Pflichten österr. Unternehmer bei Inlandsbeschäftigung ausl. Arbeitnehmer

Allgemeines

Die lohnsteuerlichen Vorschriften sind davon unabhängig, ob die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer in Österreich oder im Ausland ansässig ist. Dies gilt auch für kurzfristige Beschäftigungen, z.B. bei Saisonniers. Die Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) entziehen Österreich sein Besteuerungsrecht nur so weit, wie die Arbeit außerhalb Österreichs ausgeübt wird.

Lohnsteuerabzug

Der tarifmäßige Lohnsteuerabzug ist bei Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern, die im Ausland ansässig sind, so vorzunehmen wie bei Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern, die in Österreich ansässig sind, ausgenommen Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag.

Lediglich dann, wenn eine im Ausland ansässige Arbeitnehmerin/ein im Ausland ansässiger Arbeitnehmer Tätigkeiten ausführt, welche – wären sie selbstständig tätig – die besondere Abzugsteuer auslösen würden, fällt nicht die tarifmäßige, sondern eine fixe Lohnsteuer an. Diese fixe Lohnsteuer beträgt 20 Prozent bzw. 25 Prozent. Nähere Informationen zur Höhe der Besteuerung (brutto und netto) und zu den die besondere Abzugsteuer auslösenden Tätigkeiten finden sich auf unserer Seite "Pflichten österreichischer Unternehmer bei Inlandsaktivitäten ausländischer Unternehmer" im Kapitel "Besondere Abzugsteuer nach § 99 Einkommensteuergesetz".

Arbeitskräftegestellung

Auch wenn die inländische Beschäftigerin/der inländische Beschäftiger auf zwischenstaatlicher Ebene (das heißt im Rahmen der Anwendung von DBA) als (wirtschaftliche) Arbeitgeberin/(wirtschaftlicher) Arbeitgeber anzusehen ist, ändert das nichts an der Anwendung des innerstaatlichen Rechts, wonach es häufig zu keiner Arbeitgebereigenschaft der Beschäftigerin/des Beschäftigers kommt und kein Lohnsteuerabzug vorzunehmen ist. Die gestellten Arbeitskräfte dürfen aber in Österreich besteuert werden. Um dieser inländischen Besteuerungspflicht nachzukommen, gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Abzugsteuer gemäß § 99 EStG

Das Gestellungsentgelt, das die österreichische Beschäftigerin/der österreichische Beschäftiger an die ausländische Gestellerin/den ausländischen Gesteller zahlt, unterliegt der Abzugsteuerpflicht gemäß § 99 EStG 1988. Mit der Abzugsteuer ist wirtschaftlich auch die Besteuerung der Löhne der überlassenen Arbeitskräfte miterfasst. Unterhält die ausländische Gestellerin/der ausländische Gesteller keine Betriebsstätte in Österreich, kann in der Regel eine Rückerstattung der Abzugsteuer beantragt werden. Eine Rückerstattung wird jedoch nur in dem Ausmaß gewährt, als die einbehaltene Abzugsteuer jenen Betrag übersteigt, der sich ergeben würde, wenn die überlassenen Arbeitskräfte in Österreich der Lohnsteuer unterworfen würden. 

2. Freiwilliger Lohnsteuerabzug (Befreiungsbescheid) 

Die zweite Möglichkeit, der Besteuerungspflicht nachzukommen, ist im Wege des freiwilligen Lohnsteuerabzugs, der durch die Gestellerin/den Gesteller oder – alternativ – durch die inländische Beschäftigerin/den inländischen Beschäftiger vorgenommen werden kann. Diesfalls kann eine (abkommensrechtlich gebotene) Entlastung von der Abzugsteuer auf das Gestellungsentgelt gemäß § 5 Abs. 3 DBA-Entlastungsverordnung durch Bescheid an der Quelle zugelassen werden (Befreiungsbescheid). Befreiungsanträge sind unter Verwendung des dafür vorgesehenen Webformulars (BEFBESCH) beim Finanzamt für Großbetriebe (FAG) einzubringen. 

Weiterführende Links

Rechtsgrundlagen

Letzte Aktualisierung: 20. April 2021

Für den Inhalt verantwortlich: Bundesministerium für Finanzen

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