Beschäftigungsbewilligung – Saisoniers

Der Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz kann zur Abdeckung eines vorübergehenden zusätzlichen Arbeitskräftebedarfs durch Verordnung Kontingente für befristet beschäftigte Arbeitskräfte und Erntehelferinnen/Erntehelfer festlegen. Solche Verordnungen werden regelmäßig für die Bereiche Tourismus und Land- und Forstwirtschaft erlassen.

Saisonierregelung

  • Für registrierte befristet beschäftigte Ausländerinnen/Ausländer (Stammsaisoniers) werden vom Arbeitsmarktservice Beschäftigungsbewilligungen ohne Arbeitsmarktprüfung mit einer Geltungsdauer von durchgehend längstens sechs Monaten erteilt
  • Für nicht registrierte Saisonarbeitskräfte und Erntehelferinnen/Erntehelfer können Beschäftigungsbewilligungen weiterhin im Rahmen von Kontingentverordnungen des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK) mit Arbeitsmarktprüfung erteilt werden.

Beschäftigungsbewilligungen für "Stammsaisoniers"

Ausländerinnen/Ausländer, die in den fünf Kalenderjahren 2006 bis 2010 entweder im Tourismus (Winter- oder Sommertourismus) oder in der Land- und Forstwirtschaft jeweils mindestens vier Monate im Rahmen von Saisonkontingenten bewilligt beschäftigt waren, konnten sich bis 30. April 2012 bei jeder regionalen Geschäftsstelle für eine weitere Beschäftigung im jeweiligen Wirtschaftszweig registrieren lassen.

Für registrierte Stammsaisoniers dürfen Beschäftigungsbewilligungen außerhalb der Saisonkontingente ohne Arbeitsmarktprüfung (kein Ersatzkraftverfahren) mit einer Geltungsdauer von durchgehend längstens sechs Monaten erteilt werden. Mehrere Beschäftigungsbewilligungen pro Kalenderjahr und Branche sind zulässig. Die Gesamtdauer aller bewilligten Beschäftigungszeiten darf pro Kalenderjahr zehn Monate nicht überschreiten.

Beschäftigungsbewilligungen im Rahmen von Saisonkontingenten

Kontingentbewilligungen werden nur erteilt, wenn das Arbeitsmarktservice (AMS) nicht in der Lage ist, die offenen Stellen mit vorgemerkten inländischen oder am Arbeitsmarkt bereits integrierten Arbeitskräften zu besetzen.

Die Geltungsdauer von Kontingentbewilligungen darf in der Regel sechs Monate nicht überschreiten. Ein Saisonier darf innerhalb von 14 Monaten maximal zwölf Monate im Rahmen von Kontingenten beschäftigt werden.

Arbeitskräfte aus Kroatien, die bereits in den vergangenen drei Jahren mit Kontingentbewilligungen in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt waren, können Bewilligungen bis zu neun Monaten erhalten.

Kontingentbewilligungen für Erntehelferinnen/Erntehelfer dürfen nur für maximal sechs Wochen erteilt werden (dafür wird ein eigenes Kontingent festgelegt).

Kroatische Saisoniers (Übergangsregelungen), sowie Asylwerberinnen/Asylwerber werden im Rahmen von Kontingenten bevorzugt zugelassen.

ACHTUNG Die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber ist verpflichtet, den Beginn und das Ende des Beschäftigungsverhältnisses innerhalb von drei Tagen der zuständigen regionalen Geschäftsstelle des AMS zu melden.

Drittstaatsangehörige Saisoniers, die keiner Sichtvermerkspflicht unterliegen (die visumfrei einreisen dürfen), benötigen für den Aufenthalt lediglich eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, die von der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber mit Zustimmung der Ausländerin/des Ausländers bei der zuständigen Fremdenbehörde im Inland zu beantragen ist. Sie ist vier Wochen gültig.

Arbeitgeberinnen/Arbeitgeber, die solche Arbeitskräfte beschäftigen wollen, können entsprechende Anträge auf Saisonbewilligung ohne vorherige Sicherungsbescheinigung beantragen. Die Beschäftigungsbewilligung für Saisonarbeitskräfte darf jedoch erst nach Vorlage der Unbedenklichkeitsbescheinigung erteilt werden.

Drittstaatsangehörige Saisoniers, die der Sichtvermerkspflicht unterliegen (Liste der visumpflichtigen Länder), benötigen ein Aufenthaltsvisum (Visum D), das erst nach Ausstellung einer Sicherungsbescheinigung erteilt wird.

Wird bei visumpflichtigen Saisoniers vor Ablauf der Beschäftigungsbewilligung im Rahmen der zulässigen Gesamtdauer ein neuer Antrag gestellt, gelten die aufenthaltsrechtlichen Voraussetzungen als erfüllt. Die Ausländerin/der Ausländer hat mit Erteilung der neuen Bewilligung gleichzeitig auch wieder ein Aufenthaltsrecht nach den Bestimmungen des Fremdenpolizeigesetzes und muss daher kein neues Visum vorweisen.

Staatsangehörige Kroatiens haben Sichtvermerks- und Niederlassungsfreiheit. Sie benötigen daher weder ein Aufenthalts-Reise-Visum noch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung.

Zuständige Stelle

Die jeweils zuständige regionale Geschäftsstelle des Arbeitsmarktservice (AMS)

Arbeitgeberinnen/Arbeitgeber, die eine Ausländerin/einen Ausländer als Stammsaisonier oder im Rahmen einer Kontingentbewilligung beschäftigen, sind verpflichtet, dem AMS den Beginn und das Ende der Beschäftigung innerhalb von drei Tagen zu melden. Verwenden Sie dazu das Formular "Beschäftigungsmeldung".

Erforderliche Unterlagen

Für die Registrierung als Stammsaisonier:

Für die Ausländerin/den Ausländer:

Für die Beschäftigung als Stammsaisonier:

Für die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber:

  • Antrag auf Saisonbewilligung für eine registrierte Stammsaisonarbeitskraft
    Dieser ist von der Arbeitgeberin/vom Arbeitgeber entweder persönlich, per Fax oder Post bei der zuständigen Behörde zu stellen.

Für die Ausländerin/den Ausländer:

  • Reisepass

Für die Beschäftigung als Saisonier im Rahmen des Saisonkontingents:

Für die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber:

  • Antrag auf Saisonbewilligung
    Dieser ist von der Arbeitgeberin/vom Arbeitgeber entweder persönlich, per Fax oder Post bei der zuständigen Behörde zu stellen.

Für die Ausländerin/den Ausländer:

  • Reisepass
  • Bestätigung der Meldung
  • Nachweis der Aufenthaltsberechtigung
  • Drittstaatsangehörige, die keiner Sichtvermerkspflicht unterliegen: zusätzlich Unbedenklichkeitsbescheinigung
  • Zeugnisse über die berufliche Qualifikation, Ausbildung und Praxis (erforderlichenfalls in beglaubigter Übersetzung)
  • Nachweis einer früheren Beschäftigung in Österreich (z.B. Beschäftigungsbewilligung, Arbeitsbescheinigung)
  • Nachweis der Anmeldung zur Sozialversicherung von früheren Beschäftigungen

HINWEIS Auf Wunsch kann die Vorlage der Bestätigung der Meldung durch Abfrage der Behörde im Zentralen Melderegister (ZMR) ersetzt werden.

Für die Beschäftigungsmeldung:

Für die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber:

  • Beschäftigungsmeldung

Kosten

  • Antrag:
    • 14,30 Euro Bundesgebühr
    • Beilage: 3,90 Euro pro Bogen
  • Registrierung als Stammsaisonier: 2,10 Euro
  • Erteilung der Beschäftigungsbewilligung: 6,50 Euro Bundesverwaltungsabgabe

Stand: 01.01.2014

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
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