Inflationsanstieg 2017 nur vorübergehend

HVPI-Inflationsrate von 2,0 Prozent für 2017 erwartet

Nach Angaben der Österreichische Nationalbank (OeNB) unterlag die österreichische HVPI-Inflationsrate in den letzten Monaten starken Schwankungen: von 2,1 Prozent im März 2017 erhöhte sich die Inflationsrate im April auf 2,3 Prozent und ging danach im Mai wieder auf 2,1 Prozent zurück. Im April waren wegen der Osterfeiertage vor allem die Preise für Dienstleistungen (insbesondere Flugtickets, Pauschalreisen, aber auch Freizeit- und Kulturdienstleistungen) wesentlich höher als im April des Vorjahres und trieben somit die Jahresinflationsrate in die Höhe. Abgesehen von diesem Sondereffekt ist die Inflationsentwicklung in den letzten Monaten durch den Preisrückgang der Rohstoffe (vor allem des Ölpreises) geprägt, der die Inflationsrate von Energie seit Februar 2017 deutlich bremst. Auch das in den letzten Quartalen rückläufige Wachstum der Arbeitskosten wirkte dämpfend auf die Inflationsrate. Auf der anderen Seite haben saisonale Preisschwankungen bei Obst und Gemüse die Inflationsrate von Nahrungsmitteln im Mai etwas steigen lassen.

OeNB erwartet Inflationsraten von 2,0 Prozent für 2017 und jeweils 1,8 Prozent für 2018 und 2019

Die OeNB prognostiziert für das Jahr 2017 eine durchschnittliche HVPI-Inflationsrate in Österreich von 2,0 Prozent. Die vergangenen Rohstoffpreissteigerungen wirken noch bis zum dritten Quartal 2017 fort, danach wird von den Energiepreisen wieder ein dämpfender Effekt auf die Gesamtinflation ausgehen. Da auch die gesamtwirtschaftliche Produktionslücke bis 2019 leicht negativ bleiben wird und damit von der Nachfrageseite kein Preisdruck zu erwarten ist, wird sich die österreichische HVPI-Inflationsrate 2018 bei 1,8 Prozent einpendeln und auch 2019 auf diesem Niveau verharren. Lediglich die heimischen Arbeitskosten dürften aufgrund eines ab 2018 wieder höher erwarteten Lohnstückkostenwachstums in den kommenden beiden Jahren für einen moderaten Aufwärtsdruck auf die Inflationsrate sorgen.

Verschiedene Warenkörbe zur Messung der Lebenshaltungskosten zeigen teilweise unterschiedliche Entwicklungen

Im Schwerpunktthema dieser Ausgabe von „Inflation aktuell“ wird die Entwicklung der Inflationsraten anhand verschiedener, zur Messung der Lebenshaltungskosten gebräuchlicher Warenkörbe in Österreich miteinander verglichen. Während die Inflationsraten nach dem nationalen Verbraucherpreisindex (VPI) und dem Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) längerfristig kaum Unterschiede aufweisen, zeigen die Inflationsraten für den Mikro-Warenkorb (täglich gekaufte Güter) und für den Mini-Warenkorb (wöchentlich gekaufte Güter) teilweise eine sehr unterschiedliche Entwicklung gegenüber der VPI- bzw. HVPI-Inflation. Diese Unterschiede sind auf die vergleichsweise hohe Gewichtung bei Nahrungsmitteln und Treibstoffen im Mikro- und Miniwarenkorb sowie auf die in den letzten Jahren stark schwankenden Nahrungsmittel- und Energiepreise zurückzuführen. Die Inflationsrate des Mikrowarenkorbs weist überdies einen sehr ähnlichen Verlauf wie die Inflationswahrnehmungen der Konsumentinnen und Konsumenten auf. Dies lässt darauf schließen, dass Inflationswahrnehmungen sehr stark von häufig gekauften Waren und Dienstleistungen beeinflusst werden.

Ausführliche Informationen zur Infaltionsanalyse und Inflationsprognose finden sich in der aktuellen Studie "Inflation aktuell - Die Inflationsanalyse für Österreich" auf der Seite OeNB.

Stand: 12.07.2017

Abgenommen durch:
  • USP-Redaktion
Transparente Grafik zwecks Webanalyse