Neu: Allergiker-Informationspflichten in der Gastronomie

ACHTUNG Dieses "Thema des Monats" November 2014 entspricht den Regelungen zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung und wird nicht laufend aktualisiert.

Allgemeines

Ab 13. Dezember 2014 muss bei der Weitergabe von unverpackten Lebensmitteln an Verbraucherinnen/Verbraucher darüber informiert werden, ob in den Speisen Stoffe enthalten sind, die Allergien auslösen können. Diese Verpflichtung trifft all jene Unternehmerinnen/Unternehmer, die Lebensmittel an Endverbraucherinnen/Endverbraucher abgeben bzw. Gemeinschaftsverpflegung anbieten. Das bedeutet, dass beispielsweise Restaurants, Bäckereien, Hotels und Imbisse betroffen sind.

Die Verpflichtung gilt nicht für Privatpersonen, die Lebensmittel zum Verkauf anbieten, z.B. im Rahmen von wohltätigen Veranstaltungen.

Mögliche Arten der Informationserteilung

Die Information, welche bzw. ob allergieauslösende Stoffe in den angebotenen Lebensmitteln enthalten sind, kann

  • schriftlich (z.B. in der Speisekarte) erteilt werden, aber auch
  • mündlich auf Nachfrage.

Mündliche Erteilung der Information auf Nachfrage

Wird die Information mündlich auf Nachfrage des Gastes bzw. der Kundin/des Kunden erteilt, sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

  • Die Erteilung der Information muss durch geschultes Personal erfolgen.
  • Die Schulung des Personals muss durch fachlich qualifizierte Expertinnen/fachlich qualifizierte Experten erfolgen.
  • Die Schulung muss mindestens alle drei Jahre wiederholt werden. Der Nachweis über die erfolgte Schulung muss dokumentiert werden. Am 13. Dezember 2015 (ein Jahr nach Inkrafttreten dieser Neuerung) muss der Nachweis der ersten Schulung erbracht sein.
  • Um die Verpflichtung zu erfüllen, muss an einer gut sichtbaren Stelle ein Hinweis angebracht sein, dass die Informationen über allergieauslösende Stoffe auf Nachfrage mündlich erhältlich sind.

Schriftliche Erteilung der Information

Werden die Informationen schriftlich, z.B. in der Speisekarte, erteilt, muss sichergestellt werden, dass sie verfügbar und leicht zugänglich sind.

Dokumentation

Die Informationen über enthaltene Zutaten, die Allergien auslösen können, müssen auf einer schriftlich geführten Dokumentation beruhen. Das bedeutet, dass die mündliche Auskunft von Lieferantinnen/Lieferanten über die Inhaltsstoffe nicht ausreichend ist. Zuliefernde Unternehmen müssen die Inhaltsstoffe ihrer Waren schriftlich angeben.

Liste der anzugebenden Zutaten

Die 14 Stoffe, auf die künftig hingewiesen werden muss, sind:

  • Glutenhaltiges Getreide (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut oder Hybridstämme davon)
  • Krebstiere
  • Eier
  • Fische
  • Erdnüsse
  • Sojabohnen
  • Milch
  • Schalenfrüchte (Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Cashewnüsse, Pekannüsse, Paranüsse, Pistazien, Macadamianüsse)
  • Sellerie
  • Senf
  • Sesam
  • Schwefeldioxid und Sulfite in Konzentration von mehr als 10 mg/kg oder 10 mg/l als insgesamt vorhandenes Schwefeldioxid
  • Lupinen
  • Weichtiere

Sanktionen bei Verstößen

Erfüllt eine Lebensmittelunternehmerin/ein Lebensmittelunternehmer die Verpflichtung nicht, stellt das einen Verstoß gegen das Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz dar und wird mit Verwaltungsstrafen geahndet.

Weitere Informationen zu den EU-Vorschriften zur Lebensmittelkennzeichnung finden sich auf USP.gv.at.

HINWEIS Eine Übersicht über bisherige "Themen des Monats" findet sich auf USP.gv.at.

Stand: 01.11.2014

Abgenommen durch:
  • USP-Redaktion
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