzipiell formfrei. Er kann schriftlich, mündlich oder auch durch "schlüssige Handlung" (Erbringung von Arbeitsleistungen) abgeschlossen werden. In bestimmten Fällen muss die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber der Arbeitnehmerin/dem Arbeitnehmer einen so genannten "Dienstzettel" aushändigen.

Nähere Informationen zum Thema "Mitarbeiter einstellen" finden sich auf USP.gv.at.

Arten von Beschäftigung

Es gibt eine Vielzahl an Beschäftigungsformen, die unterschiedliche Rechte und Pflichten der Vertragspartnerinnen/der Vertragspartner begründen. So gelten z.B. für Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer, freie Dienstnehmerinnen/freie Dienstnehmer oder geringfügig Beschäftigte verschiedene Regeln in Bezug auf die Sozialversicherung, die Steuerpflicht etc.

Ausführliche Informationen zum Thema "Arten von Beschäftigung" finden sich auf USP.gv.at.

Arbeitszeit

Arbeitgeberinnen/Arbeitgeber sind verpflichtet, die Arbeitszeitbestimmungen zum Schutz der Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer, z.B. die zulässige Höchstarbeitszeit, einzuhalten. Für jede Arbeitnehmerin/jeden Arbeitnehmer müssen Beginn und Ende der Arbeitszeit aufgezeichnet werden. Aus diesen Aufzeichnungen müssen neben der Tagesarbeitszeit auch die Wochenarbeitszeit sowie die tägliche und wöchentliche Ruhezeit hervorgehen. Die Überprüfung der Einhaltung der Vorschriften erfolgt grundsätzlich durch das Arbeitsinspektorat.

Ausführliche Informationen zum Thema "Arbeitszeit" finden sich auf USP.gv.at.

Entgelt

Das "Entgelt" umfasst alle Geld- und Sachleistungen der Arbeitgeberin/des Arbeitgebers an die Arbeitnehmerin/den Arbeitnehmer für ihre/seine Arbeitskraft. Kilometergeld, Diäten und sonstige Aufwandsentschädigungen zählen nicht zum Entgelt.

In den meisten Branchen ist im Kollektivvertrag ein Mindestentgelt vorgesehen. Es ist möglich, ein höheres Entgelt zu vereinbaren.

Detaillierte Informationen zum Thema "Entgelt" finden sich auf USP.gv.at.

Urlaub

Der Zeitpunkt des Urlaubsantritts wird zwischen Arbeitgeberin/Arbeitgeber und Arbeitnehmerin/Arbeitnehmer vereinbart. Dabei müssen die betrieblichen Erfordernisse ebenso berücksichtigt werden, wie die Erholungsmöglichkeit der Arbeitnehmerin/des Arbeitnehmers.

Die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer hat auch während dem Urlaub Anspruch auf Fortzahlung des Entgelts (Urlaubsentgelt). Die Dauer des Urlaubsanspruchs hängt unter anderem davon ab, wie lange eine Arbeitnehmerin/ein Arbeitnehmer schon in dem Unternehmen arbeitet. Für Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer besteht auch die Möglichkeit, unbezahlten Urlaub zu vereinbaren.

Bei Krankheit oder Unfall während des Urlaubs werden die Krankenstandstage unter bestimmten Voraussetzungen nicht auf den Urlaubsverbrauch angerechnet.
Nähere Informationen zum Thema "Urlaub" finden sich auf USP.gv.at.

Krankheit und Dienstverhinderung des Arbeitnehmers

Neben Erkrankungen gibt es eine Reihe von Gründen, aus denen eine Arbeitnehmerin/ein Arbeitnehmer "dienstverhindert" sein kann: Etwa wegen einer Pflegefreistellung, einer Hochzeit, des Todesfalls einer nahen Angehörigen/eines nahen Angehörigen, wegen einer Vorladung zu Behörden, wegen eines Umzuges, etc. In der Regel hat die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer für einen gewissen Zeitraum Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Unternehmerinnen/Unternehmer müssen sich daher damit auseinandersetzen, wie sich die Entgeltfortzahlung im Falle einer Dienstverhinderung gestaltet.

Genaue Informationen zum Thema "Krankheit Arbeitnehmer" und "Dienstverhinderung" finden sich auf USP.gv.at.

Ausländische Beschäftigte

Bürgerinnen/Bürger aus den EU-Mitgliedstaaten (Ausnahme: Kroatien) und den EWR-Staaten Island, Norwegen und Liechtenstein haben freien Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt und benötigen daher keine arbeitsmarktbehördliche Berechtigung zur Arbeitsaufnahme in Österreich.

Für die Bürgerinnen/Bürger Kroatiens gelten bis längstens 2020 Übergangsregelungen. Sie benötigen für die Aufnahme einer Beschäftigung in Österreich eine arbeitsmarktbehördliche Berechtigung zur Arbeitsaufnahme durch das AMS, z.B. eine "Rot-Weiß-Rot – Karte" oder eine Saisonarbeitnehmer-Beschäftigungsbewilligung. Ein Aufenthaltstitel ist für den Aufenthalt kroatischer Staatsbürgerinnen/kroatischer Staatsbürger in Österreich nicht mehr erforderlich. Sie müssen jedoch eine Anmeldebescheinigung bei der jeweils zuständigen österreichischen Aufenthaltsbehörde beantragen.

Bürgerinnen/Bürger aus Nicht-EU-/EWR-Staaten (Drittstaatsangehörige) benötigen eine kombinierte Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung, z.B. eine "Rot-Weiß-Rot – Karte plus" oder einen Aufenthaltstitel "Daueraufenthalt – EU". Für die Einreise nach Österreich kann – je nach Herkunftsstaat – zusätzlich ein Visum erforderlich sein.

Detaillierte Informationen zum Thema "Ausländische Beschäftigte" bzw. zu den Themen "Bürger aus EU-/EWR-Staaten" bzw. "Bürger aus Nicht-EU-/EWR-Staaten (Drittstaatsangehörige)" im Speziellen finden sich auf USP.gv.at.

Entsendung bzw. Überlassung von Arbeitnehmern ins Ausland

Sollen Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer im Ausland tätig werden, muss grundsätzlich zwischen deren Entsendung (vorübergehender Einsatz im Ausland zur Erbringung von Arbeitsleistungen) und Überlassung (Zurverfügungstellen von Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern durch ein Unternehmen an ein anderes Unternehmen zur Arbeitsleistung) unterschieden werden.

Unternehmerinnen/Unternehmer aus EU-/EWR-Staaten sowie aus der Schweiz dürfen vorübergehende grenzüberschreitende Dienstleistungen mithilfe eigenen Personals in jedem anderen EU-/EWR-Staat ausführen, sofern es keine besonderen Regelungen gibt und die Unternehmerin/der Unternehmer im Staat des Unternehmenssitzes zur Ausübung dieses Gewerbes befugt ist. Für Dienstleistungen, die grenzüberschreitend außerhalb der EU (Nicht-EU-Ausland) erbracht werden sollen, gelten von Land zu Land unterschiedliche Regelungen.

Ausführliche Informationen zum Thema "Arbeiten im Ausland" finden sich auf USP.gv.at.

HINWEIS Eine Übersicht über bisherige "Themen des Monats" findet sich auf USP.gv.at.

Stand: 01.07.2014

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