Umsatzsteuer

In der Regel können Sie davon ausgehen, dass die Leistungen, die Sie gegenüber Ihren Kundinnen und Kunden erbringen, der Umsatzsteuer unterliegen. Der Leistungsbegriff des Umsatzsteuergesetzes 1994 (UStG 1994) erfasst sowohl Warenlieferungen als auch Dienstleistungen.

Information für Einsteiger

Die Umsatzsteuer als solche kommt nur bei der Letztverbraucherin/dem Letztverbraucher, also der Konsumentin/dem Konsumenten zum Tragen. Das liefernde oder leistende Unternehmen übt lediglich die Funktion eines Treuhänders aus: Es kassiert von den Kundinnen/den Kunden die Umsatzsteuer (USt) und muss diese, da nur die Unternehmerin/der Unternehmer die Umsatzsteuer schuldet, in der Folge an das Finanzamt abführen. Jede Unternehmerin/jeder Unternehmer hat aber auch "Vorlieferantinnen/Vorlieferanten", die ihr/ihm Umsatzsteuer für ihre Leistungen verrechnen, die bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen als Vorsteuer geltend gemacht werden kann (§ 12 UStG).

BEISPIEL Beim Einkauf bei Ihrer Lebensmittelhändlerin/Ihrem Lebensmittelhändler wird Ihnen als Endverbraucherin/Endverbraucher als Teil des zivilrechtlichen Preises Umsatzsteuer verrechnet. Die Händlerin/der Händler muss als Steuerschuldnerin/Steuerschuldner diese Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Gleichzeitig bekommt diese/dieser wiederum von ihren/seinen Lieferantinnen/Lieferanten, wie z.B. Fleischhauerin/Fleischhauer, beim Bezug ihrer/seiner Waren bzw. Dienstleistungen, z.B. Reinigungsdienstleistungen, Umsatzsteuer in Rechnung gestellt. Jedoch kann sie/er als Unternehmerin/Unternehmer im Gegensatz zu der privaten Endverbraucherin/dem privaten Endverbraucher, soweit ihre/seine Umsätze steuerpflichtig oder echt steuerbefreit sind, die in Rechnung gestellte USt als Vorsteuer abziehen.

HINWEIS Informationen über aktuelle gesetzliche Änderungen voraussichtlich ab Mai 2014

Der Umsatzsteuer (USt) unterliegen:

  • Die Lieferungen und sonstigen Leistungen (z.B. Dienstleistungen der Freiberuflerinnen/Freiberufler, Handwerkerleistungen, aber auch die Vermietung, Verpachtung und Lizenzüberlassung), die im Inland gegen Entgelt im Rahmen eines Unternehmens ausgeführt werden (§ 1 Abs 1 Z 1 UStG)
  • Der Eigenverbrauch
  • Die Einfuhr von Gegenständen aus einem Drittland ins Inland
  • Der innergemeinschaftliche Erwerb

Abgesehen von den genannten Tatbeständen kann eine Steuerschuld auch aufgrund einer unrichtigen oder unberechtigten Rechnungslegung entstehen. Nähere Informationen dazu finden sich im Kapitel "Rechnung".

Unternehmerin/Unternehmer ist jede/jeder, die/der eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbstständig ausübt, z.B. als Gewerbetreibende/Gewerbetreibender, Journalistin/Journalist, Vortragende/Vortragender, Vermieterin/Vermieter (§ 2 Abs 1 und § 3a Abs 5 UStG).

Unternehmerinnen/Unternehmer, die ihren Wohnsitz oder Sitz im Inland haben und deren Jahresumsatz im laufenden Kalenderjahr 30.000 Euro nicht übersteigt, sind von der Umsatzsteuer befreit, können aber auch keinen Vorsteuerabzug geltend machen ("Kleinunternehmer-Regelung").

Zu beachten ist weiter das sogenannte "Reverse Charge System", das den Übergang der Steuerschuld auf die Unternehmerin/den Unternehmer als unternehmerisch tätige Leistungsempfängerin/unternehmerisch tätiger Leistungsempfänger vorsieht. Dies gilt für Werklieferungen/Dienstleistungen einer ausländischen Unternehmerin/eines ausländischen Unternehmers, wenn diese/dieser im Inland weder ihr/sein Unternehmen betreibt, noch eine an der Leistungserbringung beteiligte Betriebsstätte hat und die betreffende Dienstleistung aufgrund der Leistungsortregel (§ 3a UStG) in Österreich erbracht wird. Zum Übergang der Steuerschuld kommt es auch bei bestimmten inländischen Leistungen, wie z.B. bei Bauleistungen, Lieferungen von Mobilfunkgeräten, oder Umsätzen, die von der ab 1. Jänner 2014 geltenden Umsatzsteuerbetrugsbekämpfungsverordnung erfasst sind (§ 19 Abs 1 zweiter Satz bis Abs 1e UStG).

In diesen Fällen erhält die Unternehmerin/der Unternehmer von der leistenden Unternehmerin/dem leistenden Unternehmer lediglich eine Rechnung über den Nettobetrag (kein Steuerausweis!) und schuldet die darauf entfallende Umsatzsteuer. Ist die Unternehmerin/der Unternehmer zum Vorsteuerabzug berechtigt, kann sie/er als Leistungsempfängerin/Leistungsempfänger die selbst berechnete Umsatzsteuer in derselben Umsatzsteuervoranmeldung als Vorsteuer abziehen (Art 12 Abs 1 Z 1 UStG). Der ganze Vorgang spielt sich nur am Papier ab; es sind nicht wirklich Zahlungen zu leisten.

Nicht alle dem UStG unterliegenden Umsätze sind steuerpflichtig. Das UStG enthält eine Reihe von Steuerbefreiungen (§ 6 UStG).

Stand: 18.02.2014

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Finanzen
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