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Einkommensteuer bei Berufstätigkeit von EU-Bürgern in Österreich

Steuerpflicht in Österreich

Einkommensteuerpflichtig in Österreich sind nur natürliche Personen. Das österreichische Einkommensteuergesetz unterscheidet zwischen unbeschränkter und beschränkter Steuerpflicht.

Unbeschränkte Steuerpflicht

Unbeschränkt steuerpflichtig sind Personen, die in Österreich ihren Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben. Einen Wohnsitz in Österreich haben Personen, die im Bundesgebiet über eine Wohnung verfügen, die sie offensichtlich über einen längeren Zeitraum immer wieder als solche nutzen. Die Wohnung muss nicht der Hauptwohnsitz sein, sie muss aber den persönlichen Verhältnissen entsprechend zum Wohnen geeignet sein.

Personen haben ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Österreich, wenn sie sich nicht nur vorübergehend (z.B. für einen Urlaub, eine Geschäftsreise etc.) im Bundesgebiet aufhalten, sondern offensichtlich über längere Zeit im Bundesgebiet. Nach sechs Monaten Aufenthalt in Österreich tritt die unbeschränkte Steuerpflicht auf jeden Fall ein − und zwar rückwirkend. Welche Staatsbürgerschaft die Person besitzt, ist dabei nicht entscheidend.

Ist eine Person unbeschränkt steuerpflichtig, werden alle ihre in- und ausländischen Einkünfte in Österreich steuerlich erfasst.

Beschränkte Steuerpflicht

Personen, die in Österreich als Arbeitnehmerin/Arbeitnehmer beschäftigt sind oder in Österreich Einkünfte (z.B. Pension) beziehen, jedoch in Österreich keinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben, sind beschränkt steuerpflichtig.

Beschränkt steuerpflichtige Arbeitnehmerinnen/beschränkt steuerpflichtige Arbeitnehmer können in Österreich eine Veranlagung lohnsteuerpflichtiger Einkünfte beantragen und bestimmte Ausgaben steuerlich absetzen. Bei beschränkt Steuerpflichtigen wird jedoch im Rahmen der Veranlagung ein Betrag von 9.000 Euro zur Steuerbemessungsgrundlage hinzugerechnet, der bei der laufenden Lohnverrechnung nicht miteinbezogen wird. Der Grund dafür ist, dass das steuerfreie Existenzminimum des Wohnsitzstaates zu berücksichtigen ist. Aufgrund der in Österreich geltenden Steuerfreigrenze von 11.000 Euro verbleibt für beschränkt Steuerpflichtige somit ein steuerfreies Basiseinkommen von 2.000 Euro.

EU- und EWR-Bürgerinnen/EU- und EWR-Bürger, die zwar keinen Wohnsitz, aber Haupteinkünfte in Österreich haben, können die unbeschränkte Steuerpflicht beantragen. Dabei werden trotz unbeschränkter Steuerpflicht nur die österreichischen Einkünfte steuerlich erfasst und es wird das volle steuerfreie Existenzminimum von 11.000 Euro berücksichtigt. Außerdem können Absetzbeträge und außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden.

Steuern zahlen in Österreich

In Österreich wird bei der Einkommensteuer zwischen zwei Erhebungsformen unterschieden. Arbeiternehmerinnen/Arbeitnehmer und Pensionistinnen/Pensionisten zahlen Lohnsteuer, Selbstständige zahlen Einkommensteuer. Der Steuertarif ist gleich, die Lohnsteuer ist allerdings eine spezielle Form der Einkommensteuer und wird von der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber bereits bei der Gehalts- bzw. Lohnauszahlung eingehoben und direkt an das Finanzamt abgeführt.

Die Einkommensteuer wird im Veranlagungsweg erhoben. Dazu ist eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt abzugeben.

Da für Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer der Steuerabzug durch die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber erfolgt, sind Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer in der Regel nicht verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. In den bestimmten Fällen müssen sie jedoch eine Pflichtveranlagung durchführen, z.B. weil sie im Kalenderjahr zumindest zeitweise gleichzeitig zwei oder mehrere lohnsteuerpflichtige Einkünfte bezogen haben, die beim Lohnsteuerabzug nicht gemeinsam versteuert wurden. Es wird empfohlen, sich beim zuständigen Finanzamt zu erkundigen, ob im konkreten Fall ein Pflichtveranlagungsgrund vorliegt.

Bei Lohnsteuerpflichtigen wird die Einkommensteuer im Rahmen der sogenannten "Arbeitnehmerveranlagung" berechnet. Der Antrag zur Arbeitnehmerveranlagung kann über FinanzOnline elektronisch an das Finanzamt übermittelt werden. Es ist auch möglich, den Antrag per Post zu senden oder persönlich beim zuständigen Finanzamt abzugeben. Sollte es zu einer Steuernachzahlung kommen, kann der Antrag auf Arbeitnehmerveranlagung wieder zurückgezogen werden, sofern kein Pflichtveranlagungsgrund vorliegt.

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Inhaltlicher Stand: 25.02.2020
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