Einkommensteuererklärung leicht gemacht mit der Kleinunternehmerpauschalierung

Unternehmen mit bis zu 35.000 Euro Umsatz können ihre Betriebsausgaben mit 45 Prozent der Einnahmen pauschalieren.

Unternehmerinnen/Unternehmer müssen in der Regel bis 30. April 2021, bzw. über FinanzOnline bis 30. Juni 2021, ihre Einkommensteuererklärung für das Kalenderjahr 2020 beim Finanzamt einreichen. Dabei haben kleinere Unternehmen die Möglichkeit, die Betriebsausgaben bzw. den Gewinn anhand von Pauschalierungen zu ermitteln und sich so die Einkommenssteuerklärung zu vereinfachen.

Dabei können sie frei wählen, ob sie ihren Gewinn mit einer vollständigen Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, der Kleinunternehmerpauschalierung oder auch einer anderen Pauschalierung ermitteln. So können bei Betrieben mit Umsätzen von bis zu 220.000 Euro ohne Buchführung die Betriebsausgaben je nach Tätigkeit pauschal mit 6 oder 12 Prozent ermittelt werden (Basispauschalierung). Für bestimmte Branchen wie das Gastgewerbe, Drogistinnen/Drogisten oder Künstlerinnen/Künstlern gibt es eigene Pauschalierungen (branchenspezifische Pauschalierungen).

Die Kleinunternehmerpauschalierung

Für die Veranlagung 2020 gibt es erstmals die Möglichkeit, eine Kleinunternehmerpauschalierung in Anspruch zu nehmen. So können Steuerpflichtige mit Einkünften aus Gewerbebetrieb oder selbstständiger Tätigkeit mit einem Umsatz von bis zu 35.000 Euro ihren Gewinn anhand von pauschalierten Betriebsausgaben ermitteln. Dafür werden die Betriebsausgaben pauschal mit 45 Prozent (bei Dienstleistungsbetrieben 20 Prozent) der Betriebseinnahmen aus Umsätzen festgelegt. 

Die Anwendung der Kleinunternehmerpauschalierung führt dazu, dass die tatsächlichen Ausgaben nicht mehr nachgewiesen werden müssen. Genauso wenig muss für die Finanz ein Wareneingangsbuch und eine Anlagenkartei unterjährig geführt werden. Für die Einkommenssteuererklärung bedarf es daher nur mehr der Angaben zu der Branche, dem Umsatz und den Sozialversicherungsbeiträgen.

Mann bearbeitet Finanzunterlagen

Neuerungen für das Kalenderjahr 2021

Ab der Veranlagung 2021 können alle Kleinunternehmerinnen/Kleinunternehmer, auf die die Umsatzsteuerbefreiung anwendbar ist, auch von der Kleinunternehmerpauschalierung bei der Einkommensteuer profitieren. Die Pauschalierung kann auch dann genutzt werden, wenn die Umsatzsteuerbefreiung alleine wegen folgenden Gründen nicht anwendbar ist: Erzielte Umsätze führen zu Einkünften, die von der Pauschalierung nicht betroffen sind oder es wurde auf die Umsatzsteuerbefreiung verzichtet.

Ab dem Kalenderjahr 2021 können somit Unternehmerinnen/Unternehmer mit Bruttoumsätzen von bis zu 42.000 Euro ihren Gewinn pauschal ermitteln. Durch die Gesetzesänderung gilt außerdem die Toleranzregel der Umsatzsteuerbefreiung nun auch für die Kleinunternehmerpauschalierung: Wenn der Umsatz innerhalb von fünf Jahren die Pauschalierungsgrenze nur einmal um maximal 15 Prozent überschreitet, kann der Gewinn weiterhin pauschal ermittelt werden.

Weitere Informationen zur ''Kleinunternehmerpauschalierung'' und anderen ''Pauschalierungen'' gibt es auf USP.gv.at.

Letzte Aktualisierung: 26. Februar 2021

Für den Inhalt verantwortlich: USP-Redaktion