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Nichtabzugsfähige Ausgaben

Es wurde schon darauf hingewiesen, dass nicht alle Ausgaben den Gewinn vermindern. Vielmehr ist eine Abgrenzung der Betriebsausgaben von den privaten Aufwendungen vorzunehmen. Bei Kosten im Zusammenhang mit Autos, Liegenschaften, Reisespesen, Repräsentationsspesen bzw. werbeähnlichen Aufwendungen sowie bei Gehältern für im Unternehmen beschäftigte nahe Angehörige prüft das Finanzamt genau, ob eine Verflechtung mit nichtabzugsfähigen Aufwendungen und Ausgaben im Sinne des § 20 Einkommensteuergesetz (EStG) besteht. Diese Gesetzesbestimmung listet die folgenden sogenannten "nichtabzugsfähigen Ausgaben" auf:

  • Aufwendungen für den Haushalt und den Unterhalt der Familienangehörigen. Dazu zählen z.B. Miete, Beleuchtung, Beheizung, Bekleidung, Ernährung, Kinderbetreuung, Haushalts- und Unterhaltungsgeräte, Erholung, Freizeitgestaltung, (Zweit)Wohnung (Ausnahme: betrieblich veranlasste doppelte Haushaltsführung, siehe dazu "Das Steuerbuch 2017", die für Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer getroffenen Aussagen sind auf Unternehmerinnen/Unternehmer übertragbar), Gegenstände des höchstpersönlichen Gebrauches, wie z.B. Brille, Uhr, Hörgerät.
  • Aufwendungen oder Ausgaben für die Lebensführung, selbst wenn sie die wirtschaftliche oder gesellschaftliche Stellung mit sich bringt und sie zur Förderung des Berufes oder der Tätigkeit erfolgen. Dazu zählen z.B. Ballbesuche, Geburtstagsfeiern.
  • Betrieblich oder beruflich veranlasste Aufwendungen oder Ausgaben, die auch die Lebensführung berühren, und zwar insoweit, als sie nach allgemeiner Auffassung unangemessen hoch sind. Dies gilt für Aufwendungen im Zusammenhang mit Personen- und Kombinationskraftwagen (als angemessen gelten hier grundsätzlich Anschaffungskosten von maximal 40.000 Euro, sodass auch die Abschreibung höchstens von diesem Betrag vorgenommen werden darf; siehe auch "Gesetzliche AfA-Sätze"), Personenluftfahrzeugen, Sport- und Luxusbooten, Jagden, geknüpften Teppichen, Tapisserien und Antiquitäten.
  • Reisekosten, soweit sie nach § 4 Abs 5 und § 16 Abs 1 Z 9 EStG nicht abzugsfähig sind, also Verpflegungsaufwand, ausgenommen Tagesgelder anlässlich einer Reise. Näheres siehe "Reisekosten".
  • Aufwendungen oder Ausgaben für ein im Wohnungsverband gelegenes Arbeitszimmer und dessen Einrichtung sowie für Einrichtungsgegenstände der Wohnung. Bildet ein im Wohnungsverband gelegenes Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit, sind die darauf entfallenden Aufwendungen und Ausgaben einschließlich der Kosten seiner Einrichtung abzugsfähig.
  • Kosten für Fahrten zwischen Wohnsitz am Tätigkeitsort und Familienwohnsitz (Familienheimfahrten), sofern sie den Betrag von 306 Euro pro Monat (Höchstbetrag beim großen Pendlerpauschale) übersteigen.
  • Repräsentationsaufwendungen; dazu zählen beispielsweise Geschenke an Geschäftsfreundinnen/Geschäftsfreunde zu bestimmten Anlässen (Weihnachten, Neujahr, Geburtstag). Bewirtungsspesen können zur Hälfte abgezogen werden, wenn nachgewiesen wird, dass die Bewirtung von Geschäftsfreundinnen/Geschäftsfreunden der Werbung dient und die betriebliche oder berufliche Veranlassung weitaus überwiegt.
  • Freiwillige Zuwendungen und Zuwendungen an gesetzlich unterhaltsberechtigte Personen, auch wenn die Zuwendungen auf einer verpflichtenden Vereinbarung beruhen (Ausnahme: Spendenbegünstigung gemäß § 4a EStG).
  • Geld- und Sachzuwendungen, deren Gewährung oder Annahme mit gerichtlicher Strafe bedroht ist, z.B. Schmiergelder.
  • Strafen und Geldbußen, die von Gerichten, Verwaltungsbehörden oder den Organen der EU verhängt werden; weiters Verbandsgeldbußen, Abgabenerhöhungen nach dem Finanzstrafgesetz sowie Leistungen aus Anlass einer Diversion.
  • Steuern vom Einkommen und sonstige Personensteuern, aus Anlass einer unentgeltlichen Grundstücksübertragung anfallende Grunderwerbsteuer, Eintragungsgebühren und andere Nebenkosten; sowie die auf den Eigenverbrauch entfallende Umsatzsteuer, soweit der Eigenverbrauch eine Entnahme darstellt oder in einer nichtabzugsfähigen Aufwendung oder Ausgabe besteht.
  • Aufwendungen oder Ausgaben für das Entgelt für Arbeits- oder Werkleistungen, soweit es den Betrag von 500.000 Euro pro Person und Wirtschaftsjahr übersteigt (sog. "Managergehälter"). Gleiches gilt für Pensionsabfindungen für Pensionsansprüche über 500.000 Euro jährlich sowie für nicht zum Prozentsatz von 6 Prozent zu versteuernde freiwillige Abfertigungen.
  • Aufwendungen oder Ausgaben, die für Bauleistungen im Sinne des § 82a EStG an Subunternehmer bar bezahlt werden und für die jeweilige Leistung 500 Euro übersteigen.
  • Aufwendungen und Ausgaben, soweit sie mit nicht steuerpflichtigen Einnahmen oder mit Einkünften, die einem besonderen Steuersatz in Höhe von 25, 27,5 oder 30 Prozent unterliegen (§§ 27a und 30a EStG), in Zusammenhang stehen. Nicht abzugsfähig sind daher z.B. Kontoführungsspesen oder Depotgebühren aufgrund des Zusammenhanges mit endbesteuerten Kapitaleinkünften oder Vertragserrichtungskosten für eine dem besonderen Steuersatz unterliegende Grundstücksveräußerung. Dies gilt auch im Falle der Regelbesteuerung (Option zur Tarifbesteuerung), ab dem Jahr 2016 ausgenommen bei Grundstücken.

Zu den auch oder in erster Linie Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer betreffenden Abzugsverboten (z.B. Arbeitszimmer, Familienheimfahrten, Reisekosten) siehe auch "Das Steuerbuch 2017", das auf den Seiten des BMF abrufbar ist.

Rechtsgrundlagen

Inhaltlicher Stand: 01.01.2018
Abgenommen durch: Bundesministerium für Finanzen
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