Förderungen für Unternehmer mit Behinderungen

Die Sozialversicherungsanstalt der Selbstständigen sowie das Sozialministeriumservice bieten spezielle Beratungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen, die ein Unternehmen gründen möchten, an. Ebenso bietet das AMS Unterstützungen an.

Für selbstständige Menschen mit Behinderungen gibt es neben den bestehenden Unternehmensförderungen der Wirtschaftskammern und des AMS auch spezielle Fördermöglichkeiten durch das Sozialministeriumservice.

Eine Startförderung für Selbstständige mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 vH kann vom Sozialministeriumservice gewährt werden, wenn:

  • die wirtschaftliche Lage der Antragstellerin/des Antragstellers durch die Unternehmensgründung verbessert wird
  • der Lebensunterhalt der Antragstellerin/des Antragstellers bzw. der Angehörigen durch die Unternehmenstätigkeit nachhaltig gesichert wird
  • die notwendigen persönlichen, rechtlichen und fachlichen Voraussetzungen für die angestrebte Tätigkeit vorliegen
  • eine Stellungnahme einer Gründerinnen-/Gründnerberatung bzw. eine Anhörung der beruflichen Interessensvertretung vorliegt

Der Antrag muss vor der geplanten Gründung des Unternehmens eingebracht werden.

Maximal 50 Prozent der Ausgaben in der Gründungsphase können gefördert werden, die Obergrenze der Förderungen liegt derzeit in Höhe der 100-fachen Ausgleichstaxe.

Hinweis

Zur sozialen Absicherung von selbständigen Unternehmerinnen/selbständigen Unternehmern mit Behinderungen - durch einen im laufenden Betrieb entstehenden behinderungsbedingten Mehraufwand, gibt es einen Überbrückungszuschuss für Selbständige durch das Sozialministeriumservice.

Voraussetzungen für einen Überbrückungszuschuss:

  • Einzelunternehmerin/Einzelunternehmer
  • Unternehmen mit maximal fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
  • Menschen mit einem Grad der Behinderungen von mindestens 50 vH
  • Ein maßgeblicher behinderungsbedingter Mehraufwand muss glaubhaft gemacht werden

Die Förderung kann in der Höhe der einfachen Ausgleichstaxe pro Monat für ein halbes Jahr gewährt werden. Die Förderung kann bei Bedarf nochmals gewährt werden, sofern der Sachverhalt gleichbleibt.

Die Anträge müssen elektronisch eingebracht werden. Die entsprechenden Formulare finden sich auf den Seiten des Sozialministeriumservice.

Hinweis

Bei der Vergabe der Betriebsgenehmigungen für Tabakfachgeschäfte werden begünstigte behinderte Personen bevorzugt.

Nähere Informationen zum Thema Unternehmensgründung finden sich ebenfalls auf USP.gv.at.

Weiterführende Links

Rechtsgrundlagen

Behinderteneinstellungsgesetz (BEinstG)

Letzte Aktualisierung: 8. Februar 2022

Für den Inhalt verantwortlich: Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz