Bildungsprämie und Bildungsfreibetrag

Inhaltliche Beschreibung

Für Kosten der Arbeitgeberin/des Arbeitgebers für die im betrieblichen Interesse gelegene Aus- und Weiterbildung ihrer/seiner Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter durch externe Einrichtungen (Unternehmen wie z.B. Seminarveranstalter) oder Körperschaften öffentlichen Rechts (z.B. WIFI, BFI) kann eine Bildungsprämie in Höhe von sechs Prozent beansprucht werden.

HINWEIS Die Bildungsfreibeträge und die Bildungsprämie entfallen ab dem Jahr 2016, da sie keine ausreichende Anreizwirkung für betriebliche Bildungsmaßnahmen entfalten.

Die Prämie wird auf dem Abgabenkonto gutgeschrieben, sie ist nicht steuerpflichtig (keine Betriebseinnahme).

Bemessungsgrundlage der Prämie sind die in Rechnung gestellten unmittelbaren Aus- oder Weiterbildungsaufwendungen (ohne Umsatzsteuer).

Alternativ dazu steht ein als Betriebsausgabe geltend zu machender externer Bildungsfreibetrag von 20 Prozent zu. Damit werden die Aus- oder Weiterbildungsaufwendungen im Ergebnis mit insgesamt 120 Prozent Betriebsausgabe abgesetzt.

Es kann für die jeweiligen Aufwendungen nur entweder die Bildungsprämie oder der externe Bildungsfreibetrag beansprucht werden.

Steuerlich begünstigt sind nur jene verrechneten Aufwendungen, die unmittelbar die be­rufliche Aus- oder Weiterbildung von Dienstnehmerinnen/Dienstnehmern betreffen, beispielsweise:

  • Kurs- oder Lehrgangsgebühren,
  • Honorare für Vortragende,
  • Kosten für Vortragsunterlagen

Neben dem Bildungsfreibetrag für Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen durch externe Firmen und Bildungseinrichtungen kann auch für Aufwendungen für innerbetriebliche Aus- und Weiterbildungseinrichtungen ein interner Bildungsfreibetrag von 20 Prozent geltend gemacht werden. Dabei gilt eine pauschale Höchstgrenze von 2.000 Euro pro Kalendertag der Aus- und Weiterbildungsmaßnahme, unabhängig von der Zahl der Teilnehmerinnen/der Teilnehmer. Voraussetzung ist ferner, dass eine einem Teilbetrieb vergleichbare interne Bildungseinrichtung besteht. Eine Bildungsprämie ist hier nicht vorgesehen.

Betroffene Unternehmen

Alle Unternehmerinnen/Unternehmer mit betrieblichen Einkünften, unabhängig von der Rechtsform (Einzelunternehmen, Personengesellschaften, Kapitalgesellschaften).

Voraussetzungen

Der Bildungsfreibetrag muss in der Steuererklärung gesondert ausgewiesen werden. Ein fehlender Ausweis kann aber bis zur Rechtskraft nachgeholt werden.

Die Bildungsprämie wird gesondert geltend gemacht.

Fristen

Die Bildungsprämie kann frühestens nach Ablauf des Wirtschaftsjahres und spätestens mit Rechtskraft des entsprechenden Bescheides (Einkommen- oder Körperschaftsteuerbescheid, Feststellungsbescheid für Personengesellschaften) beansprucht werden.

Der Bildungsfreibetrag wird im Rahmen der Gewinnermittlung gewinnmindernd berücksichtigt.

Zuständige Stelle

Das für die Veranlagung oder die Einkünftefeststellung zuständige Finanzamt (Wohnsitzfinanzamt, Betriebsfinanzamt für Körperschaften oder Personengesellschaften).

Verfahrensablauf

Es ist kein besonderer Verfahrensablauf zu beachten.

Erforderliche Unterlagen

Es sind keine besonderen Unterlagen erforderlich.

Kosten

Es fallen keine Gebühren und Abgaben an.

Rechtsgrundlagen

  • § 4 Abs 4 Z 8 Einkommensteuergesetz 1988 – EStG 1988 (externer Bildungsfreibetrag)
  • § 4 Abs 4 Z 10 EStG 1988 (interner Bildungsfreibetrag)
  • § 108c EStG 1988 (Bildungsprämie)

Zum Formular

Die Bildungsprämie ist mit dem Formular E 108c geltend zu machen.

Stand: 16.01.2017

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Finanzen

Bewertung

War diese Information hilfreich? erforderliches Feld
Transparente Grafik zwecks Webanalyse