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Verschmelzung österreichischer Kapitalgesellschaften

Im Folgenden wird bloß ein Überblick über das Verschmelzungsverfahren nach dem Aktiengesetz und dem GmbH-Gesetz gegeben, der nicht abschließend ist. Es gibt u.a. Bestimmungen für die Anfechtung und Überprüfung des Umtauschverhältnisses, Kapitalerhöhungen, Gläubigerschutz, Haftung und die vereinfachte Verschmelzung, auf die hier nicht eingegangen wird.

Weitere Informationen zu den Arten der Verschmelzung und zur Grenzüberschreitenden Verschmelzung in der EU finden sich ebenfalls auf USP.gv.at.

Hinweis

Bei der Verschmelzung durch Neugründung bzw. Verschmelzung einer AG mit einer GmbH bzw.einer GmbH mit einer GmbH sind ein Großteil der Bestimmungen des Aktiengesetzes sinngemäß anzuwenden. Nach dem GmbH-Gesetz gelten einige Sonderbestimmungen wie besondere Zustimmungserfordernisse der Gesellschafter, die hier nur beispielhaft angeführt sind.

Verschmelzungsvertrag und Schlussbilanz

Die Vorstände (AG) bzw. Geschäftsführerinnen/Geschäftsführer (GmbH) der beteiligten Gesellschaften haben

  • ein Verschmelzungsvertrag abzuschließen oder einen schriftlichen Entwurf mit bestimmten Mindestinhalten aufzustellen (z.B. Vereinbarung über die Übertragung des Vermögens im Weg der Gesamtrechtsnachfolge, Umtauschverhältnis der Aktien, Verschmelzungsstichtag etc.) und
  • eine Schlussbilanz aufzustellen – und zwar auf einen höchstens neun Monate vor Anmeldung der Verschmelzung liegenden Stichtag.

Der Verschmelzungsvertrag bedarf darüber hinaus einer notariellen Beurkundung (Notariatsakt).

Verschmelzungsbericht

Die Vorstände bzw. Geschäftsführerinnen/Geschäftsführer jeder der beteiligten Gesellschaften haben einen ausführlichen schriftlichen Bericht zu erstatten, in dem u.a. folgende Themen rechtlich und wirtschaftlich erläutert und begründet werden:

  • voraussichtliche Folgen der Verschmelzung,
  • Verschmelzungsvertrag,
  • Umtauschverhältnis der Aktien,
  • Maßnahmen des Gläubigerschutzes.

Prüfung durch Verschmelzungsprüfer

Der Verschmelzungsvertrag bzw. dessen Entwurf ist für jede der an der Verschmelzung beteiligten Gesellschaften durch eine/einen vom Aufsichtsrat bestellten Verschmelzungsprüferin/ Verschmelzungsprüfer zu prüfen. Eine gemeinsame Prüferin/ein gemeinsamer Prüfer für alle beteiligten Gesellschaften ist zulässig, wenn diese/dieser gerichtlich bestellt wird.

Prüfung durch den Aufsichtsrat

Die Aufsichtsräte der an der Verschmelzung beteiligten Gesellschaften haben die Verschmelzung auf der Grundlage des Verschmelzungsberichts und des Prüfungsberichts zu prüfen und darüber einen schriftlichen Bericht zu erstatten. Ausnahmen durch die Satzung sind möglich.

Hinweis

Im Fall der Beteiligung einer GmbH sind der Verschmelzungsbericht und die Prüfung durch den Aufsichtsrat nicht erforderlich, wenn alle Gesellschafter darauf verzichten. Wenn ein Gesellschafter danach verlangt, ist der Verschmelzungsvertrag bzw. sein Entwurf zu prüfen.

Einreichung des Vertrages beim Firmenbuch

Die Vorstände der beteiligten Gesellschaften haben den Verschmelzungsvertrag mindestens einen Monat vor dem Tag der darüber beschließenden Hauptversammlung bei den zuständigen Gerichten (Unternehmenssitz!), einzureichen und einen Hinweis auf die Einreichung der Verschmelzung zu veröffentlichen. Alternativ kann die Veröffentlichung des Verschmelzungsvertrages und des Hinweises in elektronischer Form in der Ediktsdatei erfolgen. Einreichung und Veröffentlichung sind bei der GmbH nicht erforderlich.

Bereitstellung von Unterlagen

Unterlagen (z.B. Verschmelzungsvertrag, Prüf- und Verschmelzungsberichte, Jahresabschluss bzw. Zwischenbilanz) sind mindestens einen Monat vor der Hauptversammlung bereit zu stellen und in der Hauptversammlung aufzulegen. Damit verbunden sind mündliche Erläuterungspflichten. Im Falle einer Beteiligung einer GmbH sind die erforderlichen Unterlagen den Gesellschaftern – wenn diese nicht darauf verzichten – zu übersenden. Ab der Einberufung haben die Geschäftsführerinnen/Geschäftsführer jedem Gesellschafter auf Verlangen jederzeit Auskunft über alle für die Verschmelzung wesentliche Angelegenheiten zu geben.

Beschlussfassung in der Gesellschafterversammlung

Der Beschluss über die Verschmelzung bedarf einer Dreiviertelmehrheit. Im Gesellschaftsvertrag bzw. in der Satzung können abweichend davon weitere Erfordernisse festgelegt werden. In der Gesellschafterversammlung müssen der Vorstand bzw. die Geschäftsführung Erläuterungs- und Auskunftspflichten nachkommen.

Anmeldung zur Verschmelzung

Die Vorstände bzw. Geschäftsführerinnen/Geschäftsführer jeder Gesellschaft haben die Verschmelzung zur Eintragung beim jeweiligen Gericht (maßgeblich ist der Unternehmenssitz), anzumelden, Unterlagen beizufügen und Erklärungen abzugeben.

Eintragung der Verschmelzung im Firmenbuch

Das Gericht, in dessen Sprengel die übernehmende Gesellschaft ihren Sitz hat, hat die Verschmelzung bei allen beteiligten Gesellschaften gleichzeitig einzutragen.

Wesentliche Rechtswirkungen der Eintragung sind u.a. der Übergang des Vermögens einschließlich der Schulden auf die übernehmende Gesellschaft und das Erlöschen der übertragenden Gesellschaft.

Weiterführende Links

Fusionen von Unternehmen (→ Your Europe)

Rechtsgrundlagen

Letzte Aktualisierung: 18. November 2020

Für den Inhalt verantwortlich: Bundesministerium für Justiz

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