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Hilfsmöglichkeiten für Unternehmen

Werbewirksame "Spenden" zur Katastrophenhilfe

Gemäß § 4 Abs 4 ZEStG haben Unternehmen die Möglichkeit, Hilfeleistungen in Geld- oder Sachwerten, die sie im Zusammenhang mit akuten Katastrophen im In- oder Ausland tätigen, steuerlich als Betriebsausgaben abzuschreiben. Als Katastrophenfall kommen Naturkatastrophen (z.B. Hochwasser-, Erdrutsch-, Vermurungs-, Lawinen-, Schneekatastrophen und Sturmschäden sowie Schäden durch Flächenbrand, Strahleneinwirkung, Erdbeben, Felssturz oder Steinschlag), technische Katastrophen (z.B. Brand- oder Explosionskatastrophen), kriegerische Ereignisse, Terroranschläge oder sonstige humanitäre Katastrophen (z.B. Seuchen, Hungersnöte, Flüchtlingskatastrophen) in Betracht. Der Spendenabzug nach § 4 Abs 4 ZEStG ist betraglich nicht begrenzt. Voraussetzung für die steuerliche Behandlung als Betriebsausgaben ist die Werbewirksamkeit, daher liegen inhaltlich keine "Zuwendungen" oder Spenden vor, sondern Werbeaufwendungen, wobei an die Werbewirksamkeit keine hohen Anforderungen gestellt werden.

Diese gilt u.a. als gegeben

  • bei medialer Berichterstattung über die Spende,
  • bei Berichterstattung über die Spende in Kundinnen-/Kundenschreiben und Klientinnen-/Klientenschreiben,
  • bei Spendenhinweisen auf Plakaten, in Auslagen, an der Kundenkasse oder auf der Homepage des Unternehmens,
  • beim Anbringen eines für Kundinnen/Kunden sichtbaren Aufklebers im Geschäftsraum oder auf einem Firmen-Kfz oder
  • wenn die Unternehmerin/der Unternehmer im Rahmen der Eigenwerbung ihres/seines Unternehmens auf die Spenden hinweist.

Für die Abzugsfähigkeit von werbewirksamen "Katastrophenspenden" ist es gleichgültig, wer die Empfängerinnen/die Empfänger sind (z.B. Hilfsorganisationen, Geschäftspartnerinnen/Geschäftspartner, eigene Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer, andere Familien oder Personen).

Spenden für humanitäre Zwecke

Ohne Werbecharakter, jedoch betraglich begrenzt (siehe unten) absetzbar sind Spenden für mildtätige Zwecke, für Zwecke der Entwicklungszusammenarbeit und für Zwecke nationaler und internationaler Katastrophenhilfe. Voraussetzung ist, dass die spendenempfangende Einrichtung (z.B. mildtätiger Verein) in die Liste der begünstigten Spendenempfänger des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) aufgenommen wurde.

Spenden für Umwelt- und Naturschutz, für Forschung und Erwachsenenbildung und für weitere Zwecke

Begünstigte Spendenempfänger sind weiters Umwelt-, Natur- und Artenschutzeinrichtungen und behördlich genehmigte Tierheime. Abziehbar sind auch Zuwendungen an Dachverbände zur Förderung des Behindertensports. Weiters sind unter bestimmten Voraussetzungen Zuwendungen im Interesse der Wissenschaft und Forschung, in Bereichen der Kunst und Kultur sowie der Erwachsenenbildung abziehbar. Voraussetzung für den Spendenabzug in all diesen Fällen ist, dass die empfangende Einrichtung in die Liste der begünstigten Spendenempfänger eingetragen ist.

In bestimmten Fällen sind begünstigte Spendenempfänger direkt im Gesetz angeführt, wie z.B. die Österreichische Nationalbibliothek, oder allgemein umschrieben, wie etwa Museen von Körperschaften öffentlichen Rechts. Abziehbar sind auch Spenden an die freiwillige Feuerwehr. In diesen Fällen ist kein Eintrag in die Liste als Voraussetzung für den Abzug erforderlich. Ebenfalls keine Listeneintragung ist für begünstigte Forschungsförderungseinrichtungen nach dem Bundes-Stiftungs- und Fondsgesetz (BStFG) bzw. dem Bundes-Stiftungs- und Fondsgesetz 2015 (BStFG 2015) und für nach diesen Bundesgesetzen entsprechenden, landesgesetzlichen Regelungen errichtete Stiftungen oder Fonds erforderlich, die ausschließlich der Erfüllung von Aufgaben der Forschungsförderung dienen.

Die hier besprochenen Spenden sind sowohl bei Unternehmen (als Betriebsausgaben) als auch bei Privatpersonen (als Sonderausgaben) abzugsfähig und zwar maximal in Höhe von 10 Prozent des Gewinns (für Betriebsausgaben) oder des Gesamtbetrags der Einkünfte (als Sonderausgaben).

Rechtsgrundlagen

§ 4 Einkommensteuergesetz (EStG)

Inhaltlicher Stand: 01.01.2019
Abgenommen durch: Bundesministerium für Finanzen
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