Arbeitslosenversicherung - Arbeitsbescheinigung

Inhaltliche Beschreibung

Für die Beurteilung von Ansprüchen arbeitslos gewordener Personen auf Arbeitslosengeld sind nach den Bestimmungen des Arbeitslosenversicherungsgesetzes (AlVG) bestimmte Daten erforderlich, insbesondere über die Dauer der vorangegangenen arbeitslosenversicherungspflichtigen Beschäftigungen, die Art der Beendigung der zuletzt ausgeübten Beschäftigung sowie die Höhe des aus den vorangegangenen Beschäftigungen erzielten arbeitslosenversicherungspflichtigen Entgelts.

ACHTUNG Diese Daten stehen dem Arbeitsmarktservice (AMS) im Wege eines Datenaustauschs mit den österreichischen Sozialversicherungsträgern zur Verfügung. In Ausnahmefällen, beispielsweise wenn Dienstgeber nicht in elektronischer Form mit den Sozialversicherungsträgern kommunizieren, sind die erforderlichen Daten im EDV-Wege nicht verfügbar. In diesen Fällen müssen die erforderlichen Daten dem AMS daher vom Dienstgeber mittels des Formulars „Arbeitsbescheinigung“ schriftlich bestätigt werden.

 Dienstgeber sind gesetzlich zur Ausstellung der Arbeitsbescheinigung verpflichtet.

Diese muss enthalten:

  • Den Familien- und Vornamen der Arbeitnehmerin/des Arbeitnehmers, ihre/seine Wohnungsanschrift, ihre/seine Versicherungsnummer und die Staatsbürgerschaft
  • Die Dauer der tatsächlichen Beschäftigung der Arbeitnehmerin/des Arbeitnehmers (Tag des Beginnes und der Beendigung des Arbeitsverhältnisses)
  • Die Art der Verwendung der Arbeitnehmerin/des Arbeitnehmers
  • Unterbrechungen der voll entlohnten Beschäftigung durch Kurzarbeit oder Erkrankung (Schwangerschaft)
  • Die Zeit eines Karenzurlaubes
  • Die vorgeschriebene bzw. vereinbarte Lehrzeit
  • Den Träger der gesetzlichen Krankenversicherung, bei welchem die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer versichert war
  • Die Art der Lösung des Arbeitsverhältnisses (durch Zeitablauf, durch Kündigung durch die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber oder die Arbeitnehmerin/den Arbeitnehmer, im beiderseitigen Einverständnis, durch vorzeitigen Austritt, durch Entlassung, kraft Gesetz oder Lösung in der Probezeit)
  • Ob und für welchen Zeitraum die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer Kündigungsentschädigung erhielt bzw. ob die Kündigungsentschädigung nicht gezahlt wurde, weil der Anspruch strittig ist oder weil der Arbeitgeber insolvent ist;
  • Ob und für wie viele Werktage die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer Urlaubsentschädigung oder Urlaubsabfindung erhielt bzw. ob die Urlaubsentschädigung oder Urlaubsabfindung nicht gezahlt wurde, weil der Anspruch strittig ist oder weil die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber insolvent ist
  • Den Namen (die Firma) der Arbeitgeberin/des Arbeitgebers und den Standort des Betriebes

Liegt keine Jahresbemessungsgrundlage beim Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger vor und fordert die regionale Geschäftsstelle des AMS dazu auf, muss die Arbeitsbescheinigung zusätzlich zu den genannten Angaben die Höhe des Bruttoverdienstes während der letzten sechs Kalendermonate der tatsächlichen Beschäftigung einschließlich der auf die einzelnen Monate (Wochen bzw. Tage) entfallenden Sonderzahlungen und allfälligen Sachbezüge enthalten.

Die Arbeitsbescheinigung muss auf dem vom AMS aufgelegten und bei den regionalen Geschäftsstellen des AMS erhältlichen Vordruck erstellt werden. Arbeitsbescheinigungen, die im Wege der automationsunterstützten Datenverarbeitung erstellt wurden, sind zulässig, sofern sie inhaltlich mit dem amtlichen Vordruck übereinstimmen.

Die Arbeitsbescheinigung ist von der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber oder dessen Beauftragten zu fertigen.

Betroffene Unternehmen

Alle natürlichen und juristischen Personen, die Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer beschäftigen.

Voraussetzungen

Siehe inhaltliche Beschreibung.

Fristen

Für die Ausfertigung der Arbeitsbescheinigung ist keine gesetzliche Frist vorgegeben. Eine allenfalls vom AMS gesetzte Frist zur Übermittlung der Arbeitsbescheinigung muss beachtet werden.

Zuständige Stelle

Die Arbeitsbescheinigung richtet sich an die nach dem Wohnsitz der (ehemaligen)Dienstnehmerin/des (ehemaligen) Dienstnehmers zuständigen regionalen Geschäftsstelle des AMS. Erhebt eine arbeitslose Person gegen eine Entscheidung der regionalen Geschäftsstelle Berufung, kann die Arbeitsbescheinigung auch von der nach dem Bundesland zuständigen Landesgeschäftsstelle des AMS angefordert werden.

Verfahrensablauf

In der Regel benötigt das AMS keine Arbeitsbescheinigungen mehr, da es die erforderlichen Daten Wege des Datenaustauschs mit den österreichischen Sozialversicherungsträgern erhält. Wenn eine Dienstgeberin/ein Dienstgeber nicht mit Sozialversicherungsträgern in elektronischer Form kommuniziert und in Ausnahmefällen (beispielsweise Wechsel eines Lehrlings in ein Arbeiterinnen-/Arbeiter- bzw. Angestelltenverhältnis oder bei Grenzgängerinnen/Grenzgängern) ist die Ausstellung eine Arbeitsbescheinigung nach wie vor erforderlich. Dabei wendet sich das AMS von sich aus an die Dienstgeberin/den Dienstgeber.

Arbeitsbescheinigungen müssen daher – ausgenommen von Dienstgeberinnen/Dienstgebern, bei denen dem AMS mangels elektronischer Kommunikation keine Daten der Sozialversicherungsträger zur Verfügung stehen – nur mehr auf Anforderung des AMS ausgestellt werden.

Erforderliche Unterlagen

Es sind keine Unterlagen erforderlich.

Kosten

Es fallen keine Gebühren und Abgaben an.

Zusätzliche Informationen

Wer als Dienstgeberin/als Dienstgeber die Ausstellung der Arbeitsbescheinigung grundlos verweigert oder in dieser Bestätigung wissentlich unwahre Angaben macht, begeht eine Verwaltungsübertretung, die mit Geldstrafe von 200 Euro bis 2.000 Euro, im Wiederholungsfall von 400 Euro bis 4.000 Euro zu bestrafen ist.

Rechtsgrundlagen

§ 46 Abs 4 und § 71 AbsArbeitslosenversicherungsgesetz (AlVG)

§§ 1 bis 3 der Verordnung des Bundesministers für Arbeit und Soziales über die Arbeitsbescheinigung zur Geltendmachung von Arbeitslosengeld(Arbeitsbescheinigungsverordnung - ABVO)

Experteninformation

Es steht keine Experteninformation zur Verfügung.

Zum Formular

Arbeitsbescheinigung

Stand: 01.01.2014

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
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