Intrastat – Meldung

Inhaltliche Beschreibung

Eine Meldepflicht zu Intrastat besteht für jede natürliche oder juristische Person, wenn ein bestimmter Schwellenwert betreffend alle physischen innergemeinschaftlichen Warenlieferungen (Versendungen und/oder Eingänge von Gemeinschaftswaren in oder aus EU-Ländern) überschritten wird.

HINWEIS Gemeinschaftswaren sind Waren, die in der EU hergestellt und vertrieben werden oder Waren aus einem Nicht-EU-Land, die bereits in einem anderen EU-Land verzollt wurden.

Empfängerinnen/Empfänger von Waren bzw. Versenderinnen/Versender von Waren müssen in Österreich selbst dafür Sorge tragen, dass Meldungen über die Einfuhr bzw. Ausfuhr von Waren an die Statistik Austria durchgeführt werden, wenn die gesetzlich festgelegten Schwellenwerte überschritten werden.

Die Intrastat-Meldung liefert einen wesentlichen Beitrag zur Erstellung der monatlichen Außenhandelsstatistik Österreichs. Die österreichische Außenhandelsstatistik erfasst Einfuhren und Ausfuhren beweglicher Güter und stellt damit eine wichtige wirtschaftliche Basisinformation über den grenzüberschreitenden Warenverkehr Österreichs mit dem Ausland dar. Sie ist ein Schlüsselindikator für die Beurteilung der Konjunkturlage und Wirtschaftsentwicklung in Österreich. Die Außenhandelsstatistik basiert auf den Daten der Erhebungssysteme Intrastat (grenzüberschreitende Warentransaktionen innerhalb der EU) und Extrastat (grenzüberschreitende Warentransaktionen mit Drittstaaten), die über Zollinformationen erstellt werden.

Die Verwirklichung des Binnenmarktes am 1. Jänner 1993 mit der Abschaffung der Zollkontrollen brachte die Einführung des Datenerhebungssystems Intrastat als Grundlage für die Statistik des innergemeinschaftlichen Warenverkehrs mit sich.

Betroffene Unternehmen

Meldepflicht besteht grundsätzlich für jede natürliche oder juristische Person, die innergemeinschaftliche Warenlieferungen (Versand und Eingänge) – auch unentgeltlich – tätigt. Diese Person muss generell über eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (UID) verfügen. Ebenso muss der innergemeinschaftliche Warenverkehr die jährliche Gesamtsumme von 550.000 Euro (ab Jänner 2013) erreichen oder übersteigen. Der Schwellenwert von 550.000 Euro gilt pro Verkehrsrichtung. Dies bedeutet, dass eine Intrastat-Meldung ab dem Monat der Überschreitung der Schwelle im Eingang oder in der Versendung für die jeweilige Verkehrsrichtung nötig wird.

Voraussetzungen

Siehe Betroffene Unternehmen

Fristen

Wurde der Schwellenwert überschritten, müssen ab dem Monat, in dem die Überschreitung erfolgte, statistische Meldungen bis zum 10. Arbeitstag des Folgemonats an die Statistik Austria laufend monatlich abgegeben werden.

HINWEIS Bei Überschreitungen des Schwellenwertes im laufenden Jahr müssen automatisch auch im folgenden Jahr Meldungen für jeden Monat abgegeben werden. Wird jedoch der Schwellenwert im folgenden Jahr nicht erreicht, endet die Meldepflicht automatisch im übernächsten Jahr.

Berichtszeitraum ist der Kalendermonat, in dem der innergemeinschaftliche Warenverkehr stattgefunden hat.

Zuständige Stelle

Bundesanstalt Statistik Österreich (Statistik Austria)

Verfahrensablauf

Sobald die gesetzlich vorgeschriebenen Schwellenwerte betreffend der Ein- und Ausfuhr von Waren innerhalb der Europäischen Union überschritten werden, muss die Meldepflichtige/der Meldepflichtige eigenständig innerhalb eines gesetzlich festgelegten Termins monatlich Statistik-Meldungen abgeben.

Diese Meldungen können zeitsparend auf elektronischem Weg über das Intrastat-Online-Portal oder mit dem ebenfalls kostenlosen Software Programm IDEP/KN8 erstellt werden. Beide Services bieten unterschiedliche Möglichkeiten, die im Kapitel "Erforderliche Unterlagen" nachgelesen werden können.

TIPP Die Meldungen können auch über sogenannte "berechtigte Drittmelder" erfolgen. Wenn Dritte (z.B. Spediteurinnen/Spediteure) mit der Erstellung der statistischen Meldung beauftragt werden, bleibt jedoch die Auskunftspflichtige/der Auskunftspflichtige für die Richtigkeit der Angaben verantwortlich.

ACHTUNG Wird der Meldepflicht nicht nachgekommen, erhält die Auskunftspflichtige/der Auskunftspflichtige nach einer ersten Mahnung von der Statistik Austria einen RSb-Brief mit der Aufforderung zur Meldung. Wird dieser Aufforderung weiterhin nicht Folge geleistet, ist die Statistik Austria verpflichtet, diesen Tatbestand dem Magistrat oder der Bezirkshauptmannschaft weiterzuleiten. Diese Behörden können in weiterer Folge Strafen verhängen.

Erforderliche Unterlagen

Die Statistik Austria stellt zwei kostenfreie elektronische Meldetools bereit, die Offline Software IDEP/KN8 und ein Online Web-Formular. Beide Services bieten unterschiedliche Möglichkeiten:

Abwicklungsmöglichkeiten für Webformular oder Programm IDEP/KN8

Webformular

Programm
IDEP/KN8

 

x

 

Interaktive Onlinemeldung

x

 

Interaktive Meldebestätigung Ihrer gemeldeten Daten

x

 

Vergleichsdaten des Melders zum gesamten Außenhandel Österreichs

x

x

Komplette KN8 Warennomenklatur mit Suchfunktion

 

x

Das Speichern von häufig verwendeten Meldezeilen als Modell

x

x

Datenimport von Intrastat-Daten z.B. aus Buchhaltungs- und Warenwirtschaftsprogrammen

Ein Update wird den Firmen, die Meldungen mit IDEP/KN8 erstellen, immer zu Jahresbeginn auf den Seiten der Statistik Austria unter "Download" zur Verfügung gestellt. Die Systemvoraussetzungen können auf der Website der Statistik Austria nachgelesen werden.

Wenn keine elektronische Erstellungs- bzw. Übermittlungsmöglichkeit in Anspruch genommen werden kann, stehen Papierformulare (Intrastat-Vordrucke N für Versendung und Eingang) zur Verfügung. Weiters können Meldungen auch über das Einheitspapier (SAD) der Zollbehörde (Exemplar 2 – Versendung bzw. Exemplar 7 – Eingang) sowie im e-zoll-System vorgenommen werden. Dies ist jedoch relativ aufwendig und kommt in der Praxis kaum mehr zur Anwendung.

Falls die Meldungen für ein Unternehmen durch Wirtschaftsprüferinnen/Wirtschaftsprüfer, Steuerberaterinnen/Steuerberater oder die zur berufsmäßigen Parteienvertretung (bPV) befugte Person erfolgen, können die erforderlichen Zugangsdaten auf der Statistik Austria-Website angefordert werden.

TIPP Ausfüllhilfen mit Beispielen finden sich in der Intrastat-Broschüre, welche die Statistik Austria zum Download anbietet. Bei Problemen mit dem Webformular und dem Programm IDEP/KN8 hilft der Statistik Austria-Helpdesk weiter. Alle vorgenommenen Meldungen sollten zumindest ein Jahr aufbewahrt werden, um diese bei etwaigen Rückfragen durch die Statistik Austria vorweisen zu können. Für eventuelle Steuerprüfungen empfiehlt sich jedoch eine längere Aufbewahrung.

Kosten

Es fallen keine Gebühren und Abgaben an.

Zusätzliche Informationen

Bei Fragen zur statistischen Meldung helfen die zuständigen Kontaktstellen der Statistik Austria weiter.

Rechtsgrundlagen

Zum Formular

Stand: 01.01.2014

Abgenommen durch:
  • Statistik Austria
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