Einkommensteuerrechtliche Änderungen für Unternehmer ab 1. Jänner 2016

ACHTUNG Dieses "Thema des Monats" Dezember 2015 entspricht den Regelungen zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung und wird nicht laufend aktualisiert.

Neue Tarifstufen und Steuersätze

Die Einkommensteuer wird nach dem Einkommensteuertarif berechnet. Für ein Einkommen bis 11.000 Euro pro Jahr sind keine Steuern zu bezahlen.

Für Einkommen ab 11.000 Euro pro Jahr gibt es bis zur Veranlagung für das Jahr 2015 drei verschiedene Tarifstufen:

EinkommenEinkommensteuer
Über 11.000 Euro bis 25.000 Euro pro Jahr36,5 Prozent
Über 25.000 Euro bis 60.000 Euro pro Jahr43,21 Prozent
Über 60.000 Euro pro Jahr50 Prozent

Ab der Veranlagung für das Jahr 2016 gibt es für Einkommen ab 11.000 Euro sechs verschiedene Tarifstufen:

EinkommenEinkommensteuer
Über 11.000 Euro bis 18.000 Euro pro Jahr25 Prozent
Über 18.000 Euro bis 31.000 Euro pro Jahr35 Prozent
Über 31.000 Euro bis 60.000 Euro pro Jahr42 Prozent
Über 60.000 Euro bis 90.000 Euro pro Jahr48 Prozent
Über 90.000 Euro bis 1 Million Euro pro Jahr50 Prozent
Über 1 Million Euro pro Jahr55 Prozent (befristet für die
Jahre 2016 bis 2020)

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Abschaffung der Topf-Sonderausgaben

Bei den Sonderausgaben handelt es sich insbesondere um (nicht bereits als Betriebsausgaben oder als Werbungskosten abziehbare) Ausgaben für

  • Personenversicherungen (z.B. freiwillige Krankenversicherungen, Pensionskassenbeiträge)
  • Wohnraumschaffung (z.B. Genossenschaftsbeiträge, Kosten der Eigenheimerrichtung)
  • Wohnraumsanierung (z.B. Fensteraustausch)

Diese werden auch als "Topf-Sonderausgaben" bezeichnet und können insgesamt bis zu einem persönlichen Höchstbetrag von 2.920 Euro jährlich steuerlich geltend gemacht werden (der persönliche Höchstbetrag erhöht sich für Alleinverdienerinnen/Alleinverdiener und Alleinerzieherinnen/Alleinerzieher auf 5.840 Euro).

Für bestehende Verträge (z.B. Versicherungsverträge), die vor dem 1. Jänner 2016 abgeschlossen werden, gilt die bestehende Regelung noch 5 Jahre bis zur Veranlagung für das Kalenderjahr 2020. Für Neuverträge gibt es bereits ab der Veranlagung für das Kalenderjahr 2016 keine Absetzmöglichkeit mehr.

Dementsprechend können auch Ausgaben für Wohnraumschaffung und Wohnraumsanierung für die Veranlagungsjahre 2016 bis 2020 nur dann geltend gemacht werden, wenn mit der tatsächlichen Bauausführung (Spatenstich) oder Sanierung vor dem 1. Jänner 2016 begonnen worden ist.

Rückzahlungen und bezahlte Zinsen für Darlehen, die für die Schaffung von begünstigtem Wohnraum oder die Wohnraumsanierung aufgenommen werden, können noch bis zur Veranlagung für das Jahr 2020 geltend gemacht werden, wenn das Darlehen vor dem 1. Jänner 2016 aufgenommen worden ist (Vertragsabschluss).

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Änderung bei der Verlustverrechnung für Einnahmen-Ausgaben-Rechner

Nach der bisherigen Regelung können bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern Verluste berücksichtigt werden, wenn diese in den vorangegangenen drei Jahren entstanden sind.

Verluste von Einnahmen-Ausgaben-Rechnern können ab der Veranlagung für das Jahr 2016 – wie bei Bilanzierern – zeitlich unbegrenzt vorgetragen werden. Die Verluste müssen durch eine ordnungsmäßige Gewinnermittlung berechnet worden sein. Die Neuregelung gilt für Verluste, die ab dem Jahr 2013 entstanden sind.

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Erhöhung der Forschungsprämie und Entfall der Bildungsprämie

Für Aufwendungen für Forschung und experimentelle Entwicklung kann eine Forschungsprämie beansprucht werden. Prämienbegünstigt ist sowohl die eigenbetriebliche Forschung als auch eine in Auftrag gegebene Forschung.

Die Forschungsprämie wird auf von 10 Prozent auf 12 Prozent erhöht. Die Änderung gilt erstmals für Wirtschaftsjahre, die im Jahr 2016 beginnen.

Die Bildungsprämie und die Bildungsfreibeträge entfallen ab dem Jahr 2016, da sie keine ausreichende Anreizwirkung für betriebliche Bildungsmaßnahmen entfalten.

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Änderungen bei Grundstücksverkäufen

Der besondere Steuersatz für Einkünfte aus privaten Grundstücksveräußerungen (Immobilienertragsteuer) von 25 Prozent wird auf 30 Prozent angehoben. Diese Erhöhung betrifft auch Grundstücksveräußerungen im betrieblichen Bereich. Der Inflationsabschlag entfällt.

Bei außerbetrieblichen Einkünften und für Einnahmen-Ausgaben-Rechner gelten die Änderungen für Veräußerungen ab dem 1. Jänner 2016. Für Bilanzierer gilt folgendes:

  • Bei Regelwirtschaftsjahren werden die Änderungen für ab dem 1. Jänner 2016 realisierte Einkünfte wirksam.
  • Bei abweichenden Wirtschaftsjahren unterliegen Einkünfte aus der Veräußerung von Grundstücken vor dem 1. Jänner 2016 noch zur Gänze dem besonderen Steuersatz von 25 Prozent.

Der Ausgleich von Verlusten aus Grundstücksveräußerungen mit Überschüssen aus Vermietung und Verpachtung wird ab 1. Jänner 2016 erleichtert. Ein verbleibender negativer Überhang darf künftig zu 60 Prozent ausgeglichen werden.

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Anpassungen beim Pkw-Sachbezug

Die Höhe bestimmter Sachbezüge kann ab der Veranlagung für das Jahr 2016 per Verordnung festgesetzt werden und aus ökologischen Gründen können für die Überlassung von Fahrzeugen Ermäßigungen und Befreiungen von der Besteuerung von Sachbezügen vorgesehen werden. Dies stellt die Grundlage für eine Differenzierung nach der Schadstoffemission beim Wert-Ansatz für die Kfz-Nutzung dar.

Besteht für die Arbeitnehmerin/den Arbeitnehmer die Möglichkeit, ein firmeneigenes Kraftfahrzeug für Privatfahrten kostenlos zu benutzen, dann sind als monatlicher Sachbezug 2 Prozent der tatsächlichen Anschaffungskosten des Kfz, maximal 960 Euro anzusetzen.

Für Kraftfahrzeuge mit einem CO2-Emissionswert von nicht mehr als 130 Gramm pro Kilometer ist ein Sachbezug von 1,5 Prozent der tatsächlichen Anschaffungskosten des Kraftfahrzeuges, maximal 720 Euro monatlich, anzusetzen.

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Einschränkung der Barzahlungen in der Baubranche

Barzahlungen von Bauleistungen an Unternehmerinnen/Unternehmer zählen ab 1. Jänner 2016 zu den nichtabzugsfähigen Aufwendungen, wenn sie – bezogen auf die einzelne Leistung – 500 Euro übersteigen.

Arbeitgeberinnen/Arbeitgeber in der Baubranche sind ab 1. Jänner 2016 verpflichtet, die Arbeitslöhne unbar auszuzahlen. Ein Verstoß gegen das Barzahlungsverbot stellt den Tatbestand einer Finanzordnungswidrigkeit dar.

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HINWEIS Eine Übersicht über bisherige "Themen des Monats" findet sich ebenfalls auf USP.gv.at.

Stand: 01.12.2015

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