Rot-Weiß-Rot – Karte

Seit 1. Juli 2011 besteht in Österreich mit der kriteriengeleiteten Zulassung von qualifizierten Arbeitskräften (Rot-Weiß-Rot – Karte, RWR-Karte) ein flexibles, neues Zuwanderungssystem. Ziel ist, qualifizierten Arbeitskräften aus Drittstaaten und ihren Familienangehörigen eine nach personenbezogenen und arbeitsmarktpolitischen Kriterien gesteuerte und auf Dauer ausgerichtete Zuwanderung nach Österreich zu ermöglichen.

Die wichtigsten Kriterien sind:

Qualifikation, Berufserfahrung, Alter, Sprachkenntnisse, ein adäquates Arbeitsplatzangebot und Mindestentlohnung.

Die RWR-Karte wird in zwei Varianten ausgestellt:

  • RWR-Karte: berechtigt zur Niederlassung und zur Beschäftigung bei einem bestimmten Arbeitgeber/bei einer bestimmten Arbeitgeberin.
  • RWR-Karte plus: berechtigt zur Niederlassung und zum unbeschränkten Arbeitsmarktzugang.

Folgende Personen können eine RWR-Karte erhalten:

  1. Besonders Hochqualifizierte
  2. Fachkräfte in Mangelberufen
  3. Sonstige Schlüsselkräfte
  4. Studienabsolventinnen/Studienabsolventen

Folgende Personen können eine RWR-Karte plus erhalten:

  1. Familienangehörige der Personengruppen 1 bis 4 und von Inhaberinnen/Inhabern einer Blauen Karte EU
  2. Familienangehörige von bereits dauerhaft niedergelassenen Ausländern/Ausländerinnen

Antragstellung und Prüfung

Besonders Hochqualifizierte, die noch keine Arbeitgeberin/keinen Arbeitgeber in Österreich haben, können bei der österreichischen Vertretungsbehörde (Botschaft, Konsulat) ihres Heimatstaates bzw. des Staates, in dem sie niedergelassen sind, ein Aufenthaltsvisum zur Arbeitsuche in Österreich beantragen. Das Aufenthaltsvisum wird erteilt, wenn das Arbeitsmarktservice Wien der Vertretungsbehörde bestätigt, dass die erforderlichen Punkte für die Zulassung erreicht sind (siehe dazu Kapitel "Besonders Hochqualifizierte" unten).

Besonders Hochqualifizierte, die ein Visum zur Arbeitsuche in Österreich erhalten haben, können bei der zuständigen Aufenthaltsbehörde im Inland eine RWR-Karte beantragen, wenn sie – innerhalb des Geltungszeitraumes des Visums – ein Beschäftigungsangebot einer Arbeitgeberin/eines Arbeitgebers mit Sitz in Österreich auf Basis eines Arbeitsvertrags vorweisen. Die beabsichtigte Beschäftigung muss der Qualifikation der Antragstellerin/des Antragstellers entsprechen und adäquat entlohnt werden. Das Arbeitsmarktservice prüft und bestätigt, ob diese Kriterien erfüllt sind.

Besonders hochqualifizierte Fachkräfte in Mangelberufen und sonstige Schlüsselkräfte können eine RWR-Karte bei der österreichischen Vertretungsbehörde (Botschaft, Konsulat) im Ausland beantragen. Gemeinsam mit dem Antrag muss auch die beabsichtigte Arbeitgeberin/der beabsichtigte Arbeitgeber eine Erklärung über die Einhaltung der Beschäftigungsbedingungen vorlegen.

Antragstellerinnen/Antragsteller, die visumfrei nach Österreich einreisen dürfen, und ausländische Studienabsolventinnen/ausländische Studienabsolventen mit einer gültigen Aufenthaltsbestätigung können den Antrag auch direkt bei der zuständigen Aufenthaltsbehörde im Inland (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat, in Wien Magistratsabteilung 35) einbringen. Diese leitet den Antrag an das Arbeitsmarktservice zur Prüfung und Bestätigung der Zulassungskriterien weiter.

Familienangehörige von besonders Hochqualifizierten, von Fachkräften und von Schlüsselkräften können bei der österreichischen Vertretungsbehörde im Ausland bzw. nach visumfreier Einreise bei der zuständigen Aufenthaltsbehörde im Inland (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat, in Wien Magistratsabteilung 35) eine RWR-Karte plus beantragen.

Potentielle Arbeitgeberinnen/potentielle Arbeitgeber von besonders Hochqualifizierten, Fachkräften in Mangelberufen oder sonstigen Schlüsselkräften können auch den Antrag auf eine Rot-Weiß-Rot-Karte für ihre zukünftigen Arbeitnehmerinnen/zukünftigen Arbeitnehmer bei der zuständigen Aufenthaltsbehörde im Inland (Landeshauptfrau/Landeshauptmann bzw. ermächtigte Bezirkshauptmannschaft oder Magistrat) einbringen.

Die RWR-Karten werden von den Aufenthaltsbehörden ausgestellt, wenn auch alle sonstigen allgemeinen Voraussetzungen nach dem Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz (NAG) erfüllt sind.

Die Antragsformulare stehen auf den Webseiten des Bundesministeriums für Inneres zur Verfügung.

Besonders Hochqualifizierte

Drittstaatsangehörige Personen mit besonders hohen Qualifikationen erhalten ein Aufenthaltsvisum für sechs Monate zur Arbeitssuche, wenn sie die erforderlichen Mindestpunkte nach folgendem Kriterienkatalog erreichen und noch über keine petentielle Arbeitgeberin/ keinen potentiellen Arbeitgeber verfügen:

Zulassungskriterien für besonders Hochqualifizierte

Punkte

Besondere Qualifikationen bzw. Fähigkeiten

maximal anrechenbare Punkte: 40

Abschluss eines Studiums an einer tertiären Bildungseinrichtung mit vierjähriger Mindestdauer

20

  • im Fachgebiet Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik (MINT-Fächer)

30

  • mit Habilitation oder gleichwertiger Qualifikation (z.B. Ph.D.)

40

Letztjähriges Bruttojahresgehalt in einer Führungsposition eines börsennotierten Unternehmens oder eines Unternehmens, für dessen Aktivitäten bzw. Geschäftsfeld eine positive Stellungnahme der zuständigen Außenhandelsstelle vorliegt:

50.000 bis 60.000 Euro

60.000 bis 70.000 Euro

über 70.000 Euro

 

 

 


20

25

30

Forschungs- oder Innovationstätigkeit

(Patentanmeldungen, Publikationen)

20

Auszeichnungen (anerkannte Preisträgerschaft)

20

Berufserfahrung (ausbildungsadäquat oder in Führungsposition)

maximal anrechenbare Punkte: 20

Berufserfahrung (pro Jahr)

sechsmonatige Berufserfahrung in Österreich

2

10

Sprachkenntnisse

maximal anrechenbare Punkte: 10

Deutsch- oder Englischkenntnisse

zur elementaren Sprachverwendung auf einfachstem Niveau

5

Deutsch- oder Englischkenntnisse

zur vertieften elementaren Sprachverwendung

10

Alter

maximal anrechenbare Punkte: 20

bis 35 Jahre

bis 40 Jahre

bis 45 Jahre

20

15

10

Studium in Österreich

maximal anrechenbare Punkte: 10

zweiter Studienabschnitt bzw. Hälfte der vorgeschriebenen ECTS-Anrechnungspunkte

5

gesamtes Diplom- oder

Bachelor- und Masterstudium

10

Summe der maximal anrechenbaren Punkte:

100

erforderliche Mindestpunkte:

70

Besonders Hochqualifizierte, die über ein Visum zur Arbeitsuche verfügen, erhalten ohne weitere Arbeitsmarktprüfung eine RWR-Karte für zwölf Monate, wenn sie innerhalb der Geltungsdauer dieses Visums eine Arbeitgeberin/einen Arbeitgeber namhaft machen, die/der ihnen eine ihrer Qualifikation entsprechende Beschäftigung auf Basis eines Arbeitsvertrags anbietet. Die RWR-Karte berechtigt zur Beschäftigung bei dieser Arbeitgeberin/diesem Arbeitgeber.

Besonders Hochqualifizierte mit einer RWR-Karte erhalten eine RWR-Karte plus mit unbeschränktem Arbeitsmarktzugang, wenn sie innerhalb der letzten zwölf Monate zumindest zehn Monate entsprechend ihrer Qualifikation beschäftigt waren. Die Prüfung obliegt dem Arbeitsmarktservice

Verfügen besonders Hochqualifizierte bereits über ein konkretes Arbeitsangebot, kann ohne Vorschaltung eines Arbeitsuche-Visums gleich eine Rot-Weiß-Rot-Karte beantragt werden.

Fachkräfte in Mangelberufen

Die Mangelberufe werden vom Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend jährlich in einer Verordnung kundgemacht (Fachkräfteverordnung).

Welche Berufe als Mangelberufe festgelegt werden, hängt von der Entwicklung des Arbeitsmarktes in Österreich ab.

Für das Jahr 2014 gelten folgende Berufe als Mangelberufe. Anträge auf eine Rot-Weiß-Rot-Karte können bis zum 5. November 2014 gestellt werden:

  1. Fräserinnen/Fräser
  2. Dachdeckerinnen/Dachdecker
  3. Technikerinnen/Techniker mit höherer Ausbildung (Ing.) für Maschinenbau
  4. Dreherinnen/Dreher
  5. Schweißerinnen/Schweißer, Schneidbrennerinnen/Schneidbrenner
  6.  Technikerinnen/Techniker mit höherer Ausbildung (Ing.) für Starkstromtechnik
  7.  Diplomingenieurinnen/Diplomingenieure für Starkstromtechnik
  8.  Technikerinnen/Techniker mit höherer Ausbildung (Ing.) für Datenverarbeitung
  9.  Betonbauerinnen/Betonbauer
  10. Bauspenglerinnen/Bauspengler
  11. Sonstige Spenglerinnen/sonstige Spengler
  12. Elektroinstallateurinnen/Elektroinstallateure, Elektromonteurinnen/Elektromonteure
  13. Diplomingenieurinnen/Diplomingenieure für Maschinenbau
  14. Sonstige Technikerinnen/sonstige Techniker für Starkstromtechnik
  15. Landmaschinenbauerinnen/Landmaschinenbauer
  16. Diplomierte Krankenschwestern und diplomierte Krankenpflegerinnen/diplomierte Krankenpfleger

HINWEIS Eine Rot-Weiß-Rot-Karte für diplomierte Krankenpflegerinnen/diplomierte Krankenpfleger und Krankenschwestern kann erst beantragt werden, wenn die Nostrifizierung in Österreich abgeschlossen ist. Die näheren Berufsbezeichnungen zu den aufgelisteten Mangelberufen finden Sie auf der Plattform migration.gv.at.

 Drittstaatsangehörige Fachkräfte erhalten dann ohne Arbeitsmarktprüfung eine RWR-Karte für zwölf Monate, wenn sie

  • eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem Mangelberuf laut Verordnung nachweisen können und
  • die erforderlichen Mindestpunkte nach folgendem Kriterienkatalog erreichen:

Zulassungskriterien für Fachkräfte

Punkte

Qualifikation

maximal anrechenbare Punkte: 30

abgeschlossene Berufsausbildung im Mangelberuf

20

allgemeinen Universitätsreife im Sinne des § 64 Abs 1 des Universitätsgesetzes 2002

25

Abschluss eines Studiums an einer tertiären Bildungseinrichtung mit dreijähriger Mindestdauer

30

ausbildungsadäquate Berufserfahrung

maximal anrechenbare Punkte: 10

Berufserfahrung (pro Jahr)

Berufserfahrung in Österreich (pro Jahr)

2

4

Sprachkenntnisse

maximal anrechenbare Punkte: 15

Deutschkenntnisse zur elementaren Sprachverwendung auf einfachstem Niveau oder

Englischkenntnisse zur selbständigen Sprachverwendung

10

Deutschkenntnisse zur vertieften elementaren Sprachverwendung oder

Englischkenntnisse zur vertieften selbständigen Sprachverwendung

15

Alter

maximal anrechenbare Punkte: 20

bis 30 Jahre

bis 40 Jahre

20

15

Summe der maximal anrechenbaren Punkte:

75

erforderliche Mindestpunkte:

50

Die RWR-Karte berechtigt zur Beschäftigung bei der im Antrag angegebenen Arbeitgeberin/dem im Antrag angegebenen Arbeitgeber. Die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber ist verpflichtet, der Fachkraft das nach Gesetz, Verordnung oder Kollektivvertrag zustehende Mindestentgelt – und im Falle einer betriebsüblichen Überzahlung auch diese – zu gewähren.

Fachkräfte mit einer RWR-Karte erhalten eine RWR-Karte plus mit unbeschränktem Arbeitsmarktzugang, wenn sie innerhalb der letzten zwölf Monate zumindest zehn Monate in einem Mangelberuf beschäftigt waren.

Sonstige Schlüsselkräfte

Drittstaatsangehörige, die auf Grund ihrer Qualifikationen eine Stelle als Schlüsselkraft in einem Unternehmen einnehmen sollen, können eine RWR-Karte für zwölf Monate erhalten, wenn sie

  • die erforderlichen Mindestpunkte nach unten stehendem Kriterienkatalog erreichen,
  • von der beabsichtigten Arbeitgeberin/dem beabsichtigten Arbeitgeber das gesetzlich festgelegte Mindestbruttoentgelt erhalten:
    • für unter 30-Jährige: 50 Prozent der ASVG-Höchstbeitragsgrundlage (2014: 2.265 Euro brutto/Monat), zuzüglich Sonderzahlungen
    • für über 30-Jährige: 60 Prozent der ASVG-Höchstbeitragsgrundlage (2014: 2.718 Euro brutto/Monat), zuzüglich Sonderzahlungen
  • und das Arbeitsmarktservice der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber keine gleich qualifizierten inländischen oder am Arbeitsmarkt bereits integrierten ausländischen Arbeitskräfte, die beim Arbeitsmarktservice vorgemerkt sind, vermitteln kann (Arbeitsmarktprüfung).

Es gelten im Wesentlichen die gleichen Kriterien wie bei den Fachkräften. Schlüsselkräfte, die über spezielle Kenntnisse oder Fertigkeiten verfügen, müssen keinen formellen Bildungsabschluss nachweisen. Profisportlerinnen/Profisportler und Profisporttrainerinnen/Profisporttrainer erhalten 20 Bonuspunkte.  

Zulassungskriterien für Schlüsselkräfte

Punkte

Qualifikation

maximal anrechenbare Punkte: 30

abgeschlossene Berufsausbildung oder spezielle Kenntnisse oder Fertigkeiten in beabsichtigter Beschäftigung

20

allgemeinen Universitätsreife im Sinne des § 64 Abs 1 des Universitätsgesetzes 2002

25

Abschluss eines Studiums an einer tertiären Bildungseinrichtung mit dreijähriger Mindestdauer

30

ausbildungsadäquate Berufserfahrung

maximal anrechenbare Punkte: 10

Berufserfahrung (pro Jahr)

Berufserfahrung in Österreich (pro Jahr)

2

4

Sprachkenntnisse

maximal anrechenbare Punkte: 15

Deutschkenntnisse zur elementaren Sprachverwendung auf einfachstem Niveau oder

Englischkenntnisse zur selbständigen Sprachverwendung

10

Deutschkenntnisse zur vertieften elementaren Sprachverwendung oder

Englischkenntnisse zur vertieften selbständigen Sprachverwendung

15

Alter

maximal anrechenbare Punkte: 20

bis 30 Jahre

bis 40 Jahre

20

15

Summe der maximal anrechenbaren Punkte:

Zusatzpunktefür Profisportlerinnen/Profisportler und Profisporttrainerinnen/Profitrainer

75

20

erforderliche Mindestpunkte:

50

Schlüsselkräfte mit einer RWR-Karte erhalten eine RWR-Karte plus mit unbeschränktem Arbeitsmarktzugang, wenn sie innerhalb der letzten zwölf Monate zumindest zehn Monate als Schlüsselkraft beschäftigt waren. 

Studienabsolventinnen/Studienabsolventen

Drittstaatsangehörige, die

  • ein Diplomstudium zumindest ab dem zweiten Studienabschnitt oder
  • ein Masterstudium

an einer österreichischen Universität, Fachhochschule oder akkreditierten Privatuniversität absolviert und erfolgreich abgeschlossen haben, dürfen sich nach Auslaufen ihrer Aufenthaltsbewilligung mit einer Bestätigung der zuständigen Aufenthaltsbehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat, in Wien Magistratsabteilung 35) weitere sechs Monate zur Arbeitsuche in Österreich aufhalten. Diese Bestätigung ist rechtzeitig vor Auslaufen der Aufenthaltsbewilligung bei der zuständigen Aufenthaltsbehörde zu beantragen.

Können sie innerhalb dieses Zeitraums ein ihrem Ausbildungsniveau entsprechendes Beschäftigungsangebot einer konkreten Arbeitgeberin/eines konkreten Arbeitgebers auf Basis eines Arbeitsvertrags nachweisen, erhalten sie eine RWR-Karte ohne Arbeitsmarktprüfung, wenn ihnen die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber das für inländische Studienabsolventinnen/Studienabsolventen (Berufseinsteigerinnen/Berufseinsteiger) ortsübliche monatliche Mindestbruttoentgelt, mindestens jedoch 45 Prozent der ASVG Höchstbeitragsgrundlage (2014: 2.038,50 Euro) zuzüglich Sonderzahlungen, zahlt. Die RWR-Karte berechtigt zur Beschäftigung bei dieser Arbeitgeberin/diesem Arbeitgeber.

Eine Kriterienprüfung nach einem Punktesystem ist nicht vorgesehen.

Zulassungskriterien für Studienabsolventinnen/Studienabsolventen
 

  • Qualifikation
  • erfolgreiche Absolvierung eines Diplomstudiums zumindest ab dem zweiten Studienabschnitt oder ein Masterstudium an einer österreichischen Universität oder Fachhochschule
  • ausbildungsadäquate Beschäftigung
  • monatliches Mindestbruttoentgelt von 45 Prozent der ASVG-Höchstbeitragsgrundlage (2014: 2038,50 Euro) zuzüglich Sonderzahlungen

Studienabsolventinnen/Studienabsolventen mit einer RWR-Karte erhalten eine RWR-Karte plus mit unbeschränktem Arbeitsmarktzugang, wenn sie innerhalb der letzten zwölf Monate zumindest zehn Monate ihrem Ausbildungsniveau entsprechend beschäftigt waren.

Die Regelung gilt nicht für Personen, die lediglich ein Bachelor-Studium in Österreich absolviert haben.

Familiennachzug

Alle Schlüsselkräfte, Fachkräfte und Studienabsolventinnen/Studienabsolventen, die eine RWR-Karte erhalten, und alle in Österreich bereits dauerhaft niedergelassenen Drittstaatsangehörigen können ihre Ehegattinnen/Ehegatten, eingetragenen Partnerinnen/Partner und Kinder bis 18 Jahre (Familiennachzug/Kernfamilie) mitnehmen/nachholen, wenn diese vor der Einreise Deutschkenntnisse auf A1-Niveau des europäischen Referenzrahmens für Sprachen nachweisen können und ein ausreichendes Familieneinkommen für den Lebensunterhalt gesichert ist (Ausnahme: Familienangehörige von Hochqualifizierten und Inhaberinnen/Inhabern einer Blauen Karte EU) müssen keine Deutschkenntnisse nachweisen). Näheres, einschließlich der Ausnahmen zu dieser Regelung, findet sich auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Inneres.

Die Familienangehörigen erhalten eine RWR-Karte plus mit unbeschränktem Arbeitsmarktzugang und können so von Anfang an durch eigene Erwerbstätigkeit am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben in Österreich teilhaben.

Für die Familienangehörigen von Hochqualifizierten, Schlüssel- und Fachkräften, sowie von Inhaberinnen/Inhabern einer Blauen Karte EU, die nach dem neuen Modell zuwandern, bestehen keine Quoten. Für den Familiennachzug der bereits auf Dauer niedergelassenen Ausländerinnen/Ausländer werden in der Niederlassungsverordnung der Bundesregierung jährlich Quoten festgelegt.

Der Familiennachzug von Österreichinnen/Österreichern erhält – wie bisher – einen "Aufenthaltstitel – Familienangehöriger" mit freiem Arbeitsmarktzugang. 

Familiennachzug  

von Inhaberinnn/ Inhabern einer Blauen Karte EU

von Hoch-qualifizierten

von Fach- und Schlüsselkräften

von Studien-absolventinnen/
Studienabsolventen

von Österreicherinnen/
Österreichern

von bereits Niedergelassenen

keine Quoten

Quotenpflicht

RWR-Karte-plus

mit freiem Arbeitsmarktzugang

RWR-Karte-plus

mit freiem Arbeitsmarktzugang

RWR-Karte-plus

mit freiem Arbeitsmarktzugang

RWR-Karte-plus

mit freiem Arbeitsmarktzugang

Aufenthaltstitel Familien-angehöriger

mit freiem Arbeitsmarktzugang

RWR-Karte-plus

mit freiem Arbeitsmarktzugang

kein Deutsch vor Zuzug

Nachweis von Deutschkenntnissen auf A1 Niveau vor Zuzug

Anwerterinnen/Anwärter auf eine Blaue Karte EU

Mit der Blauen Karte EU werden die Vorgaben aus der EU (RL 2009/50/EG) umgesetzt. Mit dieser Richtlinie werden die Bedingungen für die Einreise, den Aufenthalt sowie die Arbeitsmarktzulassung hochqualifizierter Drittstaatsangehöriger und deren Familienangehöriger innerhalb der EU vereinheitlicht.

Voraussetzungen für den Erhalt einer Blauen Karte EU:

  • Abschluss eines Hochschulstudiums mit dreijähriger Mindeststudiendauer
  • ein gebotenes Jahresgehalt, das mindestens das 1,5-fache des durchschnittlichen Bruttojahresgehalts von Vollbeschäftigten beträgt (rund 54.410 Euro Bruttojahresgehalt)
  • beim Arbeitsmarktservice dürfen keine gleich qualifizierten inländischen oder am Arbeitsmarkt bereits integrierten ausländischen Arbeitskräfte vorgemerkt sein, die der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber vom Arbeitsmarktservice vermittelt werden können (Arbeitsmarktprüfung)

Die Blaue Karte EU wird für zwei Jahre ausgestellt.

Inhaberinnen/Inhaber einer Blauen Karte EU erhalten eine RWR-Karte plus mit unbeschränktem Arbeitsmarktzugang, wenn sie innerhalb der letzten 24 Monate zumindest 21 Monate ihrer Qualifikation entsprechend beschäftigt waren.

Potentielle Arbeitgeberinnen/potentielle Arbeitgeber können auch die Blaue Karte EU für ihre zukünftigen Arbeitnehmerinnen/zukünftigen Arbeitnehmer bei der zuständigen Aufenthaltsbehörde im Inland (Landeshauptfrau/Landeshauptmann bzw. ermächtigte Bezirkshauptmannschaft oder Magistrat) beantragen.

Die Familienangehörigen von Inhaberinnen/Inhabern einer Blauen Karte EU erhalten eine quotenfreie RWR-Karte plus mit unbeschränktem Arbeitsmarktzugang.

TIPP Weitere Informationen zur RWR-Karte und verwandten Themen und ein Punkterechner zur Einschätzung, ob die Mindestpunkteanzahl für eine RWR-Karte erreicht wird, finden sich auf der Plattform migration.gv.at, einer Initiative des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz und des Bundesministeriums für Inneres.

Stand: 01.01.2014

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
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