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Kleinunternehmer

Wenn der Gesamtumsatz als Unternehmerin/Unternehmer in einem Jahr nicht mehr als 35.000 Euro (bis 31. Dezember 2019 30.000 Euro) netto beträgt, besteht eine Befreiung von der Umsatzsteuer (§ 6 Abs 1 Z 27 Umsatzsteuergesetz – UStG). Bei der Ermittlung des Gesamtumsatzes von 35.000 Euro sind neben Hilfsgeschäften einschließlich der Geschäftsveräußerung im Ganzen seit 1. Jänner 2017 [siehe Abgabenänderungsgesetz 2016 (AbgÄG 2016)] auch Umsätze, die nach § 6 Abs 1 Z 8 lit d und j, Z 9 lit b und d, Z 10 bis 15, Z 17 bis 26 und Z 28 UStG 1994 (unecht) steuerfrei sind, nicht in die Umsatzgrenze miteinzubeziehen. Ein einmaliges Überschreiten dieser Grenze um nicht mehr als 15 Prozent innerhalb von fünf Kalenderjahren ist möglich! Man nennt diese Steuerbefreiung "Kleinunternehmerregelung".

Info ACHTUNG

Diese Regelungen gelten für alle Unternehmerinnen/Unternehmer aus EU-Mitgliedstaaten in Österreich.

Kleinunternehmerinnen/Kleinunternehmer dürfen für erbrachte steuerfreie Leistungen keine Umsatzsteuer in Rechnung stellen und brauchen somit auch keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Da es sich um eine unechte Steuerbefreiung handelt, steht kein Vorsteuerabzug zu.

Weist eine Kleinunternehmerin/ein Kleinunternehmer dennoch die Umsatzsteuer in einer Rechnung gesondert aus, so schuldet sie/er diesen Steuerbetrag dem Finanzamt, sofern sie/er die Rechnung nicht gegenüber seiner Leistungsempfängerin/seinem Leistungsempfänger berichtigt.

Wenn ausschließlich Endverbraucherinnen/Endverbraucher zum Kundenkreis einer Unternehmerin/eines Unternehmers zählen und keine nennenswerten Vorsteuern anfallen, kann sich die "Kleinunternehmerregelung" als vorteilhaft erweisen, weil sich dadurch die Leistungen der Unternehmerin/des Unternehmers am Markt verbilligen (der Gesamtpreis enthält keine USt).

Für Kleinunternehmerinnen/Kleinunternehmer besteht jedoch die Möglichkeit, auf die Steuerbefreiung zu verzichten. In diesem Fall erfolgt die Besteuerung nach den allgemeinen Grundsätzen (steuerpflichtige Umsätze verbunden mit dem Recht auf Vorsteuerabzug nach § 12 UStG). Von Vorteil ist ein solcher Verzicht, wenn die eigene Steuerschuld geringer ist als die zu erlangenden Vorsteuerbeträge, oder, um die Kostenneutralität der Umsatzsteuer zu wahren, überwiegend an zum Vorsteuerabzug berechtigte Unternehmerinnen/Unternehmer geleistet wird. Bis zur Rechtskraft des Umsatzsteuerbescheides kann gegenüber dem Finanzamt schriftlich erklärt werden, auf die Kleinunternehmerregelung zu verzichten (§ 6 Abs 3 UStG). Diese Erklärung, die widerrufen werden kann, bindet zwar für mindestens fünf Jahre, dafür ist aber in dieser Zeit für die als Unternehmerin/Unternehmer bezogene Leistungen bzw. eingeführte Gegenstände der Vorsteuerabzug möglich.

Hinweis: Kleinunternehmer haben nur dann einen Anspruch auf Erteilung einer UID-Nummer, wenn sie diese für Geschäftsbeziehungen mit Unternehmerinnen/Unternehmern in anderen EU-Staaten benötigen und können eine UID-Nummer zu diesem Zweck beantragen (Formular U15).

Rechtsgrundlagen

Formulare

Services zu diesem Thema

Inhaltlicher Stand: 03.02.2020
Abgenommen durch:
  • USP-Redaktion
  • Bundesministerium für Finanzen
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