Werbeabgabe

Inhaltliche Beschreibung

Für die entgeltliche Erbringung von Werbeleistungen durch eine Werbeleisterin/einen Werbeleister im Inland muss Werbeabgabe bezahlt werden.

Werbeleistung, d.h. Werbung, ist die besondere Anpreisung der Vorzüge von am Markt angebotenen Leistungen, die auf eine direkte oder indirekte Werbewirkung abzielen.

Die Werbung muss im Inland erfolgen bzw. bei Werbungen aus dem Ausland für das Inland bestimmt sein.

Eigenwerbung ist nicht steuerpflichtig.

Als Werbeleistung (Werbung) gilt

  • Die Veröffentlichung von Werbeeinschaltungen in Druckwerken im Sinne des Mediengesetzes. Dazu gehören auch:
    • Werbeeinschaltungen im Druckwerk selbst ("abgedruckte Werbeanzeige")
    • Einheften von Werbebeilagen in Druckwerken
    • Aufkleben von Werbebeilagen auf dem Druckwerk
    • jedwede andere Form der Beilage einer Werbung zum Druckwerk (bloßes Einlegen, gemeinsame Versendung oder Abgabe)
  • Die Veröffentlichung von Werbeeinschaltungen in Hörfunk und Fernsehen
    • im Zuge eines geschlossenen Werbeblocks
    • als Einschub während anderer Sendeleistungen
    • im Wege einer Patronanz-Sendung (z.B. diese Sendung widmete Ihnen)
    • bei entgeltlichem Product-Placement
  • Die Duldung der Benützung von Flächen und Räumen zur Verbreitung von Werbebotschaften (z.B. Gebäudeflächen, Fahrzeuge, Plakatständer, Fahnen, Transparente, Projektionen)

Steuersatz

Die Werbeabgabe beträgt 5 Prozent der Bemessungsgrundlage.

Bemessungsgrundlage

Der Abgabenberechnung liegt das Entgelt im Sinne des § 4 Umsatzsteuergesetz 1994 (UStG 1994) zugrunde, welches die Übernehmerin/der Übernehmer des Auftrages der Auftraggeberin/dem Auftraggeber in Rechnung stellt. Die Werbeabgabe ist nicht Teil der Bemessungsgrundlage.

Betroffene Unternehmen

Werbeleisterinnen/Werbeleister sind

  • Die Verlegerinnen/die Verleger von Printmedien im Sinne des Mediengesetzes (insb. Zeitungsverlage)
  • Die Betreiberinnen/die Betreiber von Medien im Bereich von Hörfunk und Fernsehen (insb. ORF, Privatsender)
  • Personen und Institutionen, die Flächen und Räume zur Verbreitung von Werbebotschaften zur Verfügung stellen ("Vermieterinnen/Vermieter" von Plakatflächen, Transparenten u.ä.)

Keine Werbeleisterinnen/Werbeleister sind Unternehmerinnen/Unternehmer, die bloß die Besorgung einer Werbeleistung bei einer Werbeleisterin/einem Werbeleister übernehmen (insb. Werbeagenturen).

Fristen

Die Werbeabgabe muss selbst berechnet und bis zum 15. des zweitfolgenden Monats nach Entstehen des Abgabenanspruches entrichtet werden. Nach Ablauf des Jahres (Termin 31. März des Folgejahres) ist eine Abgabenerklärung (mit Art der Werbebotschaft und darauf entfallende Entgelte) abzugeben.

Bagatellgrenze

Beträge unter 50 Euro (pro Monat) sind zunächst nicht zu entrichten, müssen aber in der Jahresveranlagung nachträglich bezahlt werden, wenn der Gesamtbetrag die Bagatellgrenze von 500 Euro pro Jahr übersteigt. Auch die Verpflichtung zur Einreichung einer Jahresabgabenerklärung entfällt daher, wenn die Summe der Werbeabgabe 500 Euro pro Jahr nicht erreicht.

Zuständige Stelle

Das Finanzamt, das für die Erhebung der Umsatzsteuer der Abgabenschuldnerin/des Abgabenschuldners zuständig ist.

Verfahrensablauf

Die Werbeabgabe wird nach Ablauf des Kalenderjahres (Wirtschaftsjahres) veranlagt. Bis zum 31. März eines jeden Jahres muss eine Abgabenerklärung für das vorangegangene Jahr übermittelt werden, in der die Art der Werbeleistungen und die darauf entfallenden Entgelte angeführt sind.

Unternehmerinnen/Unternehmer, die ihre Umsätze nach § 17 UStG berechnen (Ist-Besteuerung), errechnen die Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten.

Erforderliche Unterlagen

Unternehmerinnen/Unternehmer müssen Aufzeichnungen über die übernommenen Werbeleistungen, die Auftraggeberinnen/Auftraggeber und die Grundlagen zur Berechnung der Werbeabgabe führen.

Rechtsgrundlagen

Werbeabgabegesetz 2000

Experteninformation

Es steht keine Experteninformation zur Verfügung.

Stand: 01.01.2019

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Finanzen

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