Körperschaftsteuer

Sobald Unternehmerinnen/Unternehmer als Rechtsform für ihr Unternehmen eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder eine andere juristische Person, wie beispielsweise eine Aktiengesellschaft (AG), wählen, unterliegen sie der Körperschaftsteuer. Dieser Schritt will daher wohl überlegt sein, damit sich die Vorteile, die aus der Rechtsform des Unternehmens generiert werden können, später nicht als Nachteile herausstellen.

Information für Einsteiger

Wenn Sie etwa wegen haftungs- und sozialversicherungsrechtlicher Bestimmungen an Stelle einer Einzelunternehmerin/eines Einzelunternehmers eine GmbH gründen, gestalten sich die Dinge etwas komplizierter. Bei der Gründung einer GmbH wird u.a. die Aufnahme eines Notariatsakts und die Eintragung in das Firmenbuch notwendig. Hier einige Anmerkungen zur Gewinnermittlung:

  • Für eine GmbH benötigen Sie immer eine doppelte Buchführung. Es muss daher eine Bilanz sowie eine Gewinn- und Verlustrechnung erstellt werden. Eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung oder Pauschalierung ist nicht möglich!
  • Weiters benötigt die GmbH ein Stammkapital von mindestens 35.000 Euro. Das mit 1. März 2014 in Kraft getretene Abgabenänderungsgesetz 2014 sieht jedoch in der Anfangsphase der unternehmerischen Tätigkeit die Möglichkeit der Inanspruchnahme einer Gründungsprivilegierung vor. Diese ermöglicht es, eine GmbH lediglich mit einer gründungsprivilegierten Stammeinlage von 10.000 Euro zu gründen und den tatsächlichen Kapitaleinsatz auf 5.000 Euro für einen Zeitraum von maximal zehn Jahren zu beschränken.
  • Die GmbH – so wie andere juristische Personen (Aktiengesellschaften, Vereine, Genossenschaften) – unterliegt der Körperschaftsteuer.

Juristische Personen (Kapitalgesellschaften, Vereine, Genossenschaften) haben für ihre steuerpflichtigen Einkünfte keine Einkommensteuer zu entrichten, sondern unterliegen der Körperschaftsteuer.

Die Körperschaftsteuer wird vom Einkommen berechnet, das nach den einkommensteuerrechtlichen Bestimmungen ermittelt wird, wobei alle Einkünfte den Einkünften aus Gewerbebetrieb zugerechnet werden. Im Gegensatz zur Einkommensteuer ist die Körperschaftsteuer nicht als progressiv gestaffelter Tarif ausgestaltet, sondern als linearer Tarif von 25 Prozent.

Für unbeschränkt steuerpflichtige Kapitalgesellschaften gibt es eine Mindeststeuer in der Höhe von fünf Prozent eines Viertels der gesetzlichen Mindesthöhe des Grund- oder Stammkapitals für jedes volle Kalendervierteljahr (siehe Kapitel "Mindestkörperschaftsteuer").

HINWEIS Wird der Bilanzgewinn an die Gesellschafterinnen/Gesellschafter (natürliche Personen) der Kapitalgesellschaft ausgeschüttet, wird dieser mit der Kapitalertragsteuer (das sind 25 Prozent) belastet. Die Einkommensteuer der Gesellschafterinnen/der Gesellschafter ist damit abgegolten, sofern die Empfängerin/der Empfänger der Ausschüttung nicht von der Regelbesteuerungsoption Gebrauch macht (in diesem Fall wird die Ausschüttung mit dem progressiven Tarif im Rahmen der Veranlagung besteuert).

Die Körperschaftsteuer beträgt 25 Prozent vom steuerpflichtigen Einkommen, unabhängig von dessen Höhe (§ 22 Abs 1 KStG). Im Gegensatz zur Einkommensteuer handelt es sich daher bei der Körperschaftsteuer um einen linearen Steuertarif.

HINWEIS Während die Einkommensteuer (ESt) alle natürlichen Personen betrifft, stellt die Körperschaftsteuer die ESt der juristischen Personen dar.

TIPP Nähere Informationen zu den entsprechenden Regelungen in anderen EU-Mitgliedstaaten finden sich auf Your Europe Business.

Stand: 01.04.2014

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Finanzen
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