Geringfügig Beschäftigte

Allgemeines

Ein Beschäftigungsverhältnis gilt dann als geringfügig, wenn das gebührende Entgelt folgende Beträge

  • bei einer Beschäftigung, die für eine kürzere Zeit als einen Kalendermonat vereinbart ist, pro Arbeitstag,
  • bei einer Beschäftigung, die für mindestens einen Kalendermonat oder auf unbestimmte Zeit vereinbart ist, pro Monat,

nicht übersteigt:

Im JahrPro Arbeitstag

Pro Monat

201631,92 Euro

415,72 Euro

201531,17 Euro405,98 Euro
201430,35 Euro395,31 Euro
201329,70 Euro386,80 Euro
201228,89 Euro376,26 Euro
201128,72 Euro374,02 Euro
201028,13 Euro366,33 Euro
200927,47 Euro357,74 Euro

Der monatliche Höchstbetrag darf auch bei einer Beschäftigung, die für eine kürzere Zeit als einen Kalendermonat vereinbart ist, nicht überschritten werden.

HINWEIS Ab 1. Jänner 2017 wird die tägliche Geringfügigkeitsgrenze aufgehoben. Für die Beurteilung, ob ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis vorliegt oder nicht, soll dann nur mehr die monatliche Geringfügigkeitsgrenze maßgebend sein.

Bei geringfügiger Beschäftigung ist das Bruttoentgelt gleich dem Nettoentgelt, da von der Dienstnehmerin/vom Dienstnehmer keine Sozialversicherungsbeiträge und keine Lohnsteuer zu zahlen sind.

Für geringfügig beschäftigte Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer gelten – bei geringem Stundenausmaß mit Ausnahme der Kündigungsregelung im Angestelltengesetz – die selben arbeitsrechtlichen Bestimmungen wie für alle übrigen Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer. So haben geringfügig beschäftigte Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer beispielsweise auch Anspruch auf Urlaub, auf Pflegefreistellung und Abfertigung unter den selben Voraussetzungen wie allen übrigen Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer.

HINWEIS Je nachdem, welcher Kollektivvertrag zur Anwendung kommt, haben geringfügig beschäftigte Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer Anrecht auf Sonderzahlungen, wie beispielsweise Urlaubszuschuss und Weihnachtsremuneration. Sonderzahlungen werden bei der Berechnung, ob die Geringfügigkeitsgrenze überschritten wurde, nicht einbezogen.

Sozialversicherung

Unfallversicherung

Geringfügig beschäftigte Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer sind unfallversichert. Die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber hat die geringfügig Beschäftigten beim zuständigen Krankenversicherungsträger anzumelden (Anmeldung von Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern).

Kranken- und Pensionsversicherung

Den geringfügig Beschäftigten wird eine freiwillige Kranken- und Pensionsversicherung empfohlen. Den Antrag auf diese Selbstversicherung bei geringfügiger Beschäftigung müssen die geringfügig Beschäftigten beim zuständigen Krankenversicherungsträger selbst stellen. Der begünstigte Beitrag muss von der Arbeitnehmerin/dem Arbeitnehmer monatlich eingezahlt werden.

Wer mehrere geringfügige Beschäftigungen ausübt, die in Summe die monatliche Geringfügigkeitsgrenze von 415,72 Euro für das Jahr 2016 – für das Jahr 2015 waren es 405,98 Euro – übersteigen, ist auch in der Kranken- und Pensionsversicherung pflichtversichert und hat vom gesamten Entgelt Beiträge zu entrichten. Somit entsteht für die geringfügig Beschäftigten in diesem Fall Anspruch auf Leistungen der Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung.

Geringfügige Einkommen sind beitragspflichtig in der Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung, wenn daneben ein vollversichertes Beschäftigungsverhältnis besteht.

Stand: 01.07.2016

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
  • Bundesministerium für Gesundheit und Frauen
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