Kleinunternehmerpauschalierung

Allgemeine Informationen

Im Einkommensteuergesetz (EStG) finden sich im § 17 Abs 3a Bestimmungen zur Kleinunternehmerpauschalierung. Kleinunternehmerinnen/Kleinunternehmer können ab der Veranlagung 2020 im Rahmen der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ihren Gewinn pauschal ermitteln.

Die Pauschalierung kann angewendet werden, wenn die im Veranlagungsjahr insgesamt erzielten Umsätze im Sinne des § 1 Abs 1 Z 1 UStG 1994 nicht mehr als 35.000 Euro betragen (Veranlagung 2020) bzw. wenn die Umsatzsteuerbefreiung für Kleinunternehmer gemäß § 6 Abs. 1 Z 27 UStG 1994 anwendbar ist (ab Veranlagung 2021; unschädlich ist, wenn die Umsatzsteuerbefreiung nur deswegen nicht anwendbar ist, weil auch Umsätze erzielt wurden, die zu Einkünften führen, die von der Pauschalierung nicht betroffen sind (zB Vermietungseinkünfte) oder weil auf die Anwendung der Umsatzsteuerbefreiung gemäß § 6 Abs. 3 UStG 1994 verzichtet wurde). Die pauschale Gewinnermittlung betrifft Einkünfte aus selbstständiger Arbeit oder Gewerbebetrieb mit Ausnahme von Einkünften aus einer Tätigkeit eines Gesellschafter-Geschäftsführers gemäß § 22 Z 2 zweiter Teilstrich EStG als Aufsichtsratsmitglied oder als Stiftungsvorstand.

Die pauschalen Betriebsausgaben betragen 45 Prozent der Betriebseinnahmen aus Umsätzen, maximal 18.900 Euro bzw. 20 Prozent bei einem Dienstleistungsbetrieb, höchstens 8.400 Euro.

Ob ein Betrieb als Dienstleistungsbetrieb anzusehen ist, ist in einer Verordnung des Bundesministers für Finanzen. Bei einem Betrieb, der nicht ausschließlich Dienstleistungen erbringt, ist für die Anwendung des Pauschalsatzes die Tätigkeit maßgeblich, aus der die höheren Betriebseinnahmen stammen.

Der Gewinn ergibt sich aus den Betriebseinnahmen (ohne Umsatzsteuer) abzüglich den pauschal ermittelten Betriebsausgaben (45 Prozent oder 20 Prozent) und den Beiträgen zur Pflichtversicherung. Reise- und Fahrtkosten, soweit ihnen ein Kostenersatz in gleicher Höhe gegenübersteht, sind zu berücksichtigen; diese Reise- und Fahrtkosten vermindern die Bemessungsgrundlage für die pauschalen Betriebsausgaben. Weitere Betriebsausgaben und Entnahmen sind nicht zu berücksichtigen.

Die Kleinunternehmerpauschalierung ist unter bestimmten Voraussetzungen auch für Mitunternehmerschaften anwendbar.

Unternehmerinnen/Unternehmer können aus den für sie anwendbaren Pauschalierungen die für sie günstigste auswählen. Wird von der Kleinunternehmerpauschalierung freiwillig auf eine andere Form der Gewinnermittlung übergegangen, ist eine erneute Anwendung der Kleinunternehmerpauschalierung frühestens nach Ablauf von drei Wirtschaftsjahren zulässig.

Rechtsgrundlagen

§§ 17, 22 und 23 Einkommensteuergesetz (EStG)

Letzte Aktualisierung: 1. Januar 2021

Für den Inhalt verantwortlich: Bundesministerium für Finanzen