Saisoniers

Allgemeine Informationen

Das Bundesministerium für Arbeit kann zur Abdeckung eines vorübergehenden zusätzlichen Arbeitskräftebedarfs durch Verordnung Kontingente für befristet beschäftigte Arbeitskräfte und Erntehelferinnen/Erntehelfer aus Drittstaaten festlegen. Solche Verordnungen werden regelmäßig für die Bereiche Tourismus und Land- und Forstwirtschaft erlassen.
Arbeitskräfte aus den EU-Mitgliedstaaten haben freien Arbeitsmarktzugang und benötigen keine arbeitsmarktbehördliche Genehmigung.

Saisonierregelung

  • Für registrierte befristet beschäftigte Ausländerinnen/Ausländer (Stammsaisoniers) werden vom Arbeitsmarktservice Beschäftigungsbewilligungen ohne Arbeitsmarktprüfung erteilt.
  • Für nicht registrierte Saisonarbeitskräfte und Erntehelferinnen/Erntehelfer können Beschäftigungsbewilligungen weiterhin im Rahmen von Kontingentverordnungen des Bundesministeriums für Arbeit mit Arbeitsmarktprüfung erteilt werden.

Beschäftigungsbewilligungen für "Stammsaisoniers"

Ausländerinnen/Ausländer, die in den fünf Kalenderjahren 2006 bis 2010 im Tourismus oder in der Land- und Forstwirtschaft als Saisoniers beschäftigt waren, konnten sich bis 30. April 2012 beim Arbeitsmarktservice als Stammsaisoniers registrieren lassen.

Mit 1. Jänner 2022 ist eine neue Stammsaisonierregelung in Kraft getreten: Ausländerinnen/Ausländer, die in den fünf Kalenderjahren 2017 bis 2021 im Tourismus oder in der Land- und Forstwirtschaft jeweils mindestens drei Monate im Rahmen von Saisonkontigenten bewilligt beschäftigt waren, können sich bis Ende Dezember 2022 beim Arbeitsmarktservice für eine weitere Beschäftigung im jeweiligen Wirtschaftszweig registrieren lassen.

Für registrierte Stammsaisoniers dürfen Beschäftigungsbewilligungen außerhalb der Saisonkontingente ohne Arbeitsmarktprüfung (kein Ersatzkraftverfahren) erteilt werden. Mehrere Beschäftigungsbewilligungen pro Kalenderjahr und Branche sind zulässig. Die Gesamtdauer aller bewilligten Beschäftigungszeiten darf pro Kalenderjahr neun Monate nicht überschreiten.

Beschäftigungsbewilligungen im Rahmen von Saisonkontingenten

Kontingentbewilligungen werden nur erteilt, wenn das Arbeitsmarktservice (AMS) nicht in der Lage ist, die offenen Stellen mit vorgemerkten inländischen oder am Arbeitsmarkt bereits integrierten Arbeitskräften zu besetzen.

Die Geltungsdauer der einzelnen Kontingentbewilligungen darf sechs Monate nicht überschreiten. Allerdings können Saisoniers, die in den drei vergangenen Jahren in der Land- und Forstwirtschaft bewilligt beschäftigt waren, eine Beschäftigungsbewilligung in diesem Wirtschaftszweig für eine Gesamtdauer von neun Monaten erhalten.

Ein Saisonier darf innerhalb von zwölf Monaten maximal neun Monate mit mehreren Kontingentbewilligungen beschäftigt werden.

Kontingentbewilligungen für Erntehelferinnen/Erntehelfer dürfen nur für maximal sechs Wochen erteilt werden (dafür wird ein eigenes Kontingent festgelegt).

Die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber ist verpflichtet, den Beginn und das Ende des Beschäftigungsverhältnisses innerhalb von drei Tagen der zuständigen regionalen Geschäftsstelle des Arbeitsmarktservice zu melden.

Die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber hat auch nachzuweisen, dass dem Saisonier für die beabsichtigte Dauer der Beschäftigung eine ortsübliche Unterkunft zur Verfügung steht und ihm die Miete für diese Unterkunft nicht automatisch vom Lohn abgezogen wird.

Einreise und Aufenthalt von Saisoniers

Alle Saisoniers (aus visumspflichtigen und auch aus an sich visumsfreien Staaten) benötigen je nach Dauer der geplanten Beschäftigung ein Aufenthaltsvisum der Kategorie D oder ein Schengen-Visum der Kategorie .

Der Antrag muss vom Saisonier persönlich bei der zuständigen österreichischen Vertretungsbehörde im Ausland eingebracht werden.

Das Visum wird erteilt, wenn die allgemeinen Visavoraussetzungen erfüllt sind und eine gültige Beschäftigungsbewilligung des Arbeitsmarktservice vorliegt.

Saisoniers, die in Österreich bereits mehrmals als Saisonier gearbeitet und sich vorschriftsmäßig im Bundesgebiet aufgehalten haben ("bona fide"), kann ein Visum C mit bis zu fünfjähriger Rahmengültigkeit ausgestellt werden ("Rahmenvisum"), das zu einer maximalen Aufenthaltsdauer von 90 Tagen pro 180-Tages-Zeitraum berechtigt. Die Rahmengültigkeit des Visums kann mehrere kurze Saisonen umfassen. Es muss aber für jede Saison eine Beschäftigungsbewilligung beantragt werden.

Verfügt ein Saisonier zwar über ein Rahmenvisum, wird aber eine Beschäftigungsbewilligung für eine länger als 90 Tage dauernde Beschäftigung beantragt, ist eine Visum D erforderlich

Im Falle der Verlängerung der/Erteilung einer weiteren Beschäftigungsbewilligung besteht für Saisoniers, die sich auf Basis eines Visums für Saisoniers rechtmäßig im Bundesgebiet aufhalten, die Möglichkeit der Beantragung einer Visaverlängerung im Inland. Der Antrag ist bei der örtlich zuständigen Landespolizeidirektion einzureichen.

Die Beschäftigung als Saisonier darf erst nach Ausstellung des Visums aufgenommen werden. Saisoniers erwerben kein Recht auf dauerhafte Niederlassung und Familiennachzug.

Betroffene Unternehmen

Unternehmen, die eine Ausländerin/einen Ausländer als Stammsaisonier oder im Rahmen einer Kontingentbewilligung beschäftigen.

Zuständige Stelle

Die jeweils zuständige regionale Geschäftsstelle des Arbeitsmarktservice (AMS)

Hinweis

Arbeitgeberinnen/Arbeitgeber, die eine Ausländerin/einen Ausländer als Stammsaisonier oder im Rahmen einer Kontingentbewilligung beschäftigen, sind verpflichtet, dem AMS den Beginn und das Ende der Beschäftigung innerhalb von drei Tagen zu melden. Verwenden Sie dazu das Formular "Beschäftigungsmeldung".

Erforderliche Unterlagen

Für die Beschäftigung als Stammsaisonier:

Für die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber:

Für die Ausländerin/den Ausländer:

  • Reisepass

Für die Beschäftigung als Saisonier im Rahmen des Saisonkontingents:

Für die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber:

  • Antrag auf Saisonbewilligung
    Dieser ist von der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber entweder persönlich, per Fax oder Post bei der zuständigen Behörde zu stellen.

Für die Ausländerin/den Ausländer:

  • Reisepass
  • Bestätigung der Meldung
  • Gültige Beschäftigungsbewilligung
  • Aufenthaltsvisum D oder Schengen-Visum der Kategorie C
  • Zeugnisse über die berufliche Qualifikation, Ausbildung und Praxis (erforderlichenfalls in beglaubigter Übersetzung)
  • Nachweis einer früheren Beschäftigung in Österreich (z.B. Beschäftigungsbewilligung, Arbeitsbescheinigung)
  • Nachweis der Anmeldung zur Sozialversicherung von früheren Beschäftigungen

Für die Beschäftigungsmeldung:

Für die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber:

Hinweis

Auf Wunsch kann die Vorlage der Bestätigung der Meldung durch Abfrage der Behörde im Zentralen Melderegister (ZMR) ersetzt werden.

Kosten

  • Für den Antrag
    • Bundesgebühr: 14,30 Euro
  • Für die Registrierung als Stammsaisonier
    • Bundesverwaltungsabgabe: 2,10 Euro
  • Für die Erteilung der Beschäftigungsbewilligung
    • Bundesverwaltungsabgabe: 6,50 Euro
  • Zusätzlich
    • Beilagengebühren (fallen nur dann an, wenn dem Antrag Beilagen angeschlossen sind): 3,90 Euro pro Bogen

Zusätzliche Informationen

Weiterführende Links

Rechtsgrundlagen

Experteninformation

Es steht keine Experteninformation zur Verfügung.

Letzte Aktualisierung: 6. April 2022

Für den Inhalt verantwortlich: Bundesministerium für Arbeit