Steuerbefreiungen

Das Umsatzsteuergesetz (UStG) unterscheidet zwischen echten und unechten Steuerbefreiungen. Bei der echten Steuerbefreiung bleibt das Recht auf Vorsteuerabzug unberührt, wie z.B. bei:

  • Ausfuhrlieferungen in Drittstaaten (spezielle Vorschriften gelten bei den sogenannten "Touristenexporten"). Details finden sich im Abschnitt "Ausfuhrlieferung/Innergemeinschaftliche Lieferung".
  • Be- und Verarbeitung ("Lohnveredelung") an Gegenständen

Bei der unechten Steuerbefreiung steht kein Recht auf Vorsteuerabzug zu, wie z.B. bei:

  • Geld- und Bankumsätzen (z.B. Kreditgewährung)
  • Grundstücksverkäufen
  • Leistungen von Versicherungsvertreterinnen/Versicherungsvertretern
  • Ärztlichen Leistungen
  • Umsätzen der Kleinunternehmerinnen/Kleinunternehmer (Details finden sich im Abschnitt "Kleinunternehmer")

Zu beachten ist, dass bei einigen unechten Steuerbefreiungen, wie z.B. bei der Lieferung von Grundstücken, die gesetzliche Möglichkeit besteht, auf deren Anwendung zu verzichten und durch diese Option die eigenen Leistungen/die Umsätze als steuerpflichtig zu behandeln. Anzuwenden ist dann der Normalsteuersatz von 20 Prozent und der Vorsteuerabzug steht nach Maßgabe des § 12 UStG zu. Die gesetzliche Regelung zum Verzicht auf die Steuerbefreiung enthält § 6 Abs 2 UStG.

Die Ausübung der Option, die für jeden einzelnen Umsatz möglich ist, erfordert keine besondere Erklärung gegenüber dem Finanzamt. Es genügt eine entsprechende Behandlung in der Umsatzsteuervoranmeldung bzw. -erklärung.

HINWEIS Bei der Vermietung und Verpachtung von Grundstücken sowie bei Leistungen von Wohnungseigentumsgemeinschaften (§ 6 Abs 1 Z 16 und Z 17 iVm § 6 Abs 2 UStG) setzt die Option zur Steuerpflicht voraus, dass die Mieterin/der Mieter bzw. die Pächterin/der Pächter das Grundstück nahezu ausschließlich für Umsätze verwendet, die den Vorsteuerabzug nicht ausschließen. Ab 1. Jänner 2017 sind kurzfristige Vermietungen von Grundstücken (z.B. von Räumlichkeiten für Veranstaltungen) durch Unternehmerinnen/Unternehmer, die voll zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, nicht mehr von dieser Steuerbefreiung erfasst und somit steuerpflichtig (Abgabenänderungsgesetz 2016).

Rechtsgrundlagen

Stand: 01.01.2017

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Finanzen

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