Gleichbehandlung in der Arbeitswelt

ACHTUNG Dieses "Thema des Monats" Juni 2015 entspricht den Regelungen zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung und wird nicht laufend aktualisiert.

Allgemeines

In der Arbeitswelt gibt es mittlerweile einige Vorschriften, die Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung von Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern sicherstellen sollen. Dieses Thema des Monats soll einen Überblick über die die wichtigsten Verpflichtungen der Arbeitgeberin/des Arbeitgebers geben.

Arbeitgeberinnen/Arbeitgeber müssen bei

  • der Begründung von Arbeitsverhältnissen,
  • der Festsetzung des Entgelts,
  • der Gewährung freiwilliger Sozialleistungen, die kein Entgelt darstellen,
  • Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen und Umschulungen,
  • beruflichem Aufstieg, insbesondere bei Beförderungen,
  • den sonstigen Arbeitsbedingungen und
  • der Beendigung des Arbeitsverhältnisses (auch während der Probezeit oder bei der Nichtverlängerung eines befristeten Arbeitsverhältnisses)

das Gleichbehandlungsgebot beachten. Dieses besagt, dass niemand aufgrund

  • des Geschlechts,
  • der ethnischen Zugehörigkeit,
  • der Religion oder der Weltanschauung,
  • des Alters oder
  • der sexuellen Orientierung

unmittelbar oder mittelbar diskriminiert werden darf.

Auch sexuelle Belästigung, geschlechtsbezogene Belästigung oder eine Belästigung wegen der oben aufgezählten Merkmale zählt als Diskriminierung.

Weitere allgemeine Informationen zum Thema "Gleichbehandlung" finden sich ebenfalls auf USP.gv.at.

Schadenersatz bei Verletzung des Gleichbehandlungsgebotes

Bei Verletzungen des Gleichbehandlungsgebotes kann die benachteiligte Arbeitnehmerin/der benachteiligte Arbeitnehmer folgende Schadenersatz- bzw. Erfüllungsansprüche geltend machen:

  • Den Ersatz des Vermögenschadens (positiver Schaden und entgangener Gewinn) oder
  • die Herstellung des diskriminierungsfreien Zustandes (z.B. Beförderung) und
  • in beiden Fällen zusätzlich den Ersatz des immateriellen Schadens für die erlittene persönliche Beeinträchtigung.

Geschlechtsneutrale und diskriminierungsfreie Stellenausschreibungen

Arbeitgeberinnen/Arbeitgeber, private Arbeitsvermittlerinnen/private Arbeitsvermittler und das Arbeitsmarktservice müssen ihre Stellenausschreibungen geschlechtsneutral und diskriminierungsfrei formulieren. Für die ausgeschriebene Stelle ist grundsätzlich das geltende Mindestentgelt anzugeben. Gibt es kein kollektivvertragliches Mindestentgelt, muss eine Verhandlungsbasis für das Entgelt angegeben werden. Auf Bereitschaft zur Überzahlung ist gegebenenfalls hinzuweisen.

Ein Verstoß gegen das Gebot der geschlechtsneutralen und diskriminierungsfreien Stellenausschreibungen kann eine Verwaltungsstrafen zur Folge haben.

Nähere Informationen zu den Diskriminierungstatbeständen finden sich ebenfalls auf USP.gv.at.

Einkommensbericht

Um die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern zu bekämpfen, gibt es für Unternehmen einer bestimmten Größe die Verpflichtung, alle zwei Jahre eine unternehmensbezogene Einkommensanalyse zu erstellen.

Ab einer Zahl von 150 Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern muss ein Einkommensbericht gelegt werden. Dieser enthält eine anonymisierte Darstellung der Entgelte von Frauen und Männern.

Weitere Informationen zum Einkommensbericht finden sich ebenfalls auf USP.gv.at.

Auflagepflicht des Gleichbehandlungsgesetzes

Die aktuelle Fassung des Gleichbehandlungsgesetzes muss von der Arbeitgeberin/vom Arbeitgeber im Betrieb an einer Stelle aufgelegt werden, die für alle Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter leicht zugänglich ist oder über einen PC zur Verfügung gestellt werden.

Informationen zur Auflagepflicht finden sich ebenfalls auf USP.gv.at.

HINWEIS Eine Übersicht über bisherige "Themen des Monats" findet sich ebenfalls auf USP.gv.at.

Stand: 01.06.2015

Abgenommen durch:
  • USP-Redaktion
Transparente Grafik zwecks Webanalyse