Einfuhr-Versandhandel Ein Einfuhr-Versandhandel liegt vor, wenn ein Unternehmen Waren aus einem Drittland in einen EU-Mitgliedstaat an bestimmte Abnehmerinnen/Abnehmer liefert. Die Regelungen für den Einfuhr-Versandhandel gelten ab 1. Juli 2021. 

Bei Warenlieferungen aus einem Drittland kann neben der Einfuhrumsatzsteuer innerhalb der EU gegebenenfalls zusätzlich Umsatzsteuer aufgrund der Einfuhr-Versandhandelsregelung zu entrichten sein. Der Lieferort liegt beim Einfuhr-Versandhandel (abweichend von § 3 Abs. 8 oder 9 UStG) an jenem Ort, an dem die Warenbewegung endet (Bestimmungsland). Diese Regelung gilt in zwei Fällen:  

  • Der Leistungsort liegt beim Einfuhr-Versandhandelsumsatz im Bestimmungsland, wenn die Waren in einem anderen EU-Mitgliedstaat eingeführt werden, als jenem in dem die Beförderung der Ware endet.
  • Der Leistungsort liegt beim Einfuhr-Versandhandel auch dann im Bestimmungsland, wenn das Unternehmen die Sonderregelung für den IOSS in Anspruch nimmt (vgl § 25b UStG 1994). Bei Einfuhr-Versandhandelsumsätzen, die über den IOSS erklärt werden, fällt keine zusätzliche Einfuhrumsatzsteuer an. Überdies muss sich das Unternehmen in nur einem einzigen Mitgliedstaat zur Umsatzsteuer registrieren und kann die in der gesamten EU anfallende Umsatzsteuer für Einfuhr-Versandhandelsumsätze, bei denen der Sachwert je Sendung 150 Euro nicht überschreitet, über den IOSS erklären und entrichten. 

Betroffene Umsätze und Ausnahmen

Die Regelungen zum Einfuhr-Versandhandel gilt nur für bestimmte Abnehmerinnen/Abnehmer. Es handelt sich um denselben Abnehmerinnenkreis/Abnehmerkreis wie beim innergemeinschaftlichen Versandhandel

Abgesehen von wenigen Ausnahmen kann jede Ware der Einfuhr-Versandhandelsregelung unterliegen. Ausgenommen sind die Lieferung von verbrauchsteuerpflichtigen Waren an eine juristische Person die Nichtunternehmerin ist und die Lieferung neuer Fahrzeuge.

Was ist der Unterschied zwischen Einfuhr-Versandhandel und innergemeinschaftlichen Versandhandel?

Die Einfuhr-Versandhandelsregelung gilt nur für Versandhandel aus einem Drittland in die EU. Wird hingegen eine Ware nicht aus einem Drittland, sondern aus einem anderen EU Mitgliedstaat an eine Konsumentin/einen Konsumenten nach Österreich geliefert, sind nicht die Regelungen für den Einfuhr-Versandhandel, sondern jene für den innergemeinschaftlichen Versandhandel zu beachten. Anders als beim innergemeinschaftlichen Versandhandel, ist beim Einfuhr-Versandhandel überdies keine Umsatzgrenze bzw. Lieferschwelle zu beachten. 

Verkauf über Plattformen

Beim Verkauf über eine Plattform ist die Umsatzsteuer für Einfuhr-Versandhandelsumsätze unter bestimmten Voraussetzungen nicht vom Unternehmen, sondern von der Plattform über die der Verkauf erfolgt, zu erklären und zu entrichten (§ 3 Abs. 3a Z 1 UStG 1994). Dies betrifft Einfuhr-Versandhandelsumsätze bei denen der Sachwert je Sendung 150 Euro nicht übersteigt und für die die Plattform „unterstützend“ tätig wird. Die Plattform kann diese Umsätze über den IOSS erklären. 

Letzte Aktualisierung: 12. Februar 2021

Für den Inhalt verantwortlich: Bundesministerium für Finanzen

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