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Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Achtung

Dieses "Thema des Monats" August 2014 entspricht den Regelungen zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung und wird nicht laufend aktualisiert.

Allgemeines zur Gründung einer GmbH

Seit 1. März 2014 muss das Stammkapital einer GmbH wieder mindestens 35.000 Euro betragen, wobei grundsätzlich mindestens 17.500 Euro bar einbezahlt werden müssen. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit, die sogenannte Gründungsprivilegierung in Anspruch zu nehmen.

Neuerungen ab 1. März 2014

  • Gründungsprivilegierung

Die Gesellschaftinnen/Gesellschafter können nunmehr bei der Gründung einer im Gesellschaftsvertrag vorsehen, dass die gesellschaftsrechtliche Gründungsprivilegierung in Anspruch genommen wird. Dies muss bereits in der ursprünglichen Fassung des Gesellschaftsvertrags (und nicht erst durch eine spätere Abänderung dieses Vertrags) vorgesehen werden. Die Gründungsprivilegierung ist zeitlich beschränkt und endet spätestens zehn Jahre nach Eintragung der Gesellschaft im Firmenbuch.

Die Inanspruchnahme der Gründungsprivilegierung bedeutet:

  • Neben den Stammeinlagen, die von den Gesellschafterinnen/Gesellschaftern zu übernehmen sind, müssen im Gesellschaftsvertrag auch sogenannte gründungsprivilegierte Stammeinlagen für die einzelnen Gesellschafter festgelegt werden.
  • Die Summe der gründungsprivilegierten Stammeinlagen muss mindestens 10.000 Euro betragen.
  • Auf die gründungsprivilegierten Stammeinlagen müssen in Summe mindestens 5.000 Euro bar eingezahlt werden, Sacheinlagen sind nicht möglich.

Die Gründungsprivilegierung endet spätestens nach zehn Jahren, kann aber auch schon zu einem früheren Zeitpunkt beendet werden. Voraussetzung hierfür ist, dass der Gesellschaftsvertrag entsprechend geändert wird und dass die gesetzlichen Mindesteinzahlungserfordernisse (in der Regel mindestens 17.500 Euro Bareinlagen) erfüllt werden.

Nach dem Wegfall der Gründungsprivilegierung, also spätestens 10 Jahre nach Eintragung der Gesellschaft im Firmenbuch, muss das Stammkapital tatsächlich mindestens 35.000 Euro erreichen und es müssen mindestens 17.500 Euro bar einbezahlt werden.

Während aufrechter Gründungsprivilegierung haften die Gesellschafterinnen/Gesellschafter der GmbH gegenüber Gläubigerinnen/Gläubigern der Gesellschaft nur bis zur Höhe der gründungsprivilegierten Stammeinlagen, soweit diese nicht ohnehin bereits eingezahlt wurden. Diese Haftungsbeschränkung gilt auch gegenüber der Insolvenzverwalterin/dem Insolvenzverwalter, wenn es während aufrechter Gründungsprivilegierung zu einem Insolvenzverfahren kommt.

Hat eine GmbH die Gründungsprivilegierung in Anspruch genommen, so muss auch dieser Umstand im Firmenbuch eingetragen werden.

Hinweis

GmbHs, die gründungsprivilegiert gegründet werden müssen im Firmenwortlaut keinen kennzeichnenden Zusatz führen.

  • Übergangsbestimmungen für "GmbHs–light"

Bereits gegründete 10.000 Euro GmbHs ("GmbHs-light"), also solche die vor dem 1. März 2014 zur Eintragung in das Firmenbuch angemeldet wurden, können weiterhin bestehen. Dasselbe gilt für Gesellschaften, die vor dem 1. März 2014 eine Herabsetzung des Stammkapitals auf weniger als 35.000 Euro zum Firmenbuch angemeldet haben.

In diesen Fällen muss die Gesellschaft, bis längstens 1. März 2024, eine Kapitalerhöhung auf ein Stammkapital von mindestens 35.000 Euro durchführen.

Haftung

Für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft haftet grundsätzlich nur diese selbst. Die Gesellschafterinnen/Gesellschafter müssen nur die übernommenen Stammeinlagen an die Gesellschaft leisten.

Gewerberecht

Gewerberechtsträger ist die GmbH. Die gewerberechtliche Geschäftsführerin/der gewerberechtliche Geschäftsführer, die/der auch handelsrechtliche Geschäftsführerin/handelsrechtlicher Geschäftsführer sein muss, oder eine Arbeitnehmerin/ein Arbeitnehmer, die/der mit mindestens halber Wochenarbeitszeit angemeldet und nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) versichert ist, muss den Befähigungsnachweis erbringen.

Firmenbuch

Die GmbH entsteht erst mit der Eintragung in das Firmenbuch. Der Gesellschaftsvertrag bedarf eines Notariatsaktes.

Firmenwortlaut

Die Firma muss zur Kennzeichnung des Unternehmens geeignet sein und Unterscheidungskraft besitzen sowie die Bezeichnung "Gesellschaft mit beschränkter Haftung" enthalten. Die Bezeichnung kann auch abgekürzt werden ("Gesellschaft mbH", "GesmbH" oder "GmbH").

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und zur Gründungsfinden sich auf USP.gv.at.

Hinweis

Eine Übersicht über bisherige "Themen des Monats" findet sich auf USP.gv.at.

Letzte Aktualisierung: 1. August 2014

Für den Inhalt verantwortlich: USP-Redaktion