Leistungs- und Strukturerhebung

Inhaltliche Beschreibung

Eine Auskunftspflicht zu Leistungs- und Strukturdaten besteht, wenn ein bestimmter Schwellenwert überschritten wird. Die Aufforderung zur Abgabe einer statistischen Meldung innerhalb des verordnungsgemäßen Termins erfolgt über die Statistik Austria bzw. das Unternehmensserviceportal.

Die Leistungs- und Strukturstatistik wird nach den Vorgaben der EU-Verordnung über die strukturelle Unternehmensstatistik in den Produktions- und Dienstleistungsbereichen seit dem Berichtsjahr 1997 jährlich erstellt. Zweck der Erstellung der Statistik ist es, die Struktur und die Entwicklung der Tätigkeiten der Unternehmen, die eingesetzten Produktionsfaktoren und die Elemente zur Messung von Leistung und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen sowie die Entwicklung von Unternehmen und Märkten auf regionaler, nationaler, gemeinschaftlicher und internationaler Ebene vergleichen und analysieren zu können. Unternehmerinnen/Unternehmer tragen mit den von ihnen erbrachten Meldungen wesentlich zur Erstellung der einzelnen Statistiken bei.

Betroffene Unternehmen

Der Erfassungsbereich für die Leistungs- und Strukturerhebung erstreckt sich auf alle Unternehmen, Arbeitsgemeinschaften und Betriebe gewerblicher Art von Körperschaften des öffentlichen Rechts, die schwerpunktmäßig eine bestimmte Wirtschaftstätigkeit ausüben oder eine mit dieser Tätigkeit verbundene Dienstleistung erbringen. Diese Tätigkeit muss den Abschnitten B bis N und der Abteilung 95 der ÖNACE 2008 zuzuordnen sein. Außerdem muss sie selbstständig, regelmäßig und in der Absicht der Erzielung eines Ertrages oder sonstigen wirtschaftlichen Vorteils ausgeübt werden.

Im Rahmen der primärstatistischen Erhebungen kommen bei den Unternehmen des Produzierenden und des Dienstleistungsbereichs folgende gesetzliche Schwellenwerte zur Anwendung:

Produzierender Bereich (Abschnitte B bis F der ÖNACE 2008)

Im Produzierenden Bereich orientiert sich der Schwellenwert grundsätzlich an den Beschäftigten: Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten sind meldepflichtig. Unterhalb dieser Beschäftigtenschwelle besteht eine Auskunftspflicht nur dann, wenn in einem Wirtschaftszweig die meldepflichtigen Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten weniger als 90 Prozent bzw. in der Abteilung 43 weniger als 60 Prozent des Gesamtumsatzes repräsentieren. In diesen Fällen sind auch alle Unternehmen dieses Wirtschaftszweiges auf Ebene der Abteilungen 05 bis 43 der ÖNACE 2008 auskunftspflichtig, deren Umsatz in einem gesetzlich definierten Zeitraum 1,5 Millionen Euro bzw. in der Abteilung 43 2,5 Millionen Euro überschreitet. Arbeitsgemeinschaften (ARGEN) sind ab einem Gesamtauftragswert von einer Million Euro, jedoch unabhängig von ihren Beschäftigtenzahlen und ihren Umsatzerlösen) meldepflichtig.

Dienstleistungsbereich (Abschnitte G bis N und Abteilung S95 der ÖNACE 2008)

Im Dienstleistungsbereich orientiert sich der Schwellenwert an den Umsatzerlösen sowie an den Beschäftigten.

Voraussetzungen

Siehe betroffene Unternehmen

Fristen

Die Aufforderung zur Erstattung der Meldung wird im August des dem Berichtsjahr folgenden Jahres versendet. Die Meldung an Statistik Austria muss grundsätzlich bis Ende September erfolgen. Ist das meldepflichtige Unternehmen aufgrund innerbetrieblicher Vorkommnisse nicht in der Lage, den Einsendetermin einzuhalten, sollte rechtzeitig mit den verantwortlichen Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern (siehe "zuständige Kontaktstellen") der Statistik Austria Kontakt aufgenommen werden. Statistik Austria kann – soweit es die gesetzlichen Pflichten erlauben – dem meldepflichtigen Unternehmen entgegenkommen.

Zuständige Stelle

Bundesanstalt Statistik Österreich (Statistik Austria)

Verfahrensablauf

Alle meldepflichtigen Unternehmen werden im August des dem Berichtsjahr folgenden Jahres von der Statistik Austria schriftlich aufgefordert, ihre statistische Meldung innerhalb eines gesetzlich festgelegten Termins zu erstatten. Um die Abgabe der statistischen Meldung bis zum verordnungsgemäßen Einsendetermin (30. September des der Berichtsperiode folgenden Jahres) so einfach wie möglich zu gestalten, steht der Webfragebogen eQuest-Web kostenlos zur Verfügung. Die Unternehmen erhalten von Statistik Austria alle erforderlichen Zugangscodes bzw. können diese auch anfordern. Wenn einem Unternehmen wider Erwarten die technischen Voraussetzungen für eine elektronische Meldung fehlen, wird dem betroffenen Unternehmen von Statistik Austria für die Meldung ein konventioneller Papierfragebogen übermittelt.

TIPP Wird der Meldepflicht nicht nachgekommen, erhält die Auskunftspflichtige/der Auskunftspflichtige nach einer ersten Mahnung einen RSb-Brief (Rückscheinbrief) mit der Aufforderung zur Meldung. Wird dieser Aufforderung weiterhin nicht Folge geleistet, ist Statistik Austria verpflichtet, diesen Tatbestand dem Magistrat oder der Bezirkshauptmannschaft weiterzuleiten. Diese Behörden können in weiterer Folge Strafen verhängen.

Erforderliche Unterlagen

Für die statistische Meldung stehen folgende Meldemedien kostenfrei zur Verfügung:

  • Webfragebogen eQuest-Web
  • PC-Programm eQuest-PC
  • Papierfragebogen (nur nach schriftlicher Erklärung der Auskunftspflichtigen/des Auskunftspflichtigen, dass die technischen Voraussetzungen bei der Auskunftspflichtigen/dem Auskunftspflichtigen für eine elektronische Meldung nicht vorhanden sind)

Die elektronische Meldung bietet zahlreiche Hilfestellungen für die Erstellung der Statistikmeldung, wie z.B. Volltextsuche, automatische Summenbildungen, programmgesteuerte Ausblendung von Fragen, die ein Unternehmen nicht betreffen.

Erläuterungen zu den Fragebögen, weitere Informationen zu den Erhebungen sowie Hinweise und Entscheidungskriterien, welche Form der elektronischen Meldung für das jeweilige Unternehmen besser geeignet ist, finden sich auf den Seiten der Statistik Austria.

Falls die Meldung für ein Unternehmen durch Wirtschaftsprüferinnen/Wirtschaftsprüfer, Steuerberaterinnen/Steuerberater oder die zur berufsmäßigen Parteienvertretung (bPV) befugte Person erfolgen, so können die erforderlichen Zugangsdaten auf den Seiten der Statistik Austria angefordert werden.

TIPP Bei Problemen mit dem Webformular und dem Programm hilft der Statistik Austria-Helpdesk weiter. Alle vorgenommenen Meldungen sollten zumindest ein Jahr aufgehoben werden, um diese bei etwaigen Rückfragen durch Statistik Austria vorweisen zu können.

Kosten

Es fallen keine Gebühren oder Abgaben an.

Zusätzliche Informationen

Bei allfälligen Fragen zur statistischen Meldung helfen die zuständigen Kontaktstellen der Statistik Austria weiter.

Rechtsgrundlagen

Zum Formular

Stand: 01.01.2018

Abgenommen durch:
  • Statistik Austria

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