Geringfügig Beschäftigte

Allgemeines

Ein Beschäftigungsverhältnis gilt dann als geringfügig, wenn das gebührende Entgelt folgende Beträge

  • bei einer Beschäftigung, die für eine kürzere Zeit als einen Kalendermonat vereinbart ist, pro Arbeitstag,
  • bei einer Beschäftigung, die für mindestens einen Kalendermonat oder auf unbestimmte Zeit vereinbart ist, pro Monat,

nicht übersteigt:

Im JahrPro Arbeitstag

Pro Monat

201531,17 Euro405,98 Euro
201430,35 Euro395,31 Euro
201329,70 Euro386,80 Euro
201228,89 Euro376,26 Euro
201128,72 Euro374,02 Euro
201028,13 Euro366,33 Euro
200927,47 Euro357,74 Euro

Der monatliche Höchstbetrag darf auch bei einer Beschäftigung, die für eine kürzere Zeit als einen Kalendermonat vereinbart ist, nicht überschritten werden.

HINWEIS Bei geringfügiger Beschäftigung ist das Bruttoentgelt gleich dem Nettoentgelt, da von der Dienstnehmerin/vom Dienstnehmer keine Sozialversicherungsbeiträge und keine Lohnsteuer zu zahlen sind.

Arbeitsrechtliche Anmerkung

Für geringfügig beschäftigte Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer gelten – bei geringem Stundenausmaß mit Ausnahme der Kündigungsregelung im Angestelltengesetz – die selben arbeitsrechtlichen Bestimmungen wie für alle übrigen Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer. So haben geringfügig beschäftigte Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer beispielsweise auch Anspruch auf Urlaub, auf Pflegefreistellung und Abfertigung unter den selben Voraussetzungen wie allen übrigen Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer.

HINWEIS Je nachdem, welcher Kollektivvertrag zur Anwendung kommt, haben geringfügig beschäftigte Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer Anrecht auf Sonderzahlungen, wie beispielsweise Urlaubszuschuss und Weihnachtsremuneration. Sonderzahlungen werden bei der Berechnung, ob die Geringfügigkeitsgrenze überschritten wurde, nicht einbezogen.

Sozialversicherung

Geringfügig beschäftigte Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer sind unfallversichert. Die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber hat die geringfügig Beschäftigten bei der zuständigen Gebietskrankenkasse anzumelden (Anmeldung von Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern).

Den geringfügig Beschäftigten wird eine freiwillige Kranken- und Pensionsversicherung empfohlen.

Den Antrag "Selbstversicherung bei geringfügiger Beschäftigung - Anmeldung" (zum Download) müssen die geringfügig Beschäftigten bei der zuständigen Gebietskrankenkasse selbst stellen. Der Beitrag von 57,30 Euro für das Jahr 2015 muss von der Arbeitnehmerin/dem Arbeitnehmer monatlich eingezahlt werden.

Mehrere geringfügige Beschäftigungen

Wer mehrere geringfügige Beschäftigungen ausübt, die in Summe die monatliche Geringfügigkeitsgrenze von 405,98 Euro für das Jahr 2015 – für das Jahr 2014 waren es 395,31 Euro – übersteigen, ist auch in der Kranken- und Pensionsversicherung pflichtversichert und hat vom gesamten Entgelt Beiträge zu entrichten. Somit entsteht für die geringfügig Beschäftigten Anspruch auf Leistungen der Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung.

Geringfügige Beschäftigung neben einer Vollversicherung

Geringfügige Einkommen sind beitragspflichtig in der Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung, wenn daneben ein vollversichertes Beschäftigungsverhältnis besteht.

Links

Stand: 06.02.2015

Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Gesundheit
  • Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
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