Der Gebrauch von Cookies erlaubt uns Ihre Erfahrungen auf dieser Website zu optimieren. Wir verwenden Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Durch Fortfahren auf unserer Website stimmen Sie dieser Verwendung zu. Erfahren Sie mehr

Dienstverhinderung von Arbeitnehmern

Achtung

Dieses "Thema des Monats" März 2015 entspricht den Regelungen zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung und wird nicht laufend aktualisiert.

Allgemeines

Sind Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer aufgrund persönlicher Umstände "dienstverhindert", kann das für die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber einige Fragen aufwerfen. Nicht nur Krankheit und familiäre Gründe, sondern beispielsweise auch Behördenwege und Arztbesuche, die nur während der Dienstzeit erledigt werden können, können zu Dienstverhinderungen führen.

In der Regel haben die Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer für einen gewissen Zeitraum Anspruch darauf, dass das Entgelt trotz Dienstverhinderung ausbezahlt wird. Dieses Thema des Monats gibt einen Überblick über die verschiedenen Arten der Dienstverhinderung und die damit verbundenen Rechte und Pflichten.

Weitere allgemeine Informationen zum Thema "Dienstverhinderung" finden sich ebenfalls auf USP.gv.at.

Krankheit von Arbeitnehmern

Hindert eine Erkrankung oder Verletzung die Arbeitnehmerin/den Arbeitnehmer an der Erbringung der Arbeitsleistung, hat diese/dieser Anspruch auf Entgeltfortzahlung für sechs Wochen, sofern sie/er dies nicht vorsätzlich oder durch grobe Fahrlässigkeit verschuldet hat. Je nach Dauer des Arbeitsverhältnisses erhöht sich der Anspruch der Arbeitnehmerin/des Arbeitnehmers auf Entgeltfortzahlung auf bis zu zwölf Wochen. Für jeweils weitere vier Wochen hat die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer Anspruch auf das halbe Entgelt. Bei Wiedererkrankung innerhalb eines Arbeitsjahres gibt es unterschiedliche Regelungen für Arbeiterinnen/Arbeiter und Angestellte.

Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer sind verpflichtet, die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber im Falle einer Krankheit unverzüglich, das bedeutet ohne schuldhaftes Zögern, zu informieren. Die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber kann bereits ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit von der Arbeitnehmerin/dem Arbeitnehmer die Vorlage einer ärztlichen Bestätigung verlangen. In der Praxis ist sie jedoch oft erst ab dem vierten Tag der Krankheit erforderlich.

Als Beginn der Arbeitsunfähigkeit gilt in der Regel der von der Ärztin/dem Arzt festgestellte Tag. Grundsätzlich ist die Ärztin/der Arzt auch für die Gesundmeldung zuständig. Doch auch eine Online-Selbstabmeldung vom Krankenstand über die Portale der Gebietskrankenkassen ist möglich. Diese wird gleichwertig wie eine Gesundmeldung bei der Ärztin/dem Arzt behandelt. Dienstgeberinnen/Dienstgeber können die Krankenstandsdaten ihrer Dienstnehmerinnen/ihrer Dienstnehmer online abrufen.

Nähere Informationen zu den Themen "Krankheit Arbeitnehmer", "Krankmeldung" sowie "Entgeltfortzahlung bei Krankheit" finden sich ebenfalls auf USP.gv.at

Pflegefreistellung

Ist eine Arbeitnehmerin/ein Arbeitnehmer in einem privatrechtlichen Dienstverhältnis aufgrund der notwendigen Pflege einer/eines – im gemeinsamen Haushalt lebenden – erkrankten nahen Angehörigen "dienstverhindert", hat sie/er unter gewissen Voraussetzungen Anspruch auf Pflegefreistellung. Unter nahen Angehörigen sind folgende Personen zu verstehen:

  • Personen, die in gerader Linie verwandt sind (z.B. Kinder, Enkelkinder, Eltern, Großeltern)
  • Wahl- und Pflegekinder
  • Leibliche Kinder der Ehegattin/des Ehegatten, der eingetragenen Partnerin/des eingetragenen Partners oder der Lebensgefährtin/des Lebensgefährten
  • Die Ehegattin/der Ehegatte, die eingetragene Partnerin/der eingetragene Partner sowie die Person, mit der die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer in einer Lebensgemeinschaft lebt

Ausnahme: Eltern haben auch dann Anspruch auf Pflegefreistellung für ihr Kind, wenn sie nicht mit diesem in einem gemeinsamen Haushalt leben.

Ausführliche Informationen zum Thema "Pflegefreistellung" finden sich ebenfalls auf USP.gv.at.

Familienhospizkarenz

Im Rahmen der Familienhospizkarenz haben Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer die Möglichkeit, sterbende Angehörige sowie ihre im gleichen Haushalt lebenden, schwerst erkrankten Kinder über einen bestimmten Zeitraum zu begleiten. Neben der Herabsetzung der Arbeitszeit ist eine Änderung der Lage der Arbeitszeit (z.B. Frühdienst statt Spätdienst) oder auch eine gänzliche Freistellung von der Arbeitsleistung gegen Entfall des Entgelts (Karenz) möglich.

Die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer muss die gewählte Maßnahme der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber schriftlich bekannt geben. Der Grund für die Maßnahme bzw. deren Verlängerung ist glaubhaft zu machen.

Ab der Bekanntgabe der Sterbebegleitung bzw. der Begleitung schwerst erkrankter Kinder ist die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer bis zu vier Wochen nach deren Ende kündigungs- und entlassungsgeschützt.

Weitere Informationen zum Thema "Familienhospizkarenz" finden sich ebenfalls auf USP.gv.at.

Sonstige Gründe der Dienstverhinderung

Eine Arbeitnehmerin/ein Arbeitnehmer hat bei Vorliegen sonstiger wichtiger Gründe, die ihre/seine Person betreffen, beispielsweise

  • Hochzeit
  • Geburt eines Kindes (gilt für den Vater)
  • Hochzeit naher Angehöriger
  • Todesfall naher Angehöriger
  • Umzug
  • Vorladung zu Behörden
  • Arztbesuch

pro Anlassfall Anspruch auf Entgeltfortzahlung für eine verhältnismäßig kurze Zeit (in der Regel für maximal 1 Woche).

Handelt es sich bei Amtswegen im Einzelfall um eine behördliche Vorladung, gebührt in der Regel Dienstfreistellung unter Entgeltfortzahlung. Anspruch auf bezahlte Dienstfreistellung für sonstige Behördenwege gebührt nur, wenn diese während der Dienstzeit erfolgen müssen und nicht auf andere Weise (z.B. durch ein Telefonat) erledigt werden können.

Die Dienstverhinderungsgründe mit Entgeltfortzahlung sind in der Regel in den Kollektivverträgen geregelt. Der jeweilige Kollektivvertrag der betreffenden Branche ist bei der Wirtschaftskammer erhältlich.

Genauere Informationen zum Thema "Sonstige persönliche Gründe" finden sich ebenfalls auf USP.gv.at.

Hinweis

Eine Übersicht über bisherige "Themen des Monats" findet sich auf USP.gv.at.

Letzte Aktualisierung: 27. Februar 2015

Für den Inhalt verantwortlich: USP-Redaktion