Der Gebrauch von Cookies erlaubt uns Ihre Erfahrungen auf dieser Website zu optimieren. Wir verwenden Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Durch Fortfahren auf unserer Website stimmen Sie dieser Verwendung zu. Erfahren Sie mehr

Strahlenschutz bei Radon

Allgemeine Informationen

In einigen Bereichen, in denen sich Personen berufsbedingt aufhalten, kann es durch natürlich vorkommende radioaktive Stoffe zu einer erhöhten Strahlenbelastung kommen. Die Allgemeine Strahlenschutzverordnung 2020 (AllgStrSchV 2020) regelt den Schutz der Gesundheit von Arbeitskräften vor solchen natürlichen Strahlenquellen. Davon ausgenommen ist der Schutz von Arbeitskräften vor Radon, welcher im Strahlenschutzgesetz 2020 (StrSchG 2020) und der Radonschutzverordnung (RnV) geregelt ist.

Eine erhöhte Strahlenexposition durch Radon kann in zwei grundlegend unterschiedlichen Situationen vorkommen. Einerseits gibt es Arbeitsbereiche, bei denen es aufgrund der Arbeit oder der verwendeten Materialien unabhängig vom Standort des Betriebs zu erhöhten Radonkonzentrationen kommen kann. Andererseits gibt es geografische Bereiche in Österreich, in denen es wegen der Eigenschaften des Bodens bei vergleichsweise vielen Gebäuden zu hohen Radonkonzentrationen in Innenräumen kommt. Dies ist unabhängig von der Art der Arbeit, die in diesen Räumen ausgeübt wird.

Im Strahlenschutzgesetz sind Arbeitsplätze aufgelistet, an denen Maßnahmen zum Schutz der Arbeitskräfte vor Radon verpflichtend sind:

  • in Wasserversorgungsunternehmen
  • in untertägigen Bereichen von Bergwerken, Schächten, Stollen, Tunneln und Höhlen
  • in Schaubergwerken und Schauhöhlen
  • in Radon-Kureinrichtungen
  • im Erd- oder Kellergeschoßen in Radonschutzgebieten

Die Radonschutzgebiete werden in Anlage 1 der Radonschutzverordnung auf Gemeindeebene ausgewiesen.

Um dem Schutz der Arbeitskräfte nachzukommen, muss jene Person, die für die Arbeitsplätze verantwortlich ist, die Ermittlung der Radonkonzentration an diesen veranlassen. Dafür beauftragt sie eine ermächtigte Überwachungsstelle. Die weiteren Verpflichtungen hängen von der erhobenen Radonkonzentration ab.

Eine Liste der ermächtigten Überwachungsstellen befindet sich auf der Seite des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Innovation, Mobilität und Technologie.

Hinweis

Es gibt Ausnahmen von der Verpflichtung zur Erhebung der Radonkonzentration. Um von der Verpflichtung ausgenommen zu sein, muss an den Arbeitsplätzen jeweils mindestens eine der Voraussetzungen zutreffen und der zuständigen Behörde schriftlich zur Kenntnis gebracht worden sein.

Liegt die erhobene Radonkonzentration an allen Arbeitsplätzen unterhalb des Referenzwerts, sind keine weiteren Veranlassungen notwendig.

Liegt die erhobene Radonkonzentration an mindestens einem Arbeitsplatz über dem Referenzwert, so sollte zunächst versucht werden, durch bauliche Maßnahmen die Radonbelastung an den betreffenden Arbeitsplätzen zu verringern. In den meisten Fällen wird es bei fachkundiger Vorgangsweise möglich sein, mit relativ geringem Aufwand eine dauerhafte Senkung der Radonkonzentration zu erzielen.

Liegt die erhobene Radonkonzentration bei der Kontrollmessung an allen Arbeitsplätzen unterhalb des Referenzwerts, sind keine weiteren Veranlassungen notwendig. Liegt die erhobene Radonkonzentration bei der Kontrollmessung weiterhin über dem Referenzwert und sind weitere bauliche Maßnahmen ökonomisch nicht vertretbar, muss eine Dosisabschätzung durch eine ermächtigte Überwachungsstelle veranlasst werden.

Sobald die Ergebnisse der Dosisabschätzung vorliegen, sind Informationen zu der Radonmessung, der Dosisabschätzung und den durchgeführten Maßnahmen an die zuständige Strahlenschutzbehörde zu melden. Gegebenenfalls kann in einer Stellungnahme begründet werden, warum weitere Optimierungsmaßnahmen unzumutbar sind.

Weitere Verpflichtungen sind abhängig vom Ergebnis der Dosisabschätzung und von der Beurteilung der gemeldeten Informationen durch die zuständige Behörde.

Hinweis

Nach relevanten baulichen Veränderungen am Gebäude muss neuerlich eine Radonmessung durchgeführt werden. In der Radonschutzverordnung sind die relevanten baulichen Änderungen definiert.

Betroffene Unternehmen

Unternehmen mit Arbeitsplätzen in Wasserversorgungsunternehmen, untertägigen Bereichen von Bergwerken, Schächten, Stollen, Tunneln und Höhlen, in Schaubergwerken und Schauhöhlen sowie in Radon-Kureinrichtungen

Unternehmen in Radonschutzgebieten mit Arbeitsplätzen in Erd- oder Kellergeschoßen

Fristen

Eine Radonmessung durch eine ermächtigte Überwachungsstelle ist innerhalb von 6 Monaten nach Aufnahme der Arbeit zu veranlassen.

Besteht die betreffende Betriebsstätte bereits beim Inkrafttreten des Strahlenschutzgesetzes 2020 (1. August 2020), so ist die Radonmessung durch eine ermächtigte Überwachungsstelle bis spätestens 31. Juli 2022 zu veranlassen (Übergangsfrist).

Abhängig vom Ergebnis der Radonmessung sind folgende Fristen einzuhalten:

  • Überschreitet die Radonkonzentration bei der Erstmessung den Referenzwert: 18 Monate ab Vorliegen des Ergebnisses für Setzen von Maßnahmen, Veranlassen einer Kontrollmessung und Veranlassen einer Dosisabschätzung, falls der Referenzwert bei der Kontrollmessung weiterhin überschritten wird
  • Ab Vorliegen des Ergebnisses der Dosisabschätzung: vier Wochen für Meldung an die zuständige Behörde

Weitere Fristen sind abhängig vom Ergebnis der Dosisabschätzung von der Beurteilung der übermittelten Informationen durch die zuständige Behörde.

Hinweis

Um eine Ausnahme von der Messverpflichtung in Anspruch zu nehmen, muss diese der Behörde gemeldet werden. Hierfür ist keine explizite Frist vorgesehen. Allerdings ist das Unterlassen der Veranlassung der Radonmessung eine Verwaltungsstraftat. Daher ist es ratsam, eine zutreffende Ausnahme innerhalb jener Fristen zu melden, die für die Veranlassung der Messung gelten.

Zuständige Stelle

In der Regel das jeweilige Amt der Landesregierung

Verfahrensablauf

Für "erhöhte Radonexposition am Arbeitsplatz" ist keine strahlenschutzrechtliche Bewilligung erforderlich. Die Behörde wird aber, wenn vom Unternehmen Meldepflichten nicht eingehalten und/oder keine adäquaten Strahlenschutzmaßnahmen gesetzt werden, von Amts wegen ein Strahlenschutzverfahren eröffnen.

Es besteht eine Meldepflicht an die zuständige Behörde, sobald die Ergebnisse der Dosisabschätzung vorliegen. Mit dieser Meldung sind Informationen zu der Radonmessung, der Dosisabschätzung und den durchgeführten Maßnahmen an die zuständige Strahlenschutzbehörde zu übermitteln. Gegebenenfalls kann in einer Stellungnahme begründet werden, warum weitere Optimierungsmaßnahmen unzumutbar sind.

Rechtsgrundlagen

Experteninformation

Es steht keine Experteninformation zur Verfügung.

Letzte Aktualisierung: 1. August 2020

Für den Inhalt verantwortlich: Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie