Steuern und Abgaben – Allgemeines

Bildung, Förderungen, Sicherheit etc. – die staatlichen Aufgabengebiete sind zahlreich. Um diese gewährleisten zu können, muss der Staat Steuern einheben.

Information für Einsteiger

Steuern und Abgaben sind Begriffe, die mitunter synonym verwendet werden. Die Abgabe ist jedoch ein finanzwissenschaftlicher Überbegriff. Darunter fallen:

Zur Erhebung von Abgaben sind laut Finanz-Verfassungsgesetz (F-VG) ausschließlich der Bund, die Bundesländer und die Gemeinden befähigt. Zuständigkeit sowie die Verfahren zur Festsetzung und Einhebung von Bundesabgaben werden durch das Abgabenverwaltungsorganisationsgesetz 2010 (AVOG 2010) und die Bundesabgabenordnung (BAO) geregelt. Seit 1. Jänner 2010 gilt die BAO in der neuen, mit den Bundesländern und Gemeinden vereinheitlichten Fassung. Das bedeutet, dass die BAO ab diesem Zeitpunkt auch von den Bundesländern und Gemeinden anzuwenden ist. Einige wenige in die BAO aufgenommene länder- und gemeindespezifische Besonderheiten (z.B. Mahngebühren) sind im Anhang an die für den Bund korrespondierende Bestimmung der BAO geregelt (z.B. bei den Mahngebühren in § 227a BAO).

TIPP Auf den Seiten des Bundesministeriums für Finanzen finden Sie weiterführende Informationen zu diesem Thema.

Steuer

Steuern stehen keine unmittelbaren Gegenleistungen gegenüber, sie dienen generell der Finanzierung staatlicher Leistungen.

Steuern können nach unterschiedlichen Kriterien unterteilt werden:

  • Nach der Art der Erhebung:
    • Direkte Steuern: Steuerschuldnerin/Steuerschuldner und Steuerträgerin/Steuerträger sind identisch (z.B. Einkommensteuer, Körperschaftsteuer)
    • Indirekte Steuern: Steuerschuldnerin/Steuerschuldner und Steuerträgerin/Steuerträger sind nicht identisch (z.B. Umsatzsteuer, Tabaksteuer, Mineralölsteuer)
  • Nach dem Steuergegenstand:
  • Nach der Ertragshoheit:
    • Gemeinschaftliche Bundesabgaben (z.B. Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Körperschaftsteuer, Mineralölsteuer, Tabaksteuer)
    • Ausschließliche Bundesabgaben (z.B. Stempel- und Rechtsgebühren, Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichfonds)
    • Ausschließliche Gemeinde-/Landesabgaben (z.B. Kommunalsteuer, Grundsteuer, Feuerschutzsteuer, Fremdenverkehrsabgabe, Jagd- und Fischereiabgaben)
  • Nach Personensteuern und Sachsteuern:
    • Personensteuern: entscheidend für den Steuergegenstand und besonders für die Steuerhöhe ist die persönliche Situation der Steuerschuldnerin/des Steuerschuldners (z.B. Höhe des Einkommens, Familienstand)
    • Sachsteuern: für die Steuerhöhe sind objektbezogene Merkmale entscheidend (z.B. verschiedene Umsatz-Steuersätze für unterschiedliche Warenkategorien oder Dienstleistungen)
  • Nach Veranlagungssteuern und Selbstbemessungssteuern:
    • Veranlagungssteuern: das Finanzamt setzt auf Basis der Steuererklärung die Steuer für ein Kalenderjahr fest, Vorauszahlungen können geleistet werden (z.B. Einkommensteuer)
    • Selbstbemessungssteuern: die Steuerpflichtige/der Steuerpflichtige bzw. die/der zur Einbehaltung von Steuern Verpflichtete berechnet die Steuern selbst (z.B. Normverbrauchsabgabe, Versicherungssteuer)
    • In manchen Fällen erfolgt zunächst eine Selbstbemessung und sodann eine Veranlagung für das vorangegangene Kalenderjahr (z.B. Umsatzsteuervorauszahlungen – Umsatzsteuerveranlagung)
  • Nach regelmäßig zu erhebenden Steuern (Abschnittssteuern) und einmalig anfallenden Steuern:
    • Abschnittssteuern sind insbesondere: Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Körperschaftsteuer, Normverbrauchsabgabe (aus Lieferung)
    • Einmalig anfallende Steuern sind z.B. Grunderwerbsteuer, Normverbrauchsabgabe (aus Eigenimport), Gebühren (im Sinne des Gebührengesetzes)

Durch die Steuerpolitik der Europäischen Union wird gewährleistet, dass die national unterschiedlichen Vorschriften für indirekte Steuern nicht den freien Kapitalverkehr behindern bzw. dass keine Steuerschlupflöcher entstehen. Mindest- und Höchststeuersätze für Mehrwertsteuer und Verbrauchsteuern helfen, allzu starke Wettbewerbsverzerrungen zwischen einzelnen Mitgliedstaaten zu vermeiden. Das Ziel der Europäischen Kommission ist eine größtmögliche Harmonisierung der Steuersätze für indirekte Steuern.

Beiträge sind Geld- oder Sachleistungen, die von Personen geleistet werden, die ein besonderes Interesse an der Errichtung oder Erhaltung öffentlicher Einrichtungen haben (z.B. Kammerbeiträge).

Als Gebühren gelten Entgelte, die von Gebietskörperschaften für bestimmte Leistungen eingehoben werden (z.B. Gebühren für den Anschluss an das öffentliche Wasser- und Abwassernetz, für die Müllabfuhr).

HINWEIS Formulare und weiterführende Informationen befinden sich auf den Seiten des Bundesministeriums für Finanzen.

Stand: 19.02.2014

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Finanzen
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