Einkommensteuererklärung

Inhaltliche Beschreibung

Grundsätzlich sind Sie verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung immer dann abzugeben, wenn Sie vom Finanzamt dazu aufgefordert werden (§ 42 Abs 1 Z 1 Einkommensteuergesetz – EStG), d.h. wenn Sie eine Einkommensteuererklärung zugesendet bekommen.

Ergeht keine Aufforderung, ist zu unterscheiden, ob im Einkommen lohnsteuerpflichtige Einkünfte enthalten sind oder nicht.

Eine Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung besteht für unbeschränkt Steuerpflichtige (= Personen mit österreichischem Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in Österreich) insbesondere in jenen Fällen, in denen das steuerfreie Basiseinkommen überschritten ist und nicht nur ein einziger lohnsteuerpflichtiger Bezug vorliegt:

  • Wenn das Einkommen keine lohnsteuerpflichtigen Einkünfte enthält und 11.000 Euro überschreitet
  • Wenn das Einkommen lohnsteuerpflichtige Einkünfte enthält, daneben aber auch andere Einkünfte von insgesamt mehr als 730 Euro erzielt worden sind und das Einkommen 12.000 Euro überschreitet
  • Wenn gleichzeitig zwei oder mehrere nicht selbstständige Tätigkeiten ausgeübt oder zwei oder mehrere Pensionen (die nicht von einem Pensionsträger gemeinsam versteuert worden sind) bezogen werden und das Einkommen mehr als 12.000 Euro beträgt
  • Grundsätzlich auch dann, wenn Einkünfte aus Kapitalvermögen bezogen worden sind, die dem besonderen Steuersatz von 25 Prozent, aber nicht der KESt (Kapitalertragsteuer) unterliegen (insbesondere ausländische Kapitaleinkünfte)

Unabhängig von der Höhe des Einkommens müssen buchführende Einkommensteuerpflichtige eine Einkommensteuererklärung abgeben.

Somit können Sie davon ausgehen, dass Sie im Regelfall eine Einkommensteuererklärung einreichen müssen, wenn Ihr Einkommen als unbeschränkt Steuerpflichtige/unbeschränkt Steuerpflichtiger 11.000 Euro (oder 12.000 Euro) jährlich übersteigt, es sei denn, Sie haben nur ein einziges (oder aufeinanderfolgende) Dienstverhältnis(se) oder nur eine einzige pensionsauszahlende Stelle.

Die Abgabe einer Einkommensteuererklärung empfiehlt sich auch bei Vorliegen eines Verlustes, weil dieser dadurch dem Grunde und der Höhe nach rechtkräftig für Zwecke des Verlustvortrags bescheidmäßig festgesetzt wird.

Im Rahmen der Steuererklärung sind das Einkommen und allfällige weitere Besteuerungsmerkmale des jeweiligen Kalenderjahres offenzulegen (insbesondere die Höhe der Einkünfte, abziehbare Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen, Kinderfreibeträge).

Betroffene Unternehmen

  • Natürliche Personen mit steuerpflichtigem Einkommen
  • Rechtsform

Fristen

Frist zur Einreichung der Abgabenerklärung:

Abgabe der Steuererklärung in Papierform

30. April des Folgejahres

Elektronische Erklärungsabgabe (über FinanzOnline)

30. Juni des Folgejahres

Diese Fristen können auf begründeten Antrag verlängert werden. Bei Vertretung durch eine Steuerberaterin/einen Steuerberater bzw. eine Wirtschaftstreuhänderin/einen Wirtschaftstreuhänder sind auch längere Fristen möglich.

Nähere Informationen zu FinanzOnline finden Sie unter "Verfahrensablauf" und unter "Elektronische Steuererklärung".

HINWEIS Wer mit dem Einkommensteuerbescheid nicht einverstanden ist (z.B. Abweichung des Bescheides von der Erklärung oder Anrechnung noch nicht erklärter Positionen), kann beim zuständigen Finanzamt unter Bekanntgabe und Begründung der gewünschten Änderungen gegen den Bescheid innerhalb eines Monats ab Zustellung Berufung einlegen.

Zuständige Stelle

  • Grundsätzlich ist das Wohnsitzfinanzamt zuständig. Dies gilt auch dann, wenn der Betrieb im Amtsbereich eines anderen Finanzamtes liegt. Auf Antrag der Steuerpflichtigen/des Steuerpflichtigen kann aber die Delegierung der Zuständigkeit auf ein anderes Finanzamt begehrt werden, in dessen Bereich sich eine Betriebsstätte der Steuerpflichtigen/des Steuerpflichtigen befindet.

Verfahrensablauf

  • Beachten Sie bitte, dass Sie grundsätzlich verpflichtet sind, die Einkommensteuererklärung elektronisch über FinanzOnline (Eingaben/Erklärungen) abzugeben. Diese Verpflichtung schließt auch die Abgabe gewisser Beilagen ein.
  • Buchführende Unternehmerinnen/buchführende Unternehmer haben ihre Bilanz und ihre Gewinn- und Verlustrechnung beizulegen bzw. anlässlich der elektronischen Steuererklärung beim Finanzamt einzureichen (§ 44 Abs 1 EStG). Dies kann auch elektronisch erfolgen ("E-Bilanz").
  • Für Einnahmen-Ausgaben-Rechner enthält die Beilage E 1a eine standardisierte Aufstellung der Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben. Eine zusätzliche Einnahmen- Ausgaben-Rechnung in Papierform müssen Sie nicht einreichen.
  • Ist der Steuerpflichtigen/dem Steuerpflichtigen die Übermittlung der Einkommensteuererklärung auf elektronischem Wege mangels technischer Voraussetzungen (z.B. kein Internetanschluss) unzumutbar, ist die Einkommensteuererklärung schriftlich mittels des Formulars Einkommensteuererklärung – E1 beim zuständigen Finanzamt abzugeben.
  • Weiters besteht die Verpflichtung zur Einreichung über FinanzOnline nur für die Steuerpflichtigen, die Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben müssen (Vorjahresumsatz mehr als 30.000 Euro).

HINWEIS Die Anmeldung zu FinanzOnline erfolgt persönlich bei einem Finanzamt (Unternehmerin/Unternehmer, Geschäftsführerin/Geschäftsführer). Die Anmeldung kann auch über eine Wirtschaftstreuhänderin/einen Wirtschaftstreuhänder erfolgen. Für Einzelunternehmerinnen/Einzelunternehmer ist auch die Anmeldung mit der Bürgerkarte möglich.

Erforderliche Unterlagen

Siehe "Verfahrensablauf"

HINWEIS Legen Sie Ihrer Einkommensteuererklärung (E 1) keinen Lohnzettel bei. Dieser wird von der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber oder der pensionsauszahlenden Stelle dem Finanzamt übermittelt. Sie können den Lohnzettel aber auch von der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber anfordern oder die Lohnzetteldatenbank über FinanzOnline einsehen.

In bestimmten Fällen sind weitere Beilagen (neben Einkommensteuererklärung – E1 und E 1a) erforderlich:

  • E 1b für Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung von Grundstücken und Gebäuden
  • E 1c für Einzelunternehmerinnen/Einzelunternehmer mit pauschalierten Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft
  • E 1kv für Einkünfte aus Kapitalvermögen, soweit keine Endbesteuerungswirkung durch den KESt-Abzug gegeben ist
  • L 1i für
    • Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit ohne Lohnsteuerabzug
    • Zusatzangaben bei Erfüllung bestimmter grenzüberschreitender Kriterien
    • Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht (§ 1 Abs 4 EStG)
  • L 1k zur Berücksichtigung eines Kinderfreibetrages, Unterhaltsabsetzbetrages, einer außergewöhnlichen Belastung für Kinder oder zur Nachversteuerung des Arbeitgeberzuschusses für Kinderbetreuung
  • E 11 für Beteiligte an Personengesellschaften

Kosten

Es fallen keine Gebühren und Abgaben an.

Zusätzliche Informationen

Soweit keine Dateneingabe mittels FinanzOnline möglich ist, stehen alle erforderlichen Formulare in der Formulardatenbank auf den Seiten des Bundesministeriums für Finanzen oder bei allen Finanzämtern zur Verfügung.

Rechtsgrundlagen

§§ 42, 44 Einkommensteuergesetz (EStG)

Zum Formular

Stand: 23.01.2013

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Finanzen
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