Errichtung einer Vorsorgevollmacht

Ein Fall des Verlustes der Geschäftsfähigkeit oder Einsichts- und Urteilsfähigkeit liegt beispielsweise dann vor, wenn eine Unternehmerin/ein Unternehmer nach einem Autounfall schwer verletzt wird und nicht mehr selbst handeln kann (Eintritt des Vorsorgefalles).

Bestimmt sie/er (als Vollmachtgeberin/Vollmachtgeber) vor dem Unfall, dass im Falle einer derart schweren Beeinträchtigung ihres/seines Gesundheitszustandes ein bestimmter Kreis von Angelegenheiten von einer Vertrauensperson, der Vollmachtnehmerin/dem Vollmachtnehmer, durchgeführt werden sollen, so wird die Handlungsfähigkeit des Unternehmens dadurch sichergestellt.

Die Vorsorgevollmacht muss von der Vollmachtgeberin/vom Vollmachtgeber eigenhändig geschrieben und unterschrieben werden. Hat die Vollmachtgeberin/der Vollmachtgeber die Vollmacht zwar unterschrieben, aber nicht selbst verfasst, so muss sie/er in Gegenwart von drei unbefangenen Zeuginnen/Zeugen bekräftigen, dass der Inhalt der Vollmacht ihrem/seinem Willen entspricht. Dieser Wille der Unternehmerin/des Unternehmers (Vollmachtgeberin/Vollmachtgeber) ist von den Zeuginnen/Zeugen durch deren Unterschrift zu bezeugen.

Die Vorsorgevollmacht kann immer auch als Notariatsakt aufgenommen werden.

Errichtet die Unternehmerin/der Unternehmer eine Vorsorgevollmacht, so darf insoweit keine Erwachsenenvertreterin/kein Erwachsenenvertreter bestellt werden, außer, die Vollmachtnehmerin/der Vollmachtnehmer wird nicht oder nicht im Sinne der Vorsorgevollmacht tätig. Ferner, wenn durch die Tätigkeit das Wohl der Vollmachtgeberin/des Vollmachtgebers gefährdet wird.

Das Formular zur Vorsorgevollmacht findet sich hier zum Download.

Stand: 01.01.2019

Abgenommen durch:
  • Österreichische Notariatskammer

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