Kapitalertragsteuer-Anmeldung

Inhaltliche Beschreibung

Für bestimmte Kapitalerträge wird die Einkommensteuer durch Abzug vom Kapitalertrag erhoben (Kapitalertragsteuer – KESt). Zum Abzug der Kapitalertragsteuer Verpflichtete müssen innerhalb bestimmter Fristen beim Finanzamt eine Anmeldung der einbehaltenen Beträge einreichen sowie diese Beträge abführen. Dabei kommt bei Einkünften aus Geldeinlagen und nicht verbrieften sonstigen Forderungen bei Kreditinstituten ein besonderer Steuersatz in Höhe von 25 Prozent zur Anwendung. Für alle anderen Einkünfte aus Kapitalvermögen beträgt der besondere Steuersatz ab dem Jahr 2016 27,5 Prozent.

ACHTUNG Mit dem Budgetbegleitgesetz 2011 (Bundesgesetzblatt Nr. 111/2010), dem Abgabenänderungsgesetz 2011 (Bundesgesetzblatt I Nr. 76/2011) sowie dem Budgetbegleitgesetz 2012 (Bundesgesetzblatt I Nr. 112/2011) wurde die Besteuerung der Einkünfte aus Kapitalvermögen neu geregelt. Die Informationen auf dieser Seite beziehen sich auf die ab dem 1. April 2012 geltende Rechtslage.

Betroffene Unternehmen

Zum Abzug der Kapitalertragsteuer sind – vereinfacht – folgende Unternehmen verpflichtet:

  • Bei Einkünften aus der Überlassung von Kapital (insbesondere Gewinnausschüttungen, Zinsen), einschließlich Erträgen aus einem (Immobilien-)Investmentfonds :
    • Der inländische Schuldner der Kapitalerträge bei Gewinnausschüttungen, Privatstiftungszuwendungen und Zinsen aus Geldeinlagen und Forderungen bei Kreditinstituten
    • Die inländische auszahlende Stelle (kuponauszahlendes Kreditinstitut, inländischer Emittent, Zweigstelle eines Wertpapier-Dienstleisters mit Sitz in einem EU-Mitgliedstaat, Dritter, der Kapitalerträge auszahlt) in allen anderen Fällen (z.B. Anleihezinsen, Gewinnausschüttungen ausländischer Körperschaften)
  • Bei Einkünften aus realisierten Wertsteigerungen von Kapitalvermögen und bei Einkünften aus Derivaten:
    • Die inländische depotführende Stelle (inländisches Kreditinstitut, Zweigstelle eines ausländischen Kreditinstituts, Zweigstelle eines Wertpapier-Dienstleisters mit Sitz in einem EU-Mitgliedstaat)
    • Die inländische auszahlende Stelle, wenn keine inländische depotführende Stelle vorliegt, es sich bei der depotführenden Stelle um eine Betriebsstätte der auszahlenden Stelle oder ein konzernzugehöriges Unternehmen handelt und die auszahlende Stelle in Zusammenarbeit mit der depotführenden Stelle die Realisierung abwickelt und die Erlöse aus realisierten Wertsteigerungen von Kapitalvermögen, aus dem Differenzausgleich, aus der Veräußerung von Derivaten oder die Stillhalterprämie gutschreibt

HINWEIS Da die Einkünfte aus Kapitalvermögen bei Körperschaften mit 25 Prozent Körperschaftsteuer besteuert werden, kann der Abzugsverpflichtete bei inländischen Einkünften aus Kapitalvermögen aus Vereinfachungsgründen stets Kapitalertragsteuer in Höhe von 25 Prozent (statt 27,5 Prozent) einbehalten, wenn der Schuldner eine Körperschaft im Sinne des § 1 Abs 1 KStG ist. Sollte dennoch Kapitalertragsteuer in Höhe von 27,5 Prozent einbehalten worden sein, besteht für die Körperschaft die Möglichkeit zur Ausübung der Regelbesteuerungsoption gemäß § 27a Abs 5 EStG 1988, um eine Veranlagung der kapitalertragsteuerpflichtigen Einkünfte zum Körperschaftsteuer-Tarif zu erwirken.

Die zum Kapitalertragsteuerabzug verpflichteten Kreditinstitute haben zudem beim Kapitalertragsteuerabzug einen laufenden Verlustausgleich für alle vom jeweiligen Kreditinstitut verwalteten Depots des Steuerpflichtigen durchzuführen. Der Verlustausgleich unterliegt dabei bestimmten Einschränkungen (§ 27 Abs 8 EStG 1988, § 93 Abs 6 EStG 1988). Über den erfolgten Verlustausgleich haben die Kreditinstitute der Steuerpflichtigen/dem Steuerpflichtigen eine Bescheinigung auszustellen.

Fristen

Die Kapitalertragsteuer muss innerhalb folgender Zeiträume abgeführt werden:

  • Bei Kapitalerträgen wie beispielsweise bei Dividenden, Gewinnanteilen aus GmbH-Beteiligungen, Bezügen aus Genussrechten, Stiftungszuwendungen muss die/der zum Abzug Verpflichtete die einbehaltenen Steuerbeträge abzüglich gutgeschriebener Beträge binnen einer Woche nach dem Zufließen der Kapitalerträge abführen.
  • Bei Zinserträgen aus Geldeinlagen bei Kreditinstituten und sonstigen Forderungen gegenüber Kreditinstituten im Sinne des § 27a Abs 1 Z 1 EStG 1988 muss die/der zum Abzug Verpflichtete am 15. Dezember jeden Jahres eine Vorauszahlung entrichten.
  • Bei Zinsen, die der beschränkten Einkommensteuerpflicht gemäß § 98 Abs 1 Z 5 lit b EStG 1988 unterliegen ("Ausländer-KESt"), muss die/der zum Abzug Verpflichtete die in einem Kalenderjahr einbehaltenen Steuerbeträge spätestens am 15. Februar des Folgejahres entrichten.
  • Bei anderen Einkünften aus der Überlassung von Kapital (insbesondere Anleihezinsen) sowie Einkünften aus realisierten Wertsteigerungen (Substanzgewinnen) und Derivaten muss die/der zum Abzug Verpflichtete die in einem Kalendermonat einbehaltenen Steuerbeträge abzüglich gutgeschriebener Beträge unter der Bezeichnung "Kapitalertragsteuer" spätestens am 15. Tag nach Ablauf des folgenden Kalendermonates abführen.

Zuständige Stelle

Die Kapitalertragsteuer muss an das Finanzamt der zum Abzug Verpflichteten/des zum Abzug Verpflichteten abgeführt werden.

Verfahrensablauf

Es ist kein besonderer Verfahrensablauf zu beachten.

Erforderliche Unterlagen

Es sind keine besonderen Unterlagen erforderlich.

Kosten

Für die Einreichung der Anmeldung fallen keine Kosten an.

Rechtsgrundlagen

§§ 93, 94, 95, 96 Einkommensteuergesetz (EStG)

Zum Formular

Ab 1. Jänner 2013 sind Kapitalertragsteuer-Anmeldungen über FinanzOnline durchzuführen.

Im USP registrierte Unternehmerinnen/Unternehmer haben die Möglichkeit, FinanzOnline und viele weitere Online-Verfahren mit einem einzigen Einloggen im USP zu nutzen. Nähere Informationen zur Registrierung im USP finden sich im Online Ratgeber zur USP-Registrierung.

Stand: 01.01.2017

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Finanzen

Bewertung

War diese Information hilfreich? erforderliches Feld
Transparente Grafik zwecks Webanalyse