Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG)

Wie Sie den Ausführungen unter "Abschreibungen" (Absetzung für Abnutzung, AfA) entnehmen können, werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von abnutzbaren Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens entweder gleichmäßig über ihre Nutzungsdauer verteilt (lineare AfA) oder in fallenden Jahresbeträgen nach einem unveränderlichen Prozentsatz von höchstens 30 Prozent (degressive AfA) abgeschrieben.

Davon macht § 13 Einkommensteuergesetz aber eine Ausnahme: Falls ein abnutzbares Anlagegut nicht mehr als 800 Euro (erstmals für Wirtschaftsjahre beginnend ab 1. Jänner 2020; vorher 400 Euro) kostet, können die Anschaffungs- oder Herstellungskosten sofort unter dem Titel "geringwertiges Wirtschaftsgut" als Betriebsausgabe abgesetzt werden. Wenn Ihnen ein Vorsteuerabzug zusteht, ist die Grenze von 800 Euro netto, also ohne Umsatzsteuer, zu verstehen. Sollten Sie z.B. eine Kleinunternehmerin/ein Kleinunternehmer sein, die/der nicht zur Regelbesteuerung optiert hat, sind die 800 Euro der Bruttoverkaufspreis.

Beispiel

Eine vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmerin/ein vorsteuerabzugsberechtigter Unternehmer schafft für sein Büro folgende Gegenstände an: Drucker 800 Euro, Organizer 300 Euro, Scanner 250 Euro (Nettopreise). Die Kosten sämtlicher Wirtschaftsgüter stellen sofort in voller Höhe Betriebsausgaben dar. Würde der Preis des Druckers 801 Euro (netto) betragen, so wären seine Anschaffungskosten über die Nutzungsdauer linear oder in fallenden Jahresbeträgen nach einem Prozentsatz von höchstens 30 Prozent degressiv abzuschreiben.

Bei buchführenden Unternehmerinnen/buchführenden Unternehmern hat die Sofortabschreibung im Jahr der Anschaffung bzw. Herstellung zu erfolgen, bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnerinnen/Einnahmen-Ausgaben-Rechnern ist das Jahr der Bezahlung maßgeblich.

Rechtsgrundlagen

Letzte Aktualisierung: 1. Januar 2021

Für den Inhalt verantwortlich: Bundesministerium für Finanzen