Sonstige Pflichten des beschäftigenden Unternehmens

Inhaltliche Beschreibung

Meldepflicht

Die Unternehmerin/der Unternehmer muss die Entsendung aller Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern aus allen EU-/EWR-Staaten oder der Schweiz nach Österreich an die Zentrale Koordinationsstelle des Bundesministeriums für Finanzen melden. Dies muss vor Beginn der Arbeitstätigkeit erfolgen. Eine Unterlassung der Meldung ist mit einer Verwaltungsstrafe bedroht.

Die Meldung muss folgende Punkte beinhalten:

  • Name, Anschrift, Gewerbeberechtigung und Umsatzsteueridentifikationsnummer der Arbeitgeberin/des Arbeitgebers
  • Name der zur Vertretung nach außen Berufenen
  • Name und Anschrift der Ansprechperson
  • Name und Anschrift der inländischen Auftraggeberin (bzw. Generalunternehmerin)/des inländischen Auftraggebers (bzw. Generalunternehmers)
  • Namen, Anschriften, Geburtsdaten, Sozialversicherungsnummern, zuständige Sozialversicherungsträger und Staatsangehörigkeit dernach Österreich entsandten Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer
  • Zeitraum der Entsendung insgesamt, Beginn und voraussichtliche Dauer der Beschäftigung in Österreich
  • Dauer und Lage der vereinbarten Normalarbeitszeit
  • Die Höhe des Entgelts, das den einzelnen Arbeitnehmerinnen/den einzelnen Arbeitnehmern gebührt
  • Ort der Beschäftigung in Österreich (auch andere Einsatzorte in Österreich)
  • Person oder Zweigniederlassung (jeweils genaue Anschrift), bei die Meldeunterlagen und Lohnunterlagen bereitgehalten werden, wenn dies nicht der Ort der Beschäftigung ist
  • Art der Tätigkeit und Verwendung der Arbeitnehmerin/des Arbeitnehmers
  • Sofern für die Beschäftigung der entsandten Arbeitnehmerinnen/der entsandten Arbeitnehmer im Sitzstaat der Arbeitgeberin/des Arbeitgebers eine behördliche Genehmigung erforderlich ist, jeweils die ausstellende Behörde sowie die Geschäftszahl, das Ausstellungsdatum und die Geltungsdauer oder eine Abschrift der Genehmigung
  • Sofern die entsandten Arbeitnehmerinnen/die entsandten Arbeitnehmer im Sitzstaat der Arbeitgeberin/des Arbeitgebers eine Aufenthaltsgenehmigung benötigen, jeweils die ausstellende Behörde sowie die Geschäftszahl, das Ausstellungsdatum und die Geltungsdauer oder eine Abschrift der Genehmigung

Verpflichtung zur Bereithaltung von Unterlagen

Folgende Unterlagen müssen am Arbeitsort durch das entsendende Unternehmen (über die Ansprechperson oder eine andere vorher bekanntgegebene Person (Wirtschaftstreuhänder-, Rechtsanwalts- oder Notariatskanzlei oder Zweigniederlassung) bereitgehalten werden:

  • Abschrift der Meldung an die Zentrale Koordinationsstelle;
  • Unterlagen über die Anmeldung der Arbeitnehmerin/des Arbeitnehmers zur Sozialversicherung ("Arbeitnehmerentsendung - Bescheinigung über die anzuwendenden Rechtsvorschriften - E101" oder Dokument A1), wenn für die entsandte Arbeitnehmerin/den entsandten Arbeitnehmer in Österreich keine Sozialversicherungspflicht besteht;
  • Lohnunterlagen: Entsendeunternehmen müssen außerdem für die Bereithaltung von Unterlagen in deutscher Sprache am österreichischen Einsatzort sorgen, die eine Überprüfung des Entgelts ermöglichen.


ACHTUNG Ein Verstoß gegen diese Pflichten hat Strafsanktionen zur Folge. Nähere Informationen finden sich im Kapitel "Maßnahmen gegen Lohn- und Sozialdumping".

Zuständige Stelle

Die Zentrale Koordinationsstelle des Bundesministeriums für Finanzen für die Kontrolle illegaler Beschäftigung

Experteninformation

Es steht keine Experteninformation zur Verfügung.

Zum Formular

Stand: 01.01.2019

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz

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