Keine Pickerl-Nachfrist mehr für Lkw etc.

ACHTUNG Dieses "Aktuelle Thema" entspricht den Regelungen zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung und wird nicht laufend aktualisiert.

Allgemeines

Seit 20. Mai 2018 gibt es für viele Kfz und Anhänger keine Nachfrist für die Wiederkehrende Begutachtung ("Pickerl-Überprüfung") mehr. Pkw sind von den Änderungen nicht betroffen. Die neue Regelung bezieht sich unter anderem auf alle Lkw über und auch unter 3,5 t höchstzulässiges Gesamtgewicht, alle Taxis, Rettungs- und Krankentransportfahrzeuge sowie alle Omnibusse.

Für die betroffenen Fahrzeuge ist ein Überziehen des Pickerltermins nicht mehr möglich (mit Übergangsbestimmungen). Für sie gilt allerdings eine längere Vorfrist:

Die Pickerl-Überprüfung kann

  • entweder im gelochten Kalendermonat
  • oder in den drei Kalendermonaten davor

durchgeführt werden.

Für Pkw gilt weiterhin die viermonatige Nachfrist: Die Pickerl-Überprüfung ist entweder im gelochten Kalendermonat, im Kalendermonat vor dem gelochten Monat oder in den vier Kalendermonaten nach dem gelochten Monat möglich.

Betroffene Fahrzeuge

Gemäß der neuen Regelung muss die Pickerl-Überprüfung bei folgenden Fahrzeugen spätestens im gelochten Kalendermonat durchgeführt werden:

  • Lkw über und auch unter 3,5 t höchstzulässiges Gesamtgewicht (Fahrzeugklassen N1, N2 und N3)
  • Omnibusse (Fahrzeugklassen M2 und M3)
  • Taxis, Rettungs- und Krankentransportfahrzeuge
  • Anhänger über 3,5 t höchstzulässiges Gesamtgewicht (Fahrzeugklassen O3 und O4)
  • Traktoren, selbstfahrende Arbeitsmaschinen und Transportkarren jeweils mit einer Bauartgeschwindigkeit von mehr als 40 km/h

Übergangsregelung

In bestimmten Fällen gilt eine vorübergehend verlängerte Nachfrist: Liegt bei einem der betroffenen Fahrzeuge das "Pickerlmonat" für das Jahr 2018 (d.h. das in der Begutachtungsplakette gelochte Monat) im Zeitraum Jänner bis Mai 2018, darf die Pickerl-Überprüfung auch noch in den vier Kalendermonaten nach dem gelochten Monat durchgeführt werden.

Beispiel: Ist in der Begutachtungsplakette eines Lkw das Monat Mai 2018 gelocht, muss die Pickerl-Überprüfung bis spätestens Ende September 2018 vorgenommen werden.

Weitere Neuerungen

Die 34. Novelle des Kraftfahrgesetzes (34. KFG-Novelle) sieht neben dem Entfall der Pickerl-Nachfrist bei den genannten Fahrzeugen folgende Änderungen vor, die ebenfalls seit 20. Mai 2018 gelten:

Für alle der "Pickerlpflicht" unterliegenden Fahrzeuge (d.h. auch für Pkw, Motorräder etc.) gilt, dass ein Fahrzeug bei Feststellung eines schweren Mangels nur noch maximal zwei Monate ab dieser Begutachtung verwendet werden darf. Das Datum der zweimonatigen Frist wird auf dem Pickerlgutachten angeführt. Besteht aufgrund eines Mangels Gefahr im Verzug, kann die Behörde die Zulassung des Fahrzeugs aussetzen.

Seit 20. Mai 2018 muss bei folgenden Fahrzeugen das Gutachten der letzten Pickerl-Überprüfung sowie, falls vorhanden, der letzte Bericht über eine technische Unterwegskontrolle verpflichtend im Fahrzeug mitgeführt werden:

  • Lkw über 3,5 t höchstzulässiges Gesamtgewicht (Fahrzeugklassen N2 und N3)
  • Omnibusse mit mehr als acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz (Fahrzeugklassen M2 und M3)
  • Anhänger über 3,5 t höchstzulässiges Gesamtgewicht (Fahrzeugklassen O3 und O4)
  • Hauptsächlich im gewerblichen Kraftverkehr auf öffentlichen Straßen genutzte Zugmaschinen der Fahrzeugklasse T5 auf Rädern mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 40 km/h

Ausführliche Informationen zum Thema "Begutachtung (Pickerl)" finden sich ebenfalls auf USP.gv.at.

Pickerl-Überprüfung: Wiederkehrende Begutachtung nach § 57a − Nachfrist wurde abgeschafft (WKO)

Rechtsgrundlagen

HINWEIS Eine Übersicht über bisherige "Themen des Monats" und "Aktuelle Themen" findet sich ebenfalls auf USP.gv.at.

Stand: 12.06.2018

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  • USP-Redaktion
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