Gesundheit am Arbeitsplatz und Wiedereingliederungsteilzeit

Schritt für Schritt aus dem längeren Krankenstand zurückkehren.

Ob in der Pflege, im Handel, auf der Baustelle oder auf der Autobahn: Schwere körperliche Arbeit und psychische Belastung können zu chronischen physischen oder psychischen Erkrankungen und langen Krankenständen führen. Solche Erkrankungen sind nicht nur berufs- sondern auch geschlechtsspezifisch geprägt, da Berufe in Pflege und Handel typischerweise von Frauen, Berufe im Bau oder im Fernverkehr hingegen von Männern ausgeübt werden.

Die Wiedereingliederungsteilzeit

Sollte es zu einem längeren Krankenstand kommen, können Arbeitnehmerinnen/ Arbeitnehmer durch die Wiedereingliederungsteilzeit sanft in den Beruf zurückkehren. Dafür müssen gewisse Voraussetzungen gegeben sein: zum Beispiel muss das Arbeitsverhältnis vor Eintritt des Krankenstandes mindestens drei Monate bestanden haben und der Krankenstand selbst mindestens sechs Wochen gedauert haben. Außerdem muss eine Beratung bei der Initiative "fit2work" durchgeführt werden.

Die Wiedereingliederungsteilzeit muss zwischen Arbeitgeberin/Arbeitgeber und Arbeitnehmerin/Arbeitnehmer schriftlich vereinbart werden und kann ein bis sechs Monate dauern. Währenddessen muss die Arbeitszeit um mindestens ein Viertel und höchstens die Hälfte reduziert werden. Die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber bezahlt das entsprechend reduzierte Entgelt. Zusätzlich erhält die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer ein Wiedereingliederungsgeld aus Mitteln der Krankenversicherung, ist pensionsversichert und genießt für die Dauer der Wiedereingliederungsteilzeit einen Motivkündigungsschutz. Einen Rechtsanspruch auf Wiedereingliederungsteilzeit gibt es nicht.

Weitere Informationen zur "Wiedereingliederungsteilzeit" finden sich im USP.

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Gesundheit am Arbeitsplatz

Die von der Bundesregierung geschaffene Initiative "fit2work" unterstützt Betriebe dabei, längeren Arbeitsausfällen vorzubeugen und die Gesundheit ihrer Belegschaft zu fördern. Die Erstberatung erfolgt kostenlos.

Weiterführende Informationen zu psychischen Belastungen wie z.B. Burnout oder Stress finden Sie auf der Website des Arbeitsinspektorats. Der ÖGB bietet außerdem ausführliche Informationen rund um das Thema "Suizidprävention und Umgang mit Trauer am Arbeitsplatz" an.

Letzte Aktualisierung: 18. November 2021

Für den Inhalt verantwortlich: USP-Redaktion