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Steigerung der Energieeffizienz – Verpflichtungen für Unternehmen

Achtung

Dieses "Thema des Monats" September 2014 entspricht den Regelungen zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung und wird nicht laufend aktualisiert.

Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz bei Unternehmen

Verpflichtungen großer Unternehmen

Große Unternehmen sind laut Bundes-Energieeffizienzgesetz Betriebe, die 250 oder mehr Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter UND einen Umsatz von mehr als 50 Millionen Euro ODER eine Bilanzsumme von mehr als 43 Millionen Euro aufweisen.

Große Unternehmen sind verpflichtet, für die Jahre 2015 bis 2020 entweder

  • alle vier Jahre ein externes Energieaudit durchführen zu lassen oder
  • ein zertifiziertes Energie- oder Umweltmanagementsystem bzw.
  • ein einem Energie- oder Umweltmanagementsystem gleichwertiges innerstaatlich anerkanntes Managementsystem einzuführen.

Die Managementsysteme müssen auch ein internes oder externes Energieaudit umfassen. Die Einführung des Managementsystems oder die Durchführung des Energieaudits, deren Inhalte und gewonnenen Erkenntnisse müssen unverzüglich der nationalen Energieeffizienz-Monitoringstelle gemeldet werden.

Kleine und mittlere Unternehmen

Mittlere und kleine Unternehmen sind nach dem Gesetz nicht verpflichtet, Energieaudits durchzuführen oder Managementsysteme einzuführen. Sie können jedoch freiwillig eine Energieberatung durchführen, deren Ergebnisse auf die Ziele der EU-Richtlinie angerechnet werden können.

Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz bei Energielieferanten

Energielieferanten, die Endkundinnen/Endkunden in Österreich im Vorjahr entgeltlich beliefert haben und nicht mittels Branchenverpflichtung zur Durchführung von Energieeffizienzmaßnahmen verpflichtet sind, müssen für die Jahre 2015 bis 2020 in jedem Kalenderjahr individuell die Durchführung von Endenergieeffizienzmaßnahmen bei sich selbst, ihren eigenen Endkundinnen/Endkunden oder anderen Endenergieverbraucherinnen/Energieverbrauchern nachweisen.

Die Einsparungen müssen mindestens 0,6 Prozent ihrer Energieabsätze an ihre Endkundinnen/Endkunden in Österreich im Vorjahr, kumuliert 159 Petajoule bis zum Jahr 2020, entsprechen. Wenn die Ziele verfehlt werden, können die Energielieferanten eine schuldbefreiende Ausgleichszahlung in Höhe von 20 Cent pro Kilowattstunde leisten.

Kleinere Energielieferanten bis zu einer Endkundenabgabe von 150 Gigawattstunden pro Jahr haben die Möglichkeit, ihre 0,6-Prozent-Verpflichtung im Rahmen einer Branchenverpflichtung (koordinierte Aufteilung) zu erfüllen. Erst wenn sie das gemeinsame Ziel über einen zweijährigen Durchrechnungszeitraum verfehlen, würde eine individuelle Vorgabe gelten. Sehr kleine Energielieferanten unter einer Endkundenabgabe von 25 Gigawattstunden sind komplett befreit.

Die Maßnahmen müssen von den Energielieferanten für jedes Jahr bis zum 14. Februar des Folgejahres der nationalen Energieeffizienz-Monitoringstelle gemeldet werden.

Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz beim Bund

Der Bund muss in seinen Gebäuden der Zentralverwaltung jährlich ein Sanierungsziel von drei Prozent erreichen. Auch die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) ist verpflichtet, Maßnahmen zu setzen und Effizienzziele zu erreichen, welche bis zum Jahr 2020 125 Gigawattstunden verbesserte Energieeffizienz bedeuten. Dafür können nicht nur thermische Sanierungen angerechnet werden, sondern auch Maßnahmen im Bereich der gebäudetechnischen Ausrüstung und des Betriebs. Damit sind auch bei denkmalgeschützten Bundesgebäuden Maßnahmen möglich.

Nähere Informationen zum Thema "Energieeffizienz" finden sich auf den Seiten des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW).

Rechtsgrundlagen

Mit dem Bundes-Energieeffizienzgesetz (EEffG) wird die europäische Energieeffizienz-Richtlinie 2012/27/EG umgesetzt. Die EU-Richtlinie sieht vor, dass die Energieeffizienz pro Jahr um 1,5 Prozent gesteigert werden soll. Das bedeutet, dass der Endenergieverbrauch in Österreich im Jahr 2020 bei 1.050 Petajoule stabilisiert werden soll.

Um dieses Ziel zu erreichen, werden bestimmte Unternehmen, Energielieferanten und auch der Bund verpflichtet, in den Jahren 2015 bis 2020 Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz zu setzen.

Nähere Informationen zum Energieeffizienzpaket des Bundes finden sich auf USP.gv.at. Nähere Informationen zur Energieeffizienz-Richtlinie finden sich auf den Seiten des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW).

Hinweis

Eine Übersicht über bisherige "Themen des Monats" findet sich auf USP.gv.at.

Letzte Aktualisierung: 1. September 2014

Für den Inhalt verantwortlich: USP-Redaktion