Bürger aus EU-/EWR-Staaten

Beschäftigung von Bürgern aus EU-/EWR-Mitgliedstaaten

Bürgerinnen/Bürger aus den EU-Mitgliedstaaten (Ausnahme: Kroatien) und den EWR-Staaten Island, Norwegen und Liechtenstein haben freien Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt und benötigen daher keine arbeitsmarktbehördliche Berechtigung zur Arbeitsaufnahme (sie genießen Arbeitnehmerfreizügigkeit).

Auch die sie begleitenden oder ihnen nachziehenden

  • Ehegatten oder eingetragenen Partner,
  • eigenen Verwandten und die Verwandten ihrer Ehegatten oder eingetragenen Partner in gerader absteigender Linie bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres (Kinder, Enkelkinder) und darüber hinaus, sofern ihnen von diesen Unterhalt tatsächlich gewährt wird, und
  • eigenen Verwandten und die Verwandten ihrer Ehegatten oder eingetragenen Partner in gerader aufsteigender Linie, sofern ihnen von diesen Unterhalt tatsächlich gewährt wird (Eltern, Großeltern)

haben – ungeachtet der Staatsangehörigkeit – freien Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt, den sie sich vom Arbeitsmarktservice (AMS) bestätigen lassen können. Verwenden Sie zur Antragstellung das Formular "Ausnahmebestätigung nach § 3 Abs. 8".

Auch Schweizerinnen/Schweizer sind EU-/ EWR-Bürgerinnen/-Bürgern aus den alten Mitgliedstaaten hinsichtlich des Zugangs zum österreichischen Arbeitsmarkt gleichgestellt.

ACHTUNG EU-/EWR-Bürgerinnen/-Bürger bzw. Schweizerinnen/Schweizer müssen innerhalb von drei Monaten nach ihrer Niederlassung in Österreich die Ausstellung einer "Anmeldebescheinigung" bei der jeweils zuständigen österreichischen Fremdenbehörde beantragen.

Ihre drittstaatsangehörigen Angehörigen benötigen eine Aufenthaltskarte.

Informationen zum gemeinschaftlichen Niederlassungsrecht finden sich auf der Website HELP.gv.at im Kapitel "Aufenthalt und Visum".

Beschäftigung von Bürgern aus dem EU-Mitgliedstaat Kroatien

Für die Bürgerinnen/Bürger Kroatien gelten Übergangsregelungen, d.h. Arbeitskräfte aus diesem Land unterliegen bis längstens 30. Juni 2020 hinsichtlich der Zulassung zum Arbeitsmarkt weiterhin den Einschränkungen des Ausländerbeschäftigungsgesetzes (AuslBG). Sie benötigen daher für die Aufnahme einer Beschäftigung eine arbeitsmarktbehördliche Berechtigung zur Arbeitsaufnahme durch das Arbeitsmarktservice (AMS).

ACHTUNG Bürgerinnen/Bürger Kroatiens genießen volle Visum- und Niederlassungsfreiheit in Österreich. Ein Aufenthaltstitel ist nicht mehr erforderlich. Sie müssen jedoch innerhalb von drei Monaten nach ihrer Niederlassung eine Anmeldebescheinigung bei der jeweils zuständigen österreichischen Aufenthaltsbehörde beantragen.

Informationen zum gemeinschaftlichen Niederlassungsrecht finden Sie auf der Website HELP.gv.at beim Thema "Aufenthalt und Visum".

Übergangsregelungen für Bürgerinnen/Bürger Kroatiens

Während der Geltungsdauer der Übergangsregelungen unterliegen kroatische Bürgerinnen/kroatische Bürger weiterhin dem Ausländerbeschäftigungsgesetz (AuslBG) und benötigen für eine Arbeitsaufnahme in Österreich eine arbeitsmarktbehördliche Bewilligung. Diese Übergangsfrist für die Arbeitnehmerfreizügigkeit beträgt nach dem "2+3+2-Jahre-Modell" maximal sieben Jahre, wobei drei Phasen zu unterscheiden sind:

  • Während der ersten Phase haben die Staatsangehörigen des neuen EU-Mitgliedstaates keine gemeinschaftsrechtliche Arbeitnehmerfreizügigkeit, d.h. es gelten die nationalen und bilateralen Regelungen des Arbeitsmarktzuganges weiter.
  • Vor Ablauf der ersten Phase (nach zwei Jahren) legt die EU-Kommission dem Europäischen Rat einen Bericht über die Funktionsweise der Übergangsregelungen vor. Die alten Mitgliedstaaten sind verpflichtet, die EU-Kommission darüber zu unterrichten, ob sie die vereinbarten Übergangsregelungen für weitere drei Jahre (zweite Phase) weiterführen wollen oder den neuen EU-Bürgerinnen/neuen EU-Bürgern Freizügigkeit nach Gemeinschaftsrecht gewähren.
  • Alte Mitgliedstaaten, die auch nach fünf Jahren ab dem Beitritt weiterhin ihre nationalen Zugangsregelungen zum Arbeitsmarkt aufrechterhalten wollen, müssen der EU-Kommission förmlich und begründet mitteilen, dass dies wegen der schwierigen nationalen Arbeitsmarktlage oder der drohenden Gefahr einer schwerwiegenden Störung des Arbeitsmarktes notwendig ist. Es besteht die Möglichkeit, für weitere zwei Jahre (dritte Phase) an den alten Regelungen festzuhalten.

Für den EU-Mitgliedstaat Kroatien läuft die Übergangsfrist seit 1. Juli 2013 (1.Phase).

Bei der Umsetzung des Übergangsarrangements ist Österreich verpflichtet, neue EU-Bürgerinnen/-Bürger im Rahmen der Vollziehung des Ausländerbeschäftigungsgesetzes (AuslBG) bei der Zulassung zum Arbeitsmarkt gegenüber Drittstaatsangehörigen zu bevorzugen (Gemeinschaftspräferenz).

TIPP Weitere Informationen zur Beschäftigung von Bürgerinnen/Bürger Kroatiens finden sich unter dem Stichwort "Ausländerbeschäftigung" auf den Seiten des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz. Auch das Arbeitsmarktservice (AMS) bietet auf seinen Seiten Informationen für ausländische Arbeitskräfte sowie für deren Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber.
Die zuständigen regionalen Geschäftsstellen des Arbeitsmarktservice (AMS) stehen ebenfalls für Auskünfte zur Verfügung.

Stand: 01.01.2014

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
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